<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-04-30T09:53:04+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die alte Schack-Galerie: Wechselvolle Baugeschichte einer privaten Gemäldegalerie ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Brienner Straße 41, unweit der Propyläen und des Lenbachhauses, wo sich heute ein studentisches Wohnheim und zahlreiche kleine Geschäfte befinden, existierte Ende des 19. Jahrhunderts eine der wenigen privaten, aber täglich für Besucher geöffneten Gemäldesammlungen in München: die des Grafen Adolf Friedrich von Schack (1815–1894).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a0dbcdc929e4454ed536e462216831b3.jpg" alt="Das Anwesen Schack, um 1890 " /><br/><p>Graf von Schack, der zuvor in Berlin im preußischen Staatsdienst tätig war und dann dem Ruf des bayerischen Königs Maximilian II. Joseph (1811–1864) nach München folgte, kaufte 1856 die Villa mit Gartenpavillon in der Brienner Str. 19 als Wohnhaus. Ein Jahr später erwarb er sein erstes Gemälde: Die Vision des Ezechiel von Bonaventura Genelli (1798–1868); bis 1861 folgten noch acht weitere Bilder, die im Wohnhaus und im Pavillon aufgehängt wurden. Als Schack 1862 weitere sieben Werke kaufte, veranlassten der Platzmangel, feuchte Wände im Pavillon sowie sein Wunsch, eine Gemäldesammlung aufzubauen, den Umbau des Gartenhauses. Dieser rechteckige, eingeschossige Bau mit einer antikisierenden Fassade, besaß eine Grundfläche von 8,90 x 5,90 Metern. Das Äußere des Gebäudes ist nur durch einen im Stadtarchiv München befindlichen Plan dokumentiert. Diese 1862 von Genelli in einem Brief an Schack bezeichnete „kleine Pinakothek“ wurde allerdings schnell zu klein. 1863 und 1864 erwarb Schack 43 Bilder, sodass ein größerer Bau notwendig wurde.</p><p>1865 entstand nach den Plänen des Architekten Heinrich von Hügel (1828–1899) ein einstöckiger Galeriebau mit neun aufeinanderfolgenden Oberlichträumen. Die klassizistische Fassade der Front wurde durch korinthische Doppelpilaster in neun vierteilige Rechtecke, die mittig mit Rosetten und Büsten geschmückt waren, gegliedert. Das nun knapp 35 Meter lange und 6 Meter breite Gebäude konnte nur durch die Verschmelzung mit dem Wohnhaus und den umstehenden Nebengebäuden realisiert werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde an zukünftige Besucher gedacht: Die Galerie konnte sowohl vom Wohnhaus als auch von Hof und Garten durch ein Vestibül betreten werden. Das Wohnhaus erhielt ebenfalls eine neue, durch den Architekten Heinrich von Hügel konzipierte Fassade, sodass ein stimmiges Gesamtbild entstand.</p><p>Bereits sechs Jahre später war auch dieser Galeriebau zu klein, denn Schack erwarb bis 1871 zusätzlich 158 Gemälde. Zudem drohte erneut hohe Luftfeuchtigkeit, die Bilder zu gefährden. Mit dem Ankauf der zwei benachbarten Grundstücke Brienner Str. 21 und 22 besaß Schack nun genug Platz, um einen Bau nach seinen Wünschen durch Lorenz Gedon (1844–1883) verwirklichen zu lassen. Dabei wurden die bereits bestehenden Gebäude miteinander verbunden und umgebaut. Durch die unterschiedlichen Höhen, Proportionen sowie gewünschten Dimensionen war dies ein komplizierter – und letztendlich teurer – Umbau, dessen Fertigstellung bis 1874 dauerte. Mittels einer gemeinsamen Fassadenfront im Neorenaissance-Stil mit zahlreichen dekorativen Elementen wurden die Häuser der Brienner Str. 19 und 22 verbunden. Das Erdgeschoss beider Anwesen diente nun als Wohn- und Arbeitsbereich. Durch einen Arkadengang seitlich des Hauses Nummer 19 gelangte man in die sogenannte „Alte Galerie“, gefolgt von einem Treppenhaus, das zu den weiteren Galerieräumen führte. Die „Neue Galerie“, ein einstöckiger Bau im maurischen Stil mit Oberlicht und neun großen Bogenfenstern, verband das Haus Nummer 22 nun mit dem rückwärtigen Haus Nummer 21. Dieses Hinterhaus wurde ebenfalls im maurischen Stil umgebaut und in die „Neue Galerie“ integriert. Besucher hatten nun die Möglichkeit, in dieser sechsteiligen AnlageWerke von vor allem Münchner Künstlern wie Arnold Böcklin (1827–1901), Anselm Feuerbach (1829–1880), Franz Lenbach (1836–1904) sowie Hans Marées (1837–1887) neben Kopien alter italienischer Meister, die größtenteils von Lenbach angefertigt wurden, zu betrachten.</p><p>Als Schack 1894 verstarb, erbte der deutsche Kaiser dessen Sammlung, mit der Bedingung, die Sammlung nicht zu trennen. Wilhelm II. (1859–1941) entschied sich, die Werke in München zu belassen und integrierte sie 1909 in den durch Max Littman (1862–1931) konzipierten Neubau an der Prinzregentenstraße, wo sich ab diesem Zeitpunkt auch die Preußische Gesandtschaft befand. Das Anwesen in der Brienner Straße wurde bis zu seiner Zerstörung durch einen Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs unterschiedlich genutzt: Zunächst erwarb der Künstler Franz Naager (1870–1942) das Grundstück und die Gebäude, anschließend dienten Teile der Räumlichkeiten als Ausstellungsräume, als Wohnraum sowie als Atelier der Hofglasmalerei F. X. Zettler.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-04-13T15:13:54+02:00</published>
    <updated>2023-10-20T08:41:31+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79</id>
    <author>
      <name>Cosima Dollansky</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Kunsthandlung Julius Böhler: Drehscheibe des internationalen Kunsthandels]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Fast über hundert Jahre wurden im Palais Böhler in der Brienner Straße Kunstwerke ausgestellt, verkauft und versteigert. Besucher:innen bewunderten hier Kunstschätze aus aller Welt, Händler:innen feilschten um Preise, Expert:innen rangen um Echtheitsfragen, Museumsleute hielten Ausschau nach Ergänzungen für ihre Sammlungen. Damit war das Palais Böhler ein Zentrum des einst weltberühmten Münchner Kunstmarktes.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/90dab6ef2180c660e834b457ac052dcc.jpg" alt="Wohn- und Geschäftshaus Julius Böhler, ca. 1916/1923" /><br/><p>Nach mehr als zwanzig Jahren waren die in der Sophienstraße 6, direkt gegenüber des Eingang des für die "Kunststadt" so bedeutsamen Glaspalastes gelegenen Räumlichkeiten des Hofantiquars Julius Böhler (1860–1934) zu klein geworden. 1903 erwarb Böhler deshalb ein Anwesen in der damaligen Brienner Straße 12 und beauftragte Gabriel von Seidl (1848–1913), ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Die bildnerische Ausschmückung der Fassade verantwortete der Münchner Bildhauer und spätere Akademieprofessor Julius Seidler (1867–1936). 1904 war das wie ein oberitalienischer Palazzo gestaltete Gebäude fertiggestellt. Im Erdgeschoss fanden mehrere Verkaufs- und Ausstellungsräume und ein großer Oberlichtsaal Platz. Der erste Stock war für die umfangreiche Privatsammlung vorgesehen; in den beiden oberen Etagen befand sich je eine geräumige Wohnung für die Familie Böhler.</p><p>Mit dem neuen Standort war Böhler in bester Gesellschaft anderer großer Kunsthandelshäuser, wie L. Bernheimer oder der Galerie Heinemann – Konkurrenz belebte auch schon damals das Geschäft. Mit dem Umzug in die Brienner Straße begann die Blütezeit der Kunsthandlung Böhler. Julius’ ältester Sohn Julius Wilhelm Böhler (1883–1966) trat 1906 als Teilhaber in das Geschäft ein; sein jüngerer Bruder Otto Alfons Böhler (1887–1950) folgte vier Jahre später. Von der Brienner Straße aus forcierten die Brüder die internationale Expansion; Otto Alfons gründete 1910 zusammen mit dem Kunsthändler Fritz Steinmeyer (1880–1959) die Kunsthandlung Böhler und Steinmeyer in New York, Julius Wilhelm initiierte 1919 zusammen mit Fritz Steinmeyer die Gründung der Kunsthandel AG in Luzern.</p><p>In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zählte die Kunsthandlung Julius Böhler zu den ersten Kunsthandelshäusern in Deutschland. Im Palais Böhler gingen internationale Museumsleute ein und aus, die mithilfe der Böhlers ihre Sammlungen erweiterten und verfeinerten; ebenso Sammler:innen, die ihre Häuser und Wohnungen mit repräsentativen Möbeln, bedeutenden Gemälden oder Plastiken, wertvollen Gobelins, glänzendem Porzellan- oder Silbergeschirr oder exotisch anmutenden Kunstobjekten aus aller Welt ausstatteten.</p><p>Nach dem Einbruch in Folge der Weltwirtschaftskrise erholten sich Umsatz und Gewinn in den 1930er Jahren, auch weil das seit 1928 von Julius Harry Böhler (1907–1979) geleitete Unternehmen – anders als die zahlreichen als „jüdisch“ diskriminierten Kunsthandlungen, die ab 1934 sukzessive verdrängt, enteignet und liquidiert wurden – von der antisemitisch motivierten Umstrukturierung des Kunstmarktes profitierte. Mit vier Auktionen, die Böhler zwischen 1936 und 1938 im großen Oberlichtsaal veranstaltete, weitete die Kunsthandlung zusätzlich ihr Geschäftsfeld aus. </p><p>Trotz der heftigen alliierten Luftangriffe auf die in unmittelbarer Nähe gelegenen Bauten der NSDAP rund um den Karolinen- und Königsplatz wurde das Gebäude nur leicht beschädigt, sodass das Geschäft in der Brienner Straße 12 auch nach Kriegsende fortgeführt werden konnte. 1956 übernahm Julius Gustav Böhler (1929–2010), der Urenkel des Firmengründers, die Kunsthandlung. Unter der Leitung von Florian Eitle-Böhler, seinem Neffen, zog das Unternehmen an den Starnberger See; nach hundert Jahren wurde damit der Stammsitz in der Brienner Straße aufgegeben. Das umfangreiche Archiv der Kunsthandlung ging 1995 an das Bayerische Wirtschaftsarchiv; seitdem stehen der Forschung dort die Lagerbücher und 35 laufende Meter Korrespondenz zur Verfügung. Rund 20 Jahre später verkaufte Eitle-Böhler dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte die ca. 30.000 Objektkarteikarten, über 8.000 Fotomappen und die knapp 4.000 Karten umfassende Kund:innenkartei.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/46">Für mehr (einschließlich 11 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-26T11:14:38+02:00</published>
    <updated>2023-12-12T13:40:52+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/46"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/46</id>
    <author>
      <name>Theresa Sepp</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Antiquariat Jacques Rosenthal: Ein „Global Player“ des Buchhandels in der Münchner Maxvorstadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f6eef5fc22d2b4b7137a8b497306bdf1.jpg" alt="Das Wohn- und Geschäftshaus des Antiquariats Jacques Rosenthal, 1915 " /><br/><p>Das imposante Haus in der Brienner Straße 26 (früher 47) wurde 1911 im Auftrag des Münchner Antiquars Jacques Rosenthal (1854–1937) errichtet. Mit diesem Neubau etablierte er sein 1895 gegründetes Antiquariat gezielt im neuen Zentrum des Münchner Kunsthandels. Die Brienner Straße hatte sich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zur führenden „Kunst- und Antiquariatsmeile“ entwickelt. Hier waren zahlreiche prominente Kunsthandlungen zu finden, wie die Galerie Caspari, die Kunsthandlung von Siegfried Lämmle, die Kunsthandlung von Julius Böhler, die Galerie Norbert Fischmann, die Ludwigsgalerie sowie die Kunsthandlung der Gebrüder Jordan & Co.
Besonders durch seinen umfangreichen Bestand an mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken hatte sich Jacques Rosenthal unter Bücherliebhabern und Kunstsammlern weltweite Bekanntheit erworben. Stolz trug er die Titel eines Preußischen und eines Bayerischen Hoflieferanten.
Sein Sohn, der promovierte Kunsthistoriker Dr. Erwin Rosenthal (1889–1981), erweiterte 1920 den geschäftlichen Radius mit der Gründung des Antiquariats L’Art Ancien in Lugano (ab 1929 in Zürich) und einer Kunstgalerie in Berlin (1920–1925).
Die nationalsozialistische Machtübernahme und die Umsetzung der antisemitischen Rassenpolitik traf die Familie Rosenthal schwer. So fiel die langgeplante Eröffnung einer hochkarätigen Ausstellung mittelalterlicher Handschriften des britischen Sammlers Chester Beatty am 1. April 1933 mit dem von den Nazis ausgerufenen „Tag des Judenboykotts“ zusammen. Der Enkel von Jacques Rosenthal, Albrecht Rosenthal, erinnerte sich, dass die Eingangstür des Geschäfts an der Brienner Straße durch SA-Wachen versperrt worden war und die Fensterläden geschlossen werden mussten. Die Besucher gelangten nur auf Schleichwegen durch den Hintereingang in die Ausstellungsräume.
Kaum zwei Jahre später im März 1935 sah sich Jacques Rosenthal letztlich genötigt, sein „stolzes“ Haus zu verkaufen. Der von ihm geplante Verkauf an die Witwen- und Waisenkasse wurde jedoch durch das Einschreiten der „Deutschen Arbeitsfront“ verhindert. Die DAF beanspruchte das Anwesen für sich und setzte sich im Juli 1935 als Käuferin durch. In unmittelbarer Nähe zum Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz war die Immobilie besonders bei den NS-Institutionen sehr begehrt. Das Antiquariat Rosenthal zog in wesentlich bescheidenere Räumlichkeiten in der Konradstraße 16. Fast zeitgleich wurde dem Sohn Dr. Erwin Rosenthal im August 1935 die Mitgliedschaft in der Reichskulturkammer verwehrt. Zudem wurde er aufgefordert, das Antiquariat innerhalb von vier Wochen zu schließen. Erwin Rosenthal protestierte gegen die Maßnahme und wies darauf hin, dass ein Verkauf seines Lagerbestandes von knapp 500.000 Büchern und 4.000 Drucken nicht nur den geschäftlichen Ruin für seine Firma bedeuten würde, sondern die Liquidation des Lagerbestandes auch einen Preisverfall auf dem deutschen Kunstmarkt zur Folge hätte. Auch wenn die Frist für die sofortige Liquidation vorerst ausgesetzt wurde, änderte dies nichts an der Sorge um die geschäftliche Existenz. Im Dezember 1935 zog er die Konsequenz und verkaufte das Antiquariat an den Mitarbeiter Hans Koch. Bereits im März 1936 emigrierte Erwin Rosenthal mit seiner Frau und den Kindern nach Florenz. Seine Eltern Jacques und Emma Rosenthal (1857–1941) zogen in das Hotel Regina am Maximiliansplatz, wo der Antiquar am 5. Oktober 1937 verstarb. Seiner Frau Emma Rosenthal gelang im Dezember 1939, nachdem unter größten Schwierigkeiten die hohen Summen für die „Reichsfluchtsteuer“ und die „Judenvermögensabgabe“ beglichen werden konnten, die Flucht in die Schweiz. Sie verstarb am 24. Juni 1941 in Küssnacht bei Zürich. Kurz zuvor hatten Erwin Rosenthal und seine Frau Margherita Visa für die USA erhalten.
Im Jahr 1958 sollte das Paar nach Europa zurückkehren. Sie verbrachten die Jahre bis zu ihrem Tod in Lugano. Die Antiquarsdynastie Rosenthal lebte weiter: Die Söhne Bernhard, Felix und Albrecht Rosenthal führten die Geschäfte in London, Zürich und Berkeley fort.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/44">Für mehr (einschließlich 9 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-23T14:42:49+02:00</published>
    <updated>2023-12-19T12:31:40+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/44"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/44</id>
    <author>
      <name>Franziska Eschenbach</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Wittelsbacher Palais: Residenz, Regierungssitz, Gefängnis: die 100-jährige Existenz eines neugotischen Gebäudes in der Münchner Innenstadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Friedrich von Gärtners nicht mehr erhaltenes rotes Backstein-Palais stand in den Jahren 1848–1944 mit vielen historisch wichtigen Ereignissen in Verbindung, die sich in München abspielten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/47957b890931d3a47a37bf5e1c06b921.jpg" alt="Luftbild des Wittelsbacher Palais mit NS-Flagge, ca. 1934–1936" /><br/><p>Das Wittelsbacher Palais entstand 1843–1849 auf einem Grundstück an der Brienner Straße Ecke Türkenstraße. Es war von Ludwig I. für seinen Sohn, den frischvermählten Kronprinzen Maximilian, vorgesehen. Das Gebäude schien von Anfang an ein Unglückskind zu sein. So war das Grundstück nicht die erste Wahl des Kronprinzen, der lieber vom Ort des heutigen Finanzgartens an der Von-der-Tann-Straße aus auf den Englischen Garten blicken wollte. Anschließend stellte sich das Problem des Entwurfes. Sowohl König Ludwig I. als auch der beauftragte Architekt Friedrich von Gärtner (1791–1847) waren vom Stil der „englischen Gotik“, den der Kronprinz bevorzugte, alles andere als angetan. Als Gärtner vier Jahre nach Baubeginn starb, übernahm Karl Friedrich Klumpp (1776–1852) – ein ehemaliger Schüler und Assistent Gärtners – die Baustelle. Doch die eine Million Gulden, die für den Ankauf des Grundstücks, den Bau und die Inneneinrichtung des Palais zur Verfügung gestellt wurden, gingen bald zur Neige. Leo von Klenze (1784–1864), der mit der Inneneinrichtung beauftragt wurde, schrieb 1849 an den nun amtierenden Maximilian II. „[...] dass zu der bewilligten Million noch mehrere hunderttausend Gulden durch Nachbewilligung kommen würden und als man sich später überzeugte, dass dies nicht geschehen würde, musste die Solidität der Konstruktion es büßen“ (zit. nach: Hederer 1976, S. 164). Die Solidität der Konstruktion war nicht das Einzige, das unter den schwindenden Finanzen des Projekts litt. Das geplante vierte Stockwerk wurde gar nicht erst gebaut, die Steintreppe im Eingangsbereich durch Holz ersetzt und die gesamte Inneneinrichtung äußerst spärlich gehalten. Als Höhepunkt dieser unglücklichen Baugeschichte kam hinzu, dass Maximilian II. das von ihm so gewollte und geliebte Palais niemals selbst bewohnte: 1848 wurde er zum König ernannt und an seiner statt nutzte der abgedankte Ludwig I. das Palais bis 1868 als Alterssitz. Im Anschluss wurde es von verschiedenen Mitgliedern der Familie Wittelsbach bis 1918 als Wohnpalast genutzt.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Monarchie 1918/1919 tagte hier der Aktionsausschuss der Münchner Räterepublik. Im Rahmen der vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen verlor das vormalige bayerische Königshaus das Wittelsbacher Palais 1923 an den Freistaat Bayern. In den darauffolgenden Jahren wurde das Gebäude unter anderem von der Universität München genutzt.
1934 errichtete die Bayerische Politische Polizei (später Gestapo) im Palais ihr Hauptquartier und ließ im Innenhof ein Gefängnis bauen. Im „Dritten Reich“ wurden hier Menschen interniert, verhört und gefoltert und auch die ersten Deportationslisten für den Holocaust geschrieben. Im Rahmen von Überlegungen, die Bebauung des Geländes den Vorstellungen der NS-Architekturästhetik anzugleichen, wurde Hitlers Vertrauensarchitekt für die Umgestaltung Münchens, Hermann Giesler (1898–1987), mit dem Entwurf eines Mausoleums für den Diktator beauftragt.
Bei einem Luftangriff im April 1944 wurde das Wittelsbacher Palais schwer beschädigt und die Inneneinrichtung komplett zerstört. Die Ruine wurde 1950 gesprengt und abgetragen, das von der Gestapo errichtete Gefängnis allerdings erst Mitte der 1960er Jahre. Ein Wiederaufbau des Wittelsbacher Palais wurde offenbar zu keinem Zeitpunkt erwogen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/31">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-07-25T16:26:52+02:00</published>
    <updated>2023-10-16T21:32:42+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/31"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/31</id>
    <author>
      <name>Laura Dorn</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
