<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-09-28T07:03:56+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Max-Joseph-Brücke:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/af8eda608157eb95d21e7f4c2c9684c1.jpg" alt="Zeichnung der Wiebeking&#039;schen Bogenbrücke, ca. 1811" /><br/><p>Eine erste einfache Holzbrücke bei Bogenhausen – damals die zweite Isarbrücke Münchens – wurde 1804 nach den Plänen von Adrian von Riedl errichtet. In den Jahren 1811/1812 ersetzte man sie durch die sogenannte Wiebeking'sche Bogenbrücke, ebenfalls aus Holz. Diese wurde bereits 1826 erneuert und immer wieder geflickt, bevor sie 1873 vom Isarhochwasser weggerissen wurde. Bis zum Bau eines Notsteges im Frühjahr 1874 richtete man eine Fähre für den Personenverkehr ein. Am 12. Oktober 1876 wurde schließlich eine eiserne Fachwerkbrücke mit dem Namen Max-Joseph-Brücke eingeweiht. Doch das Jahrhunderthochwasser im September 1899 zerstörte auch diese Brücke. Das Eisenbahn-Bataillon plante den Bau einer soliden Behelfsbrücke, wofür jedoch eine Arbeitszeit von mindestens einem halben Monat veranschlagt wurde. Als vorübergehende Lösung diente daher eine Pontonbrücke. Die heutige Max-Joseph-Brücke wurde am 1. September 1902 dem Verkehr übergeben. Der plastische Schmuck entstand nach Skizzen des Architekten Theodor Fischer, die künstlerische Ausführung übernahmen die Bildhauer Heinrich Düll und Georg Pezold (Luft und Wasser), Josef Flossmann (Erde) und Max Heilmaier (Feuer). Die vier Figurengruppen werden von jeweils zwei Reliefs flankiert. Im Scheitel des Brückenbogens sind Kartuschen mit dem Münchner Kindl von Jakob Bradl angebracht. Eine Beschreibung der neuen Brücke gibt die Zeitschrift „Kunst und Handwerk“ von 1907:  „Die Skulptur wächst aus der Architektur hervor; aus der in tektonischen Formen gebundenen Materie entwickelt sich organisches, symbolisches Leben. …. Zwischen zwei Pfeilern erhebt sich auf der Basis der Brüstung eine plastische Gruppe, und zwar auf der linken, östlichen Seite eine geflügelte weibliche Figur mit einem Putto, der in ein Horn bläst. In den Reliefs auf den beiden Pfeilern nebenan erwecken ein fliegender Adler und eine Windmühle die Vorstellung von Luft und Wind. Ein anderes Naturelement – das Feuer – ist gegenüber in der Gestalt des Prometheus, eines jugendlichen nackten Mannes mit einem kräftig gebildeten Rücken und sehnigen Beinen verkörpert. Mit der rechten Hand hält er eine brennende Fackel, die Linke umfasst ein altes Götterbild; ein Zeus-Adler umschließt mit seinen mächtigen Schwingen das Ganze. Auf den nächsten Pfeilern ist ein Feuersalamander und ein Vogel Phönix in den Stein gemeißelt. In einer liegenden weiblichen Figur ist die Mutter Erde, die ihr Kind mit ihren Früchten nährt, dargestellt. Durch die entsprechenden Begleitbilder auf den Pfeilern: ein paar Hasen im blühenden Kohl und einem Vogel im Korn, wird dieses Thema vertieft. Am westlichen Ende der Brücke wird ein feister Mann mit einem Fischleib dargestellt, der auf seinem breiten Leib ein Nixlein sitzen hat. Das ungleiche Paar, der biedere fette Alte und das zarte Mägdelein, die vergnüglich auf den Wogen schwimmen, gewinnt jedem ein Lächeln ab. Daneben sind auf den Pfeilern Prachtexemplare von Fischen zu sehen. Alles deutet auf das flüssige Element.“</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/263">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-17T16:39:40+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:49:14+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/263"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/263</id>
    <author>
      <name>Karin Bernst</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[The Kabelsteg bridge: A Jugendstil bridge with a secret function]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>The Kabelsteg is an important protected monument today , but it was originally a by-product of the reconstruction work on the Muffatwerk power station in 1898. At first glance, it might seem like a simple pedestrian bridge, but its purpose extends beyond carrying people across the river.  Hidden beneath its slabs are cables that transmitted energy from the Muffatwerk power station across the Isar to the city center. The bridge itself served as a conduit for these cables. This electricity was essential for powering the street lamps and later also supplied energy for the city´s trams.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ed286bc3a7cf44339bf1e019ee11a64b.jpg" alt="The Kabelsteg bridge, 2007" /><br/><p>The construction of the 37.50-meter-long and 4-meter-wide two-basket-handle arch bridge, made of reinforced concrete, was based on a design by Adolf Schwiening and Aquilin Altmann from the City Planning Authority (Stadtbauamt). Originally, the bridge was clad with shell-bearing limestone, which was later removed during renovation work. The opening between the two arches reduces weight and improves flood resistance by allowing water to flow through. The construction was carried out by the Wayss & Freytag company, which was founded in 1875 by Conrad Freytag and later joined by Gustav Adolf Wayss. In 1884, Conrad Freytag acquired a patent for reinforced concrete developed by Joseph Monier (22.12.1880), marking the beginning of a new era for reinforced concrete in Germany. The company undertook numerous projects during this time and remains active today. Its work can be found all over the world, including the first skyscraper in Buenos Aires – Argentina (<i>Caja Internacional Mutua de Pensiones</i>), and the Imperial Hotel in Karlovy Vary. The Kabelsteg was the second reinforced concrete bridge built in Munich, following the Ludwig-Ferdinand-Brücke over the Nymphenburg Canal, which was the first.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/199">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-12-10T10:02:18+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:05:03+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/199"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/199</id>
    <author>
      <name>Annabel Cuenca</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Pallas Athene auf der Maximiliansbrücke: Ein Bildnis der Antike im Herzen Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Stadtbild Münchens ist geprägt von Antikenbezügen in Architektur und Bauschmuck. Bei einem</p><p>Spaziergang durch die Stadt stößt man auf antikisierende Fassaden und Charaktere der antiken Mythologie. So ist die Maximiliansbrücke im Herzen Münchens mit einer kolossalen Pallas Athene geschmückt. Die Brücke verbindet Münchens Altstadt über die Maximiliansstraße mit dem Maximilianeum und dem urbanen Osten. Vielen ist die Skulptur der Pallas Athene daher schon begegnet, aber nur wenige kennen ihren Hintergrund.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8a0f68ab047a7f55c41feafa384856e3.jpg" alt="Die Pallas Athene von Franz Drexler auf der Maximiliansbrücke, 1906" /><br/><p>Bereits vor über 100 Jahren, genauer 1906, wurde das monumentale Bildnis der Pallas Athene auf der Maximiliansbrücke geweiht. Im Rahmen des großen Münchner Brückenbauprogramms in den Jahren 1903–1905 wurde die innere Brücke unter Beibehaltung der bereits bestehenden Konstruktion auf 22 m erweitert, um das steigende Verkehrsaufkommen zu regulieren. Den bisherigen Natursteingewölben wurden Anfügungen aus Beton angesetzt und die gesamte Brücke mit Muschelkalk verkleidet. Die äußere Brücke wurde nach einem Entwurf von Friedrich von Thiersch (1852–1921) in Form zweier Dreigelenkbögen aus Muschelkalk erbaut. Die beiden Brückenteile wurden stilistisch aneinander angeglichen, indem die Brüstungen zwischen den Pfeilern eine Füllung in Form von verzweigtem Rankenwerk erhielten.  Prominent am Brückenpfeiler der äußeren Brücke treffen Passant:innen auf die Pallas Athene. Auf dem nördlichen Pfeilerkopf positioniert blickt sie gen Süden über die Isar und die Maximiliansstraße. Ursprünglich in getriebenem Kupfer gefordert, wurde sie letztlich wie die Brücke, auf der sie sich befindet, aus Muschelkalk gefertigt. Der Künstler ist Franz Drexler (1857–1933), ein niederbayerischer Bildhauer, der seit dem Erlangen des Münchner Bürger- und Heimatrechts 1888 hauptsächlich hier tätig war. Der Fokus seines Oeuvres liegt auf christlicher Kunst. Für die Maximiliansbrücke fertigte er allerdings eine antike Gottheit. Athena, eine der zwölf olympischen Gottheiten, wird in der griechischen und römischen Antike (römisch: Minerva) besonders als Göttin der Kampfkunst und der Weisheit verehrt. Daneben wird ihr noch das Handwerk als Zuständigkeitsbereich zugeschrieben. Drexler scheint mit den antiken Darstellungen der Athena vertraut gewesen zu sein. Im Großteil ähnelt sie dem bereits in der Antike etablierten Bildkanon. Die Göttin trägt einen bodenlangen Peplos, ein typisches Frauengewand der Antike, und darüber einen Mantel. Um die Taille gegürtet und den Stoff gerafft, trugen griechische Bürgerinnen diese Kleidung, aber auch Athena wird mit diesem Gewand dargestellt. Über dem Peplos trägt sie die sogenannte Ägis, einen Brustschutz, in stilisierter Form mit Schuppen ausgestaltet. Ihre Brust ziert das Gorgoneion, das Haupt der Gorgo Medusa. Ihr Kopf mit den vier Schlangen hat eine apotropäische Funktion und hält Böses fern. Auch auf den Brustpanzern römischer Kaiser oder auf Schilden von Kriegern kann das Gorgoneion angebracht oder aufgemalt sein. Gemäß ihrer Rolle als Göttin der Kampfkunst trägt sie auf ihrem Kopf einen Helm mit prächtigem Helmbusch. In ihrer linken Hand hält sie eine Kugel, die mit einer Nike, der geflügelten Siegesgöttin, bekrönt ist. Diese wiederum hält zwei Siegeskränze in ihren Händen. Das Attribut der Nike findet sich auch in der antiken Bildkunst, wie am Beispiel der berühmten Athena Parthenos des Bildhauers Phidias. Soweit, so antikengetreu. Folgt man der typischen Darstellungsweise einer antiken Athena, so wäre in ihrer rechten Hand eine Lanze oder ein Schild zu erwarten. Diese neuzeitliche Athena allerdings hält in dieser Hand Zweige. Auffallend individuell sind zudem die Gesichtszüge gestaltet. Mit einer zeitgemäßen Frisur – die Locken in Jugendstilmanier ornamental eingedreht – ist hier modellhaft Frieda Thiersch abgebildet, die Tochter des Konstrukteurs der Maximiliansbrücke, Friedrich von Thiersch. Beim nächsten Besuch der Maximiliansbrücke kann die Pallas Athene nun mit anderen Augen und mit der Frage betrachtet werden, wieso eben diese Figur aus der griechischen Mythologie zum Schmuck der Brücke gewählt wurde. Sollte sie die Stadt München mit ihren wachsamen Augen im Blick behalten und mit ihrer Kampfkunst schützen? Oder reiht sie sich ein in klassizistische und neoklassizistische Werke, die den Bezug zur Antike verkörpern? Im Vergleich zum Bauschmuck anderer Isarbrücken lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Pallas Athene mit ihrer Herkunft aus der antiken Mythologie ein Unikat ist.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/108">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-16T16:19:07+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:26:58+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/108"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/108</id>
    <author>
      <name>Vanessa Heiduck</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Prinzregentenstraße: Die letzte Prachtstraße Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die 1891 angelegte Prinzregentenstraße ist die letzte nach einem Herrscher benannte Prachtstraße Münchens. Im Gegensatz zur Ludwigs- und Maximilianstraße, die ebenfalls dem Herrscher huldigen, handelt es sich hier jedoch in deutlich geringerem Maße um die künstlerische bzw. architektonische (Selbst-)Repräsentation des Regenten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/072560378365377854958d32a079f9c6.jpg" alt="Das Bayerische Nationalmuseum an der Prinzregentenstraße, 1972" /><br/><p>Tatsächlich war die Planung und Entstehung der nach dem Prinzregenten Luitpold von Bayern (1821–1912) benannten Prachtstraße weitgehend Sache der Stadt. Die Neuregelung des Bodeneigentums im Zuge der Bauernbefreiung in Bayern im 19. Jahrhundert hatte den absolutistischen Urbanismus unterbunden und die monarchische Verfügungshoheit im Bereich der Stadtplanung sehr stark eingeschränkt. Die dringenden Aufgaben wie Planung der wachsenden öffentlichen Infrastruktur, die Anlage neuer Straßen für die Stadterweiterung, sowie das Anlegen von Wasserleitungen und der Kanalisation wurde zunehmend von der Stadt selbst übernommen. Natürlich spielten die monarchischen Wünsche der Repräsentation eine Rolle, jedoch waren diese bei der Prinzregentenstraße nicht mehr allein bestimmend. Der neue Straßenzug entstand daher im Rahmen der Stadterweiterung Münchens und der Eingemeindung Bogenhausens auch als bewusste Schaffung einer neuen großen Zufahrtstraße. Wenngleich die Lage der Prinzregentenstraße – in der Nähe der Residenz, der Regierungsgebäude und des Hofgartens, sowie ihr Ausgangspunkt am Prinz-Carl-Palais – auf ideale Voraussetzungen für eine klassische Prachtstraße im monumentalen Stil ihrer Vorgänger hinweist, entwickelte sich hier zur Prinzregentenzeit ein moderner Stadtbau. Der Name Prinzregentenstraße wurde von den Stadtplanern nicht ohne Hintergedanken gewählt. Diese Huldigung des Prinzregenten Luitpold machte es einfacher, seine Zustimmung für das Bauen in unmittelbarer Nähe der höfischen Bauten zu erhalten. Während die anderen Prachtstraßen rein aus höfischen Geldern finanziert wurden, beschränkte sich der finanzielle Beitrag des Prinzregenten Luitpold auf den Bau der Luitpoldbrücke. Die Brücke wurde am 12. März 1891, anlässlich des 70. Geburtstags des Monarchen, gestiftet, die Stahlbrücke wurde jedoch bereits 1899 durch ein Hochwasser zerstört. Der heutige steinerne Neubau der Luitpoldbrücke wurde ebenfalls vom Prinzregenten finanziert und 1903 fertiggestellt. Die Statuen auf der Brücke stehen allegorisch für die vier Stämme Bayerns: Bayern, Schwaben, Franken und die Pfalz. Unterhalb der beiden Figuren auf der linken Uferseite wurde die Inschrift: „Luitpold Prinzregent von Bayern liess diese Brücke erbauen. Seiner Lieben Haupt und Residenzstadt Muenchen 1900 – 1901.“ eingemeißelt. Der monumentale Straßenzug der Prinzregentenstraße dokumentiert den Übergang der Selbstrepräsentation des Wittelsbacher Königshauses zur kommunalen Stadtplanung. Seit der Anlage des Straßenzuges wurden dort viele Monumente, Museen, Theater, Sammlungen und Künstlervillen errichtet. Dazu gehören beispielsweise das Friedensdenkmal (auch „Friedensengel“ genannt), das Bayerische Nationalmuseum, das Prinzregententheater, die Sammlung Schack, die Villa Stuck und – mehrere Jahrzehnte später – das Haus der Deutschen Kunst.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/61">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-01-30T14:10:17+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T12:50:06+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/61"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/61</id>
    <author>
      <name>Valérie Meßner</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Luitpoldbrücke: Geschenke des Prinzregenten und eine Kommune im Schlachthofviertel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bd4c2942dbc9b2b663de6021cdd0eedc.jpg" alt="Luitpoldbrücke, Personifikation der Pfalz" /><br/><p>„<i>Als der Höhepunkt der furchtbaren Heimsuchung, welche die Stadt München in diesen Tagen durch eine in solchem Umfange bisher noch niemals eingetretene Hochwasser-Katastrophe getroffen, wird in der hiesigen Bevölkerung allgemein der Untergang der monumentalen Luitpoldbrücke, des hervorragenden Bauwerks angesehen, welches Se. kgl. Hoheit der Prinz-Regent anläßlich der Feier Allerhöchstseines 70. Geburtsfestes zu errichten beschlossen und im November 1893 der Stadtgemeinde München schenkunsgweise übergeben ließen</i> …“ (Allgemeine Zeitung, 18. September 1899, S. 5). Mit diesen Worten begann Wilhelm Ritter von Borscht, Erster Bürgermeister von München, die Lagebesprechung nach den dramatischen Ereignissen vom 14. September 1899: Ein katastrophales Hochwasser hatte die Stadt heimgesucht und große Schäden an Uferbefestigungen und Wehren aber auch in den Maximiliansanlagen und den Isarauen verursacht. Zudem wurden fast alle Brücken schwer beschädigt. Vollständig von der Kraft der Wassermassen zerstört wurden die Max-Joseph-Brücke und die Luitpoldbrücke, die erst wenige Jahre zuvor der Stadt übergeben worden war. Schon zwei Jahre nach der Flut wurde auf Geheiß des Prinzregenten Luitpold eine neue Brücke errichtet, die künstlerische Gestaltung wurde dem Architekten Theodor Fischer (1862–1938) übertragen. Eindrücklich zeugt die hohe steinerne Einfassung des Ufers noch heute von den Bemühungen, durch Regulierung des Flusses die neue Brücke vor künftigen Hochwassern zu schützen. Geprägt wird das Erscheinungsbild durch die Verkleidung des gesamten Bauwerks mit Naturstein, hellgrauem Muschelkalk aus bayerischen Steinbrüchen. Die Zwickel des Brückenbogens sind mit Lorbeerkränzen mit dem Monogramm Luitpolds geschmückt, auf dem Scheitel ist im Süden ein kupfernes Königswappen angebracht, im Norden ein Brustbild des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk. Auf beiden Uferseiten wird die Zufahrt auf die Brücke von in die Brüstung eingefügten Sockeln mit Liegefiguren der vier bayerischen Stammesgebiete flankiert: Rechts der Isar handelt es sich um Franken und um Schwaben, auf der der Innenstadt zugewandten Seite um Bayern und um die Pfalz. In der Photothek des ZI finden sich Aufnahmen der Luitpoldbrücke aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein aufgrund der Inventarnummer in das Jahr 1972 zu datierendes Foto der Personifikation der Pfalz verdient dabei besonderes Augenmerk, da sich auf dem Sockel ein Hinweis auf ein kurioses Kapitel der Münchner Stadtgeschichte befindet – der schwarze Schriftzug „Heiduk“. Lange bevor München Mitte der 1980er Jahre zur Geburtsstadt der deutschen Graffiti-Bewegung wurde, trieben schon einmal Sprüher ihr Unwesen in der Stadt. Ende der 60er Jahre tauchte, zunächst vermehrt auf Hauswänden im Süden Münchens, das rätselhafte Wort „Heiduk“ auf, von Unbekannten über Nacht mit schwarzer Sprühfarbe angebracht. Spätestens nachdem die Münchner Boulevardzeitung <i>tz</i> nach dem Ursprung des geheimnisvollen Wortes fahndete, verbreitete sich das Phänomen mit Hilfe einiger Nachahmer über die ganze Stadt. Theorien über die Urheber und die Bedeutung wurden der Zeitung zahlreich zugesandt: So vermutete man, dass Untergrundbewegungen oder Fussballfans, Gesellschaftskritiker oder gar ein betrunkener Einzeltäter für die Schmierereien verantwortlich seien. Ein kürzlich aus der Haft entlassener Leser erkannte in der Aktion gar eine Solidaritätsbekundung für einen ehemaligen Mithäftling namens Heiduk. Letztlich wurde das Rätsel von den Urhebern selbst gelöst, eine Kommune aus der Adlzreiter Straße hatte sich einen Spaß erlaubt. Der Münchner Presse erzählten sie, dass sie die an so viele leere Symbole glaubende Gesellschaft mit einem erfundenen Symbol auf den Arm nehmen wollten – von den Schmierereien auf den Hauswänden distanzierten sie sich freilich. Erhalten hat sich dieses Zeitzeugnis dank einer Fotokampagne zur Erfassung der Architektur in München – Münchner Baukunst des 19. Jahrhunderts, darunter die Fassaden von Bürgerhäusern und die Münchner Kirchen –, die ab 1971 über mehrere Jahre vom ZI durchgeführt wurde.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/43">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-22T11:34:36+02:00</published>
    <updated>2026-07-14T12:03:06+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/43"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/43</id>
    <author>
      <name>Johannes Griebel</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
