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    <title type="html"><![CDATA[Das „Wiener Café Stefanie“: Sehen und gesehen werden – ein Treffpunkt der Kunstszene Münchens um 1900]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um 1900 galt das Café Stefanie in der Maxvorstadt als beliebter Treffpunkt der Bohemiens, besonders der Literat:innen und Kunstschaffenden Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/48d14dfd314d561e032ed9b562e385fd.jpg" alt="Außenansicht des Café Stefanie, um 1905–1910" /><br/><p>„<em>Irgendwo im Haus und im Himmel mußte ein Elektrizitätswerk sein. Die Gäste, angeschlossen an den Starkstrom, zuckten unter elektrischen Schlägen gestikulierend nach links und nach rechts und vor und von den Polsterbänken hoch, fielen ermattet zurück und schnellten mitten im Satz wieder hoch, die Augen aufgerissen im Kampf der Meinung über Kunst.</em>“ (Frank 1963, S. 11).</p><p>Leonhard Frank beschrieb mit diesen Worten das pulsierende Innere des „Wiener Café Stefanie“. Das legendäre Kaffeehaus wurde 1895 in dem Eckhaus an der Amalienstraße / Theresienstraße eröffnet und galt als beliebter Treffpunkt der Literat:innen, Kunstschaffenden und Studierenden. Als eines der wenigen Cafés Münchens durfte es sogar bis 3 Uhr nachts geöffnet haben. Auch wenn das Gebäude bei einem Fliegerangriff am 6./7. September 1943 gänzlich zerstört wurde, bleiben die Erzählungen, Zeichnungen und Karikaturen als bleibende Erinnerungen des Cafés im Gedächtnis der Stadt verankert. Das Mobiliar glich einem von vielen Cafés im Wiener-Kaffeehaus-Stil – Spiegelwand und Holzvertäfelungen, runde Marmortische, geschwungene Thonet-Stühle und ein Billardtisch –, doch besonders die (Stamm)Gäste galten als spezifisches Charakteristikum des Café Stefanie und trugen zu seiner Beliebtheit bei. Hier fühlte sich vor allem die sogenannte Schwabinger Bohème heimisch, Personen mit einer bestimmten freigeistigen Mentalität, einem unkonventionellen Lebensstil und einer exzessiven Lebensweise. Man frequentierte regelmäßig die zahlreichen Kneipen, Kleinkunstbühnen und Cafés – allen voran das Café Stefanie – in der Maxvorstadt. Viele Künstler:innen nutzten das „Café Größenwahn“, wie das Kaffeehaus im Volksmund genannt wurde, als Wohn- und Arbeitszimmer. Es war Knotenpunkt einer exzeptionellen Infrastruktur des künstlerischen Lebens: die Akademie, die Ateliers und die Museen waren ebenso nah wie Verlage, Fotograf:innen, Kunstvereine, Kunsthandlungen oder satirische Zeitschriften wie „Simplicissimus“ oder „Jugend“.</p><p>Einige Gäste im „Café Größenwahn“ waren beispielsweise die Zeichner und Karikaturisten Henry Bing, Hanns Bolz und Ernst Stern sowie die Maler:innen Lovis Corinth, Franz Marc, Paul Klee, Alfred Kubin, Marianne von Werefkin, die Schriftsteller:innen Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, Klabund, Heinrich Mann, Erich Mühsam, die Diseuse Marya Delvard, und die Personifikation des Bohèmelebens schlechthin – Franziska Gräfin zu Reventlow (1871–1918). Viele der Gäste kamen bei einer Melange und einem Glas Wasser im Café zum ersten Mal miteinander in Kontakt, ganze Gruppierungen und (Künstler)kreise entstanden hier. Beispielsweise traf sich die Kabarettgruppe der „Elf Scharfrichter“ im „Wiener Café Stefanie“ und auch die Mitglieder des Blauen Reiters verweilten dort.</p><p>Man hat im „Café Größenwahn“ leidenschaftlich philosophiert und debattiert, über Kunst und Literatur diskutiert sowie Schach gespielt und gezeichnet und zugleich bleibende Erinnerungen an das „Wiener Café Stefanie“ geschaffen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/32">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-07-29T11:27:17+02:00</published>
    <updated>2025-05-19T10:44:24+02:00</updated>
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      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Luitpold: Kaffeepalast und Künstlertreff<br />
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    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c4a3fdc9f17f511b6f50ec74a16a0b64.jpg" alt="&quot;Gruß aus München&quot;, 1900" /><br/><p>Was in Wien das Café Sacher ist, war vor dem Zweiten Weltkrieg das Café Luitpold in München. Die prachtvollen Kaffeehäuser der k. u. k. Monarchie wie das Wiener Café Central waren auch das Vorbild, nach dem der Münchner Architekt Otto Lasne (1854–1935) das Luitpold gestaltete. Er nutzte dabei den Innenhof eines neuen Gebäudekomplexes, den er durch den Umbau von sieben Häusern zwischen Brienner Straße und Salvatorplatz 1886–1888 geschaffen hatte.</p><p>Am 1. Januar 1888 eröffnete mit Genehmigung des namensgebenden Prinzregenten das Café und Restaurant als Palast im Stil des Historismus mit prachtvollen Sälen mit dem Dekor von Neorenaissance, -barock und -rokoko, das angeblich Platz für 1200 Gäste bot. Wand- und Deckengemälde, schwarzer Marmor, Gold, Skulpturen und Brunnen beeindruckten die Besucher, ebenso wie die elektrische Beleuchtung aller Säle. Neben Palmengarten und Tanzsaal war der Billardsaal mit 14 Tischen eine besondere Attraktion, es war damals der größte im Deutschen Reich. Angehörige des Königshauses verkehrten im Luitpold ebenso wie Künstler und Schriftsteller. Die mit dem künstlerischen Niveau unzufriedenen Mitglieder der Münchener Künstlergenossenschaft gründeten hier unter der Leitung von Hugo Bürgel die sog. „Luitpold-Gruppe“, um an der VII. Internationalen Kunstausstellung 1897 im Münchner Glaspalast mit eigenen Räumen, Jury und Hängekommission teilzunehmen. Die sich als Elite verstehende Künstlervereinigung, die jedoch kein künstlerisches Programm aufgestellt hatte, war trotz zweier Spaltungen bis ins 20. Jahrhundert auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsent.</p><p>Am 18. Oktober 1899 wurde in den Festsälen des Café Luitpold der Erste Bayerische Frauentag eröffnet, auf dem über die Ideale der Frauenbewegung und den Zweck des Mädchengymnasiums gesprochen wurde. </p><p>Prominente Gäste aus der Welt der Bildenden Kunst und Literatur waren Wassily Kandinsky, Thomas Mann, Stefan George, Frank Wedekind, Henrik Ibsen, Christian Morgenstern, Ludwig Thoma und Ludwig Ganghofer. </p><p>Im Luitpoldblock, wie der Gebäudekomplex nach dem Café benannt wurde, befand sich auch die Kunsthandlung Hans Goltz, in der 1912 die „Zweite Ausstellung der Redaktion Der Blaue Reiter“ stattfand, in der 300 Arbeiten auf Papier u. a. von Kandinsky und Paul Klee gezeigt wurden.</p><p>Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Luitpold zum Konzertcafé: Richard Strauss, Johann Strauß d. J., Paul Lincke, Georges Boulanger (Gheorghe Pantazi) und viele andere bekannte Musiker gastierten hier und begeisterten das Publikum. Am 24. Mai 1930 führte das Luitpold das erste Straßencafé in München ein: Unter Sonnenschirmen und Palmen wehte nun ein Hauch von Riviera durch die Brienner Straße. </p><p>Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Gebäude so schwer, dass ein Wiederaufbau der alten Pracht unmöglich erschien. So wurde das Luitpold 1948 in stark vereinfachter Form als bürgerliches Restaurant wiedereröffnet, allerdings war diesem kein Erfolg beschieden und so wurde es 1960 geschlossen. 1962 konnte dann nach tiefgreifender Modernisierung und unter neuer Leitung die Wiedereröffnung gefeiert werden. Ein berühmter Gast war auch Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, der dem Luitpold eine mehrseitige Hommage widmete: Er schrieb 1963 ins Gästebuch: „Ich glaube, ich wohne hier“. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/15">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-03-15T13:34:32+01:00</published>
    <updated>2025-05-19T10:45:15+02:00</updated>
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      <name>Esther P. Wipfler</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Fink: – die ehemalige „Malerkneipe“ an der Frauenkirche<br />
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    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Heute kaum noch bekannt, war das einstige Café Fink in der Löwengrube Nr. 1 in den 1830er Jahren ein beliebter Treffpunkt der Künstlerschaft des Münchner Kunstvereins. Hier wurde in ungezwungener Atmosphäre Bier getrunken, geraucht, gesungen und debattiert.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/74d581e8e6cea3f341adc3ee33bbf572.jpg" alt="„Kunstnere i Fincks Kaffehus i München (Künstler in Finks Kaffeehaus in München)“" /><br/><p>Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Münchner Kaffeehäuser zu Begegnungsstätten von Künstlern und Intellektuellen.
„<em>Eines der interessantesten </em>[Kaffeehäuser]<em> ist das Fink’sche, die sogenannte Malerkneipe, vor dem Carlsthore. Hier versammeln sich die jungen Maler, und oft schon sind Genrebilder mit dem Beifall der Kunstwelt beehrt worden, deren Originale in diesem unansehnlichen Winkel zusammengedrängt sitzen. […]</em>.“ So beschrieb der deutsche Publizist August Lewald (1792–1871) in seinem 1835 erschienenen „Panorama von München“ (Bd. 2, S. 186f.) Josef Anton Finks Kaffeehaus.
Im Kreuzviertel, in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche gelegen, war das Café Fink eines der Stammlokale der Künstler des Münchner Kunstvereins, der sich 1823 in Konkurrenz zur „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“ gegründet hatte.
Laut der „Qualifikations-Tabelle der Kaffee-Häuser der königl. Haupt- und Residenzstadt München“ von 1835 (<a href="http://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=308791">Stadtarchiv München, GEW-0119</a>) verfügte das vielbesuchte Kaffeehaus über „<em>zwei tapezirte und elegant meublirte Zimmer</em>“, Bedienung und Bewirtung seien von bester Qualität und der „<em>Ton sehr anständig</em>“. Das Publikum setze sich aus „<em>Künstlern, Individuen vom jüng. Beamtenstand</em> [und] <em>einigen Studenten</em>“ zusammen.
Ab 1830 etablierte sich im Café Fink um den Hamburger Maler Christian Morgenstern (1805–1867) ein beliebter Künstlerstammtisch, der nicht nur von Münchner, sondern besonders auch von norddeutschen und dänischen Künstlern frequentiert wurde.
Gäste und Interieur des Kaffeehauses wurden von den Künstlern in Skizzen und Gemälden festgehalten. Eines der eingangs erwähnten Genrebilder, das auf der Ausstellung im Kunstverein München 1832 große Aufmerksamkeit erregt hatte und später vom dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen erworben wurde, war ein Gemälde des jungen dänischen Malers Wilhelm Ferdinand Bendz (1804–1832). Dessen Kaffeehausszene zeigt die Künstlerrunde um einen großen Tisch versammelt, unter ihnen Christian Morgenstern, Wilhelm von Kaulbach und Bendz selbst.
Über die Anfänge des Cafés ist kaum etwas bekannt. Das Eckhaus in der Löwengrube war Teil des sogenannten ehemaligen Augustiner Mietstockes. Bis zu seiner Aufhebung 1803 hatte das Augustinerkloster den ganzen Block zwischen Neuhauser-, Ettstraße, Löwengrube und Augustinerstraße eingenommen und zur Bestreitung seines Unterhalts zwischen 1724 und 1727 Einzelwohnhäuser erbaut, die an Privatleute vermietet wurden. Nach der Säkularisation wurden die Häuser, darunter auch das Eckhaus, verkauft. Wohl spätestens Ende der 1820er Jahre beheimatete es das Kaffeehaus von Josef Anton Fink, der das Gebäude 1837 schließlich auch ersteigerte. Das einst bei Künstlern aller Art beliebte „Café Fink“ gibt es längst nicht mehr. Nach Finks Tod wechselte es zunächst innerhalb der Familie den Besitzer. Im Stadtführer „Acht Tage in München […]“ wird es zu jener Zeit als „g<em>eschmackvoll restaurirt</em>“ beschrieben (7. Aufl., München 1857, S. 21). Um 1860 übernahm der Cafetier Karl Riederer (1819–1884) die Lokalität, die daraufhin unter seinem Namen firmierte. Angeregt durch die Kontakte mit den zahlreichen Künstlern gab er jedoch seine Tätigkeit auf und versuchte sich selbst als Bildhauer. Er schuf dabei insbesondere Nippsachen, Salonplastiken und Reiterstatuetten.
Im Jahr 1868 erwarb der vorher in Paris tätige Cafétier Adolf Baumann das Kaffeehaus und führte es fortan unter dem Namen „Café Baumann“. Später übernahmen dessen Frau bzw. Tochter die Führung, bevor es 1923 endgültig seine Tore schloss. Ab 1925 war die Deutsche Reichspost hier untergebracht. Heute befindet sich in einem Neubau an der Stelle der früheren „Malerkneipe“ ein Teil der Polizeiverwaltung und des Polizeipräsidiums.
</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/10">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2021-12-14T15:06:19+01:00</published>
    <updated>2025-05-19T10:44:47+02:00</updated>
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      <name>Krista Profanter</name>
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