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    <title type="html"><![CDATA[Das Symposium Kunst und/von Frauen, 1982: Eine Akademie ohne Professorinnen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Akademie der Bildenden Künste ist ein prestigeträchtiger Ort. Veranstalter des Symposiums <i>Kunst und/von Frauen </i>ist jedoch nicht der in dieser Zeit ausnahmslos männlich besetzte Lehrkörper. Stattdessen ist die Textilkünstlerin und Bibliothekarin Heidrun Schimmel Initiatorin und Organisatorin. Unterstützt wird sie von Komplizinnen der Malgruppe <i>WeibsBilder</i> (Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Alrun Prünster Soares, Sara Rogenhofer und Ursula Strauch-Sachs). Eine Geschichte, die es wiederzuentdecken gilt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f3a7ef1315178ef6554135cab29b89af.jpg" alt="Miriam Cahn im Gespräch" /><br/><p>Eine wichtige, jedoch lange in Vergessenheit geratene Station der zweiten Welle der Frauenbewegung im deutschsprachigen Raum war das Symposium <i>Kunst und/von Frauen</i>, das 1982 an der Akademie der Bildenden Künste München stattfand. Vom 17. bis zum 28. Mai war die Historische Aula tagsüber und abends Schauplatz eines vielfältigen Programms aus Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen, Konzerten und Podiumsdiskussionen zum Thema Künstlerinnenschaft. Neben bereits damals profilierten Persönlichkeiten wie der Künstlerin VALIE EXPORT, der Kuratorin Margarethe Jochimsen und der Kunstkritikerin Gislind Nabakowski nahmen auch Personen teil, die damals erst am Anfang ihrer Karriere standen, jedoch in kurzer Zeit wegweisende Spuren in ihren jeweiligen Feldern hinterlassen sollten. Zu ihnen gehörten Renate Berger, Miriam Cahn, Jula Dech, Erica Pedretti, Heide Göttner-Abendroth und Gertraud Schottenloher. Anfang der 1980er Jahre trat die Frauenbewegung in eine neue Phase der Utopie und Solidarität ein. Bereits 1977 gründeten die Münchner Künstlerinnen Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Alrun Prünster Soares, Sara Rogenhofer und Ursula Strauch-Sachs die Malgruppe <i>WeibsBilder</i>. In dieser erkundeten und erprobten sie eben jene Utopie und Solidarität – sowohl im Hinblick auf den Malprozess als auch auf die Infragestellung stilistischer Konventionen. Im Herbst 1981 wandte sich Heidrun Schimmel, Textilkünstlerin und Bibliothekarin der Akademie, an die <i>WeibsBilder</i> mit der Idee, ein großes Symposium zu diesem Thema zu konzipieren und eine Liste der einzuladenden Personen zu erstellen. Dank ihrer Beharrlichkeit und Vernetzung rief Schimmel die Veranstaltungsreihe innerhalb weniger Monate ins Leben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/329">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-14T11:07:49+02:00</published>
    <updated>2026-07-09T13:00:54+02:00</updated>
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      <name>Beniamino Foschini</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Am Glockenbach 10: Das erste Schwulenzentrum Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Teestube <i>Am Glockenbach</i> wurde von Aktivisten der <i>Homosexuellen Aktion München</i> (HAM) 1975 eröffnet, in einer Zeit, in der das selbstbewusste Eintreten für die Rechte homosexueller Menschen keineswegs selbstverständlich war. Sie bereiteten durch ihr Engagement den Weg für ein queeres Leben in München, wie wir es heute kennen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a869869a20de16b8672643082c958e0.jpg" alt="Innenaufnahme der Teestube Am Glockenbach, 1976" /><br/><p>Alljährlich wird auf dem Platz <i>Am Glockenbach</i> das Maibaumfest gefeiert, ein sichtbares Zeichen der Integration queeren Lebens im Münchner Alltag. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg. Als der § 175 im Jahr 1969 entschärft wurde, war es für homosexuelle Männer erstmals möglich geworden, sexuelle Kontakte in Freiheit zu knüpfen und sich ohne Gefahr zu organisieren. Ein Klima der Ausgrenzung und staatlichen Willkür herrschte aber weiterhin. Überall in Deutschland, so auch in München, nahmen deshalb politisch aktive Schwule und Lesben den Kampf für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung auf. 1971 gründeten sie die <i>Homosexuelle Aktionsgruppe München</i> mit dem Ziel, heterosexuelle Mitmenschen über homosexuelle Lebensformen aufzuklären, gegen den § 175 zu protestieren, der in abgeschwächter Form noch weiterlebte, auf der Straße Sichtbarkeit zu signalisieren und Selbstbewusstsein zu schöpfen. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines schwulen Zentrums. Im queeren Hotspot Münchens, dem Glockenbachviertel, wurde eine Lokalität gefunden: die Teestube. Sie war über vier Jahre das Zentrum, ein <i>safe space</i>, in dem sich schwule Männer kennenlernten und Pläne schmiedeten. In den folgenden Jahren entstanden mit dem <i>Verein für sexuelle Gleichberechtigung</i> (VSG) neue Homosexuellen-Vereine, die die HAM ablösten. Als im Jahr 1978 die Räume der Teestube Am Glockenbach von der Brauerei gekündigt wurden, setzten die Aktivisten ihre Arbeit in den Kellerräumen des VSG in der Weißenburger Straße 26 fort.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/315">Für mehr (einschließlich 7 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T16:17:50+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:11:38+02:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:44:40+02:00</updated>
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      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Treibhaus“: Ein ganzes Haus voll autonomer FrauenLesbenprojekte]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das „Treibhaus“ war ein wichtiger Kristallisationspunkt der autonomen Frauen- und Lesbenbewegung im München der 1970er und 1980er Jahre, dessen Ausstrahlungskraft in die ganze Stadt wirkte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c2ca6fd17efe6bda57a52db95c01aeb4.jpg" alt="Eingangsbereich des Hauses Güllstraße 3 mit Gedenktafel, 2018" /><br/><p>Den Vorgarten des Gründerstilbaus in der Güllstraße 3 ziert ein reich dekoriertes Holzschild mit der Aufschrift „Treibhaus“. Der Rand ist mit geschnitzten, teils an Jugendstildekor erinnernden floralen Motiven und farblich abgehobenen Früchten gestaltet. In der Mitte des Schildes befindet sich farblich abgesetzt vom dunklen Untergrund in einer Schreibschrift der golden gefärbte Name „treibhaus“ mit der Unterzeile „haus für frauenprojekte“ in schwarz. Es liegt keine offizielle Erklärung der Namensgebung vor, eine naheliegende Interpretation ist aber, dass hier die feministischen Ideen und Projekte genau so üppig wuchern sollten wie in einem Treibhaus. Hier fanden 1985 acht autonome FrauenLesbenprojekte eine neue gemeinsame Bleibe, nachdem sie zuvor an diversen Orten aktiv und über weite Teile der Stadt verstreut waren. Zu ihnen gehörten die feministischen Gesundheitsprojekte FrauenGesundheitsZentrum und FrauenTherapieZentrum, die Frauenbibliothek, das Lesbentelefon, das Frauenzentrum als Treffpunkt für Gruppen, das Mädchenprojekt, Maffiosa (Modellverband autonom-feministischer Fraueninitiativen oder sonstiger Arbeitskreise), das Frauencafé sowie TuSCH Trennung und Scheidung. Heute wird das gesamte Gebäude vom FrauenTherapieZentrum genutzt. Die übrigen Projekte sind teils verzogen, etwa IMMA oder das FrauenGesundheitsZentrum, teils wurden sie eingestellt, etwa das Frauencafé oder die Frauenbibliothek. Im Jahr 2018 wurde auf Initiative der Autorin dieses Beitrags vom Forum Queeres Archiv München e. V. das Holzschild am Eingang erneuert und eine Gedenktafel hinzugefügt, deren QR-Code auf weiterführende Informationen zur Geschichte des Hauses und zu den dortigen Projekten verweist.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/301">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T12:12:42+01:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:44:56+02:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Tröpferlbad: Sozialgeschichte und Subkultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als städtisches Brausen- und Wannenbad, wie es über dem ehemaligen Eingang noch heute steht, bot das sogenannte „Tröpferlbad“ der Münchner Bevölkerung, die kein eigenes Badezimmer besaß, die Möglichkeit, sich zu duschen oder zu baden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35bde810bf1e6285fd6459efb839aa01.jpg" alt="Das Tröpferlbad an der Thalkirchner Straße, 2025" /><br/><p>Der neoklassizistische Klinkerbau an der Thalkirchner Straße wurde zwischen 1912 und 1913 von den Architekten Adolf Schwiening und Richard Schachner in der zweiten Bauphase des Vieh- und Schlachthofgeländes errichtet. Im Tiefparterre und im Zwischengeschoß befanden sich die Badeeinrichtungen. Die Brausebäder waren zur Thalkirchner Straße ausgerichtet, ihnen gegenüber befanden sich die Wannenbäder. Besonders Menschen aus der Arbeiterschicht lebten im 19. Jahrhundert häufig in Wohnungen ohne eigene Bade- oder Duschmöglichkeiten. Um die körperliche Hygiene zu verbessern und der Ausbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken, wurden öffentliche Duschanlagen eingerichtet. Das erste „Probe-Douchebad“ wurde 1887 in der Mondscheingasse in Wien eröffnet. Die Nutzung der Brausebäder war einfach organisiert: Gegen ein geringes Entgelt erhielt man für einen begrenzten Zeitraum Zugang zu nach Geschlecht getrennten Bade- und Duschbereichen, oft inklusive Handtuch und Umkleidefach. Die Ausstattung war funktional, das Wasser in der Regel lauwarm, und der Wasserdruck reichte nicht immer aus, um einen kräftigen Wasserstrahl zu erzeugen – so tröpfelte es oft nur aus der Brause. Mit dem steigenden Wohnkomfort – insbesondere dem zunehmenden Einbau von Badezimmern in Privatwohnungen – nahm der Bedarf an öffentlichen Brausebädern ab. Ab den 1950er Jahren begann der langsame Rückgang dieser Einrichtungen; viele, wie das Tröpferlbad in der Thalkirchner Straße, wurden geschlossen, umgebaut oder ganz aufgegeben. Heute existieren nur noch wenige traditionelle Brausebäder. So ist das Brausen- und Wannenbad im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/167" target="_blank" rel="noopener">Müller’schen Volksbad</a> heute noch in Betrieb. Die ursprüngliche Bedeutung der „Tröpferlbäder“ als wichtige Einrichtungen der städtischen Gesundheitsinfrastruktur ist jedoch weitgehend Geschichte. Das Gebäude an der Thalkirchner Straße beherbergt seit 1983 den „Jugendtreff Tröpferlbad“ und das „Kafe Marat“ und fungiert damit als Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene sowie als Zentrum linker Subkultur in München. Wegen erheblicher Baumängel besteht Sanierungsbedarf am Gebäude; die beiden Einrichtungen suchen nach neuen Standorten. Im Sanierungskonzept ist vorgesehen, mindestens einen der originalen Waschräume im Sinne des Denkmalschutzes zu erhalten, um die frühere Nutzung des Hauses zu dokumentieren.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/295">Für mehr (einschließlich 8 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-20T10:53:51+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:40:00+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Bürgerpark Oberföhring : Kulturoase im ehemaligen Lazarett]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände des Bürgerparks Oberföhring liegt im Stadtteil Bogenhausen und beherbergt heute unterschiedliche Vereine und Gruppierungen aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater und Stadtteilkultur. Erbaut wurden die Baracken 1939 als Luftwaffenlazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bauten noch bis 1984 als ziviles Krankenhaus genutzt. Seitdem ist der Bürgerpark ein Teil des nichtkommerziellen Kulturraums München.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f8850772517ac9473dc4627bb759c373.jpg" alt="Das „Kleine Theater im Pförtnerhaus“ am Eingang des Bürgerparks, 2023" /><br/><p>Der Bürgerpark Oberföhring umfasst eine große Zahl unterschiedlicher Einrichtungen. Dazu zählen Galerien, Clubs, Theater, Vereine, Probenräume und weitere kulturelle und soziale Institutionen. Sie nutzen die alten Barackenbauten von 1939 oder befinden sich in neu errichteten Gebäuden auf dem Gelände.</p><p>Die historischen Baracken gehen noch auf die Ursprünge des von einer Mauer umgebenen Geländes zurück. Auf dem Areal einer ehemaligen Ziegelei wurde 1939 ein Luftwaffenlazarett erbaut. Während des Krieges wurden hier Soldaten behandelt und Luftwaffensanitätspersonal ausgebildet. </p><p>Das Lazarett setzte sich aus 21 Gebäuden zusammen, die über ein Netz von Straßen und Wegen verbunden waren – hauptsächlich handelte es sich um einstöckige Baracken (z.B. für Verletzte, Sanitätspersonal, Verwaltung und Bewirtschaftung), aber auch um einige feste Gebäude. </p><p>Nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen in München im Frühjahr 1945 wurde das Lazarett bis 1946 von der amerikanischen Militärregierung übernommen. Da es in München nach dem Krieg akut an Krankenhausbetten mangelte, wurde das Gelände des ehemaligen Militärlazaretts dann unter städtische Verwaltung gestellt – obwohl es ursprünglich als Provisorium gebaut worden war und Architektur der NS-Zeit nach dem Krieg häufig abgerissen wurde.</p><p>1984 zog der Krankenhausbetrieb in den Neubau des städtischen Krankenhauses Bogenhausen um. Die Stadt plante daraufhin, das ehemalige Lazarett-Gelände zu verkaufen. Mehrere Vereine Oberföhrings hatten jedoch Raumbedarf. Um die Nutzung durch Vereine durchzusetzen, wurden einige Baracken im Juni 1984 durch die „Vereinsgemeinschaft 29 e.V.“ besetzt. Es kam zu langwierigen Verhandlungen mit der Stadt, an deren Ende ein Mietvertrag für das parkartige Gelände und zwölf Baracken unterzeichnet wurde, der seither immer wieder erneuert wird. </p><p>In der darauffolgenden Zeit haben sich unterschiedliche Nutzergruppen auf dem Gelände formiert, beispielsweise der „Freie Kunstverein O.K. neun“ oder die „Interessengemeinschaft Bürgerpark Oberföhring“/IBO, welche die Interessen aller Gruppierungen auf dem Gelände vertreten und sich um den Fortbestand des Bürgerparks kümmert. </p><p>Die auf das Lazarett zurückgehende bauliche Infrastruktur ermöglicht eine vernetzte, aber dezentralisierte Nutzung des Geländes durch die unterschiedlichen Interessengruppen. Eine Besonderheit ist die Einbettung der Gebäude in die Natur, die der Anlage eine einzigartige Atmosphäre verleiht.</p><p>Die Beschaffenheit des Bürgerparks ermöglicht eine Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen – sei es ein Faschingsumzug der Feringa-Gesellschaft, Konzerte im Punk-Club „Kafe Kult“, Ausstellungen der Künstler:innen beider Atelierhäuser (OK9 und FOE) oder Puppenspiel im „Kleinen Theater im Pförtnerhaus“. In der Vergangenheit war der Bürgerpark auch ein wichtiger Ort für die Streetart-Szene.</p><p>Kunst- und Kulturorte Münchens, die Geschichte haben, aber nicht zur institutionalisierten Kunst gehören, werden im Verlaufe der letzten Jahrzehnte immer mehr aus dem städtischen Raum verdrängt. Als Gründe dafür werden oft die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und neuem Wohnraum herangezogen. Damit verschwindet häufig eine gewachsene alternative Kultur und die Chance kultureller Teilhabe an diesen historischen Orten.</p><p>Obwohl es sich um einen wichtigen Ort für das Münchner Kulturleben handelt, ist das Fortbestehen des Bürgerparks Oberföhrig immer wieder bedroht. Für die Zeit nach dem Auslaufen des aktuellen Mietvertrags 2025 plante die Stadt eine Generalsanierung samt Neubau, welche stark in die existierenden Strukturen eingegriffen hätte. Die Nutzer:innen des Geländes waren sich darin einig, dass ein Umbau den Charakter des Bürgerparks nachhaltig beeinträchtigen würde. Um also das geschichtsträchtige Gelände mitsamt seinen unterschiedlichen Nutzungen erhalten zu können, wurde im August 2023 eine Online-Petition gestartet. Bereits einen Monat später konnte sie erfolgreich geschlossen werden – dank der regen Beteiligung beschloss die Stadt, den Bürgerpark in seiner existierenden Form beizubehalten.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/139">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-21T13:53:48+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:16:37+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Pfanni-Gelände am Ostbahnhof: Vom Knödel zur Kultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof, auf dem momentan das Werksviertel entsteht, hat in seiner Geschichte mehrere Umnutzungen erfahren. Einst unter anderem von der ehemaligen Knödelfabrik Pfanni verwendet, erfuhr es in den 1990er und 2000er Jahren eine Verwandlung zum Kunstpark Ost und danach zur Kultfabrik, einer der europaweit größten Partymeilen. Mittlerweile beheimatet es neue Kulturangebote, Hotels und Unternehmen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4dc7854711ba93c438cbacdc49d639c5.jpg" alt="Pfanni-Werke hinter dem Ostbahnhof, 1957/58" /><br/><p>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof hat oft sein Gesicht verändert. Wo seit einigen Jahren das Werksviertel entsteht, befanden sich früher Firmengelände, wie etwa die Optimol Ölwerke, das Bekleidungshaus Konen oder die auf Motorräder spezialisierte Zünder-Apparatebau-Gesellschaft (Zündapp). Am bekanntesten sind aber wohl die Knödel-Produktionshallen, Teil der 1949 von Werner Eckart (1909–1997) gegründeten Pfanni-Werke, die zum größten europäischen Spezialisten für Kartoffelprodukte avancierten. Da industrielle Produktion innerhalb von München weniger erwünscht war, sich die Marktverhältnisse verändert hatten und Energie- und Lohnkosten gestiegen waren, mussten sie in den 1990er Jahren schließen. 1993 wurde das Gelände vom Münchner Kulturunternehmer Wolfgang Nöth (1943–2021) aufgekauft. Dieser war seit den 1980er Jahren in München für seine unkonventionellen Ideen zum Feierleben und seiner Hartnäckigkeit bezüglich bürokratischer Auflagen bekannt. 1996 entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Pfanni-Werke der „Kunstpark Ost“, der zeitweise als größtes Clubgelände in Deutschland galt und rund 250.000 Besuchende pro Monat zählte. Neben den etwa 30 Diskotheken und Clubs, die in unterschiedlichen Hallen angesiedelt waren, gab es Restaurants, Spielhallen, Antikmärkte und Ateliers zu günstigen Mieten. Ab 2003 wurde der ehemalige „Kunstpark Ost“ vom Team der Eventfabrik GmbH als „Kultfabrik“ betrieben, mit reduzierter Größe und Vielfalt, während Nöth in die benachbarten Optimolwerke umzog, auf deren Gelände wiederum mehrere Clubs eröffnet wurden.</p><p>Da die Planung des sogenannten Werksviertels immer mehr Form angenommen hatte, mussten Kultfabrik, Optimolwerke und andere kulturelle Einrichtungen 2015 weichen. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Areal 1.500 Wohnungen, Büroräume für 7.000 Arbeitsplätze, fünf Hotels, Einzelhandelsfläche von 30.000 Quadratmetern, mehrere Musikbühnen und eine neue Philharmonie geplant. Das Gesamtkonzept sollte vom Büro Steidle Architekten erarbeitet werden. Für Bauherren, Stadt und Architekten war es wichtig, den Kern des alten Pfanniwerks mit Kartoffelsilo, Verpackungshalle oder Kartoffelwaschanlage zu erhalten: „Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu dem Zukunftsviertel für München“, heißt es auf der offiziellen Website des Werksviertels (zit. nach <a href="https://werksviertel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">werksviertel münchen</a>). Dort werden neben Büros, Wohnungen und Hotels auch vielzählige Startups, Veranstaltungshallen, Theater, das Container Collective mit Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur sowie viele weitere Einrichtungen beherbergt. Auch wenn das Projekt im Mai 2023 den deutschen Städtepreis gewonnen hat, weisen Gegner:innen der Bauvorhaben darauf hin, dass alteingesessene Kultur vertrieben wurde, um Hotels zu errichten und Raum für Arbeitsplätze privater Medienunternehmen zu schaffen. Viele der Künstler:innen, die Ateliers auf dem Gelände nutzten, werden kaum die Miete aufbringen können, die bereits heute in einigen Bürogebäuden angesetzt wird. Die kreative Lücke, die entsteht, um das neue Konzept zu verwirklichen, lässt sich nur schwer füllen, da es in München – einer Stadt, die lange Zeit für ihre künstlerische Bohème bekannt war – an bezahlbarem Raum für alternative Nutzungen, wie etwa den damaligen Kunstpark Ost, mangelt.</p><p>Seit Ende 2023 stehen Verwaltungsgebäude und Kesselhaus unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-30T18:52:51+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:27:54+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Lindwurmhof: Kohlelager, Kino, Klub]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das repräsentative Kontor- und Lagerhaus im Stil von Bürgerhäusern des 20. Jahrhunderts lag strategisch günstig neben der Gleistrasse zum Südbahnhof. Hier konnten modernste, feuersichere Brennstofflagerräume oder Büroräume angemietet werden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6f595fa1d2b36762bc29fca8da60b654.jpg" alt="Der Lindwurmhof von der Lindwurmstraße aus gesehen, 2016" /><br/><p>Die Architekten Franz und Josef Rank, die ersten Eigentümer des Lindwurmhofs, waren Experten im Betonbau. So ist es nicht ungewöhnlich, dass das Gebäude in der damals noch nicht sehr häufig angewandten Betonskelettbauweise errichtet wurde. Das Projekt wurde in kurzer Zeit realisiert: Der Bau wurde im Juli 1910 begonnen und schon im Dezember 1911 fertiggestellt. Die kurze Bauzeit mag ebenfalls damit zusammenhängen, dass die Gebrüder Rank auf der Baustelle größtenteils die vor Ort vorhandenen Sand- und Kiesvorkommen zur Herstellung des Betons verwendeten, was den Transport- und Bestellaufwand reduzierte. Auch sonst war die Baustelle sehr modern ausgestattet: So kam ein Schwenkkran mit Dampfantrieb zum Einsatz und die Betonmisch- und Mörtelmaschinen konnten wegen der Nähe zu den Gleisen von einer 30-PS-Lokomotive angetrieben werden. In den Wintermonaten wurde die Baustelle zudem beleuchtet, was die schnelle Fertigstellung begünstigte. Da die wirtschaftliche Situation im Jahr der Fertigstellung schlecht war, standen viele Räume zunächst leer und der ursprünglich geplante Ausbau an der Nordseite des Gebäudes blieb aus. Das leicht abschüssige Gelände wurde mit einem hohen Erdgeschoß mit Geschäftsräumen optimal ausgenutzt. Dort zogen 1912 die Lindwurmhof-Lichtspiele, ein Kinematografentheater mit 320 Sitzplätzen, ein. Ab 1916 sorgte die Kriegsindustrie des Ersten Weltkriegs schließlich für eine Auslastung der Büro- und Lagerräume. Der Lindwurmhof überdauerte aufgrund seiner Bauweise mit feuerfesten Materialien, wie Asphalt und Asbest, die das Gebäude vor Bränden der gelagerten Brennstoffe schützen sollten, auch den Zweiten Weltkrieg. Nur der hölzerne Dachstuhl brannte bei Bombenangriffen 1944/45 aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Büroräume wieder bezogen, unter anderem von der Eiscreme- und späteren Tiefkühlkost-Firma „Josef Pankofer & Co.”, die gemeinsam mit dem Hamburger Tiefkühlkost-Vertriebsmanager Holger Simonsen 1955 das deutschlandweit erste Tiefkühlkost-Sortiment vorstellte. In den Lindwurmhof-Lichtspielen wurden nach dem Krieg hauptsächlich Actionfilme gezeigt, bis das Kino 1968 schließen musste. In den umgebauten Räumen des Kinos eröffnete im Folgejahr die Discothek „Crash” „die bald zum skandalumwitterten Szenelokal avancierte. […] Den alteingesessenen Sendlingern galt der ‘Beat-Schuppen’ als Tor in den moralischen Abgrund.” (zitiert nach Wolfgang Burgmair 2016, S. 53). Dort traten Größen der Rockmusik wie Jimi Hendrix oder Led Zeppelin auf, bis das „Crash” 1993 an seinen heutigen Standort nach Schwabing umzog. Bald darauf zog der „Stromlinien-Club” in die Räumlichkeiten, wo unter anderem die Sportfreunde Stiller oder Rammstein auftraten. 2003 wechselte erneut der Club und damit auch das Musikgenre im Erdgeschoß des Lindwurmhofs. Im „The Garden” wurde Electro gespielt, unter anderem waren dort Sven Väth und Deichkind zu Gast. 2010 gab es einen erneuten Wechsel und mit dem „Mandalina” wurde dort orientalischer Electro aufgelegt. 2012 wurde der Lindwurmhof renoviert und im Anschluss zog der nächste Club in das Erdgeschoß: Das „Strom” befindet sich dort bis heute, und es gibt wieder Live-Konzerte mit Indie-Musik, Rock 'n' Roll und Brit-Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/68">Für mehr (einschließlich 7 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-02-20T12:12:00+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:43:25+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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