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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[Am Glockenbach 10: Das erste Schwulenzentrum Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Teestube <em>Am Glockenbach</em> wurde von Aktivisten der <em>Homosexuellen Aktion München</em> (HAM) 1975 eröffnet, in einer Zeit, in der das selbstbewusste Eintreten für die Rechte homosexueller Menschen keineswegs selbstverständlich war. Sie bereiteten durch ihr Engagement den Weg für ein queeres Leben in München, wie wir es heute kennen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a869869a20de16b8672643082c958e0.jpg" alt="Innenaufnahme der Teestube Am Glockenbach, 1976" /><br/><p>Alljährlich wird auf dem Platz <em>Am Glockenbach</em> das Maibaumfest gefeiert, ein sichtbares Zeichen der Integration queeren Lebens im Münchner Alltag. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg. Als der § 175 im Jahr 1969 entschärft wurde, war es für homosexuelle Männer erstmals möglich geworden, sexuelle Kontakte in Freiheit zu knüpfen und sich ohne Gefahr zu organisieren. Ein Klima der Ausgrenzung und staatlichen Willkür herrschte aber weiterhin. Überall in Deutschland, so auch in München, nahmen deshalb politisch aktive Schwule und Lesben den Kampf für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung auf. 1971 gründeten sie die <em>Homosexuelle Aktionsgruppe München</em> mit dem Ziel, heterosexuelle Mitmenschen über homosexuelle Lebensformen aufzuklären, gegen den § 175 zu protestieren, der in abgeschwächter Form noch weiterlebte, auf der Straße Sichtbarkeit zu signalisieren und Selbstbewusstsein zu schöpfen. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines schwulen Zentrums. Im queeren Hotspot Münchens, dem Glockenbachviertel, wurde eine Lokalität gefunden: die Teestube. Sie war über vier Jahre das Zentrum, ein <em>safe space</em>, in dem sich schwule Männer kennenlernten und Pläne schmiedeten.
In den folgenden Jahren entstanden mit dem <em>Verein für sexuelle Gleichberechtigung</em> (VSG) neue Homosexuellen-Vereine, die die HAM ablösten. Als im Jahr 1978 die Räume der Teestube Am Glockenbach von der Brauerei gekündigt wurden, setzten die Aktivisten ihre Arbeit in den Kellerräumen des VSG in der Weißenburger Straße 26 fort.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/315">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T16:17:50+01:00</published>
    <updated>2026-03-03T10:37:02+01:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Luitpold: Treffpunkt für kaffeeliebende Suffragetten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Café Luitpold in der Briennerstraße 11 spielte in der von lesbischen Frauen maßgeblich mitgestalteten ersten Münchner Frauenbewegung eine wichtige Rolle. Es diente als Treffpunkt und Tagungsort. Ganz vorn mit dabei: Anita Augspurg (1857–1943) und ihre damalige Lebensgefährtin Sophie Goudsticker (1865–1924).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/44ee3edef7fdb9cc5ff673f6adc99e75.jpg" alt="Wichtige Feministinnen des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, 1894" /><br/><p>In der Entwicklung der Münchner Frauen- und im späteren 20. Jahrhundert explizit auch Lesbenbewegung spielte anfangs das Café Luitpold, ein mondänes, klassisches Kaffeehaus im Wiener Stil in Bestlage an der innerstädtischen Brienner Straße unweit von Odeons- und Wittelsbacherplatz eine wichtige Rolle. So traf sich dort die 1894 von dem damaligen lesbischen Paar Anita Augspurg und Sophie Goudsticker gegründete „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“.
1899 wurde die Gesellschaft in „Verein für Fraueninteressen“ umbenannt. Das geschah wegen einer Änderung im bayerischen Recht, die es Frauen erlaubte, endlich an Veranstaltungen teilzunehmen und Vereine zu gründen, die Bildungs- und Pflegeaufgaben wahrnehmen. Davor war ihnen praktisch jedwede politik-ähnliche Betätigung oder Interessenvertretung verboten. Fortan traf man sich, um mehr Öffentlichkeitswirkung zu erzielen, bevorzugt im Café Luitpold und anderen mondänen Örtlichkeiten.
Noch im Jahr 1899 organisierte der „Verein für Fraueninteressen“, unterstützt von sieben Frauenvereinen, den 1. Bayerischen Frauentag. Die Eröffnung spielte sich im Café Luitpold ab. Viele weitere Programmpunkte fanden im Alten Rathaus statt. Die Veranstaltung sollte die bis dahin wenig vernetzten lokalen Fraueninitiativen Bayerns miteinander ins Gespräch bringen und so letztlich eine breitere Basis für die eigenen Anliegen schaffen.
Der Kongress fand vom 18. bis 21. Oktober 1899 statt. Als Vorsitzende fungierte die lesbische Ika Freudenberg (1858–1912). Es kamen 50 Vertreterinnen von Frauengruppen aus ganz Bayern nach München. Sie beschäftigten sich mit vielfältigen Themen rund um die Rolle der Frau und ihre Emanzipation in Bayern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/304">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T20:34:58+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:10+01:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p><span>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog  mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. </span>
<span>Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht. </span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:07+01:00</updated>
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      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Treibhaus“: Ein ganzes Haus voll autonomer FrauenLesbenprojekte]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das „Treibhaus“ war ein wichtiger Kristallisationspunkt der autonomen Frauen- und Lesbenbewegung im München der 1970er und 1980er Jahre, dessen Ausstrahlungskraft in die ganze Stadt wirkte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c2ca6fd17efe6bda57a52db95c01aeb4.jpg" alt="Eingangsbereich des Hauses Güllstraße 3 mit Gedenktafel, 2018" /><br/><p>Den Vorgarten des Gründerstilbaus in der Güllstraße 3 ziert ein reich dekoriertes Holzschild mit der Aufschrift „Treibhaus“. Der Rand ist mit geschnitzten, teils an Jugendstildekor erinnernden floralen Motiven und farblich abgehobenen Früchten gestaltet. In der Mitte des Schildes befindet sich farblich abgesetzt vom dunklen Untergrund in einer Schreibschrift der golden gefärbte Name „treibhaus“ mit der Unterzeile „haus für frauenprojekte“ in schwarz.
Es liegt keine offizielle Erklärung der Namensgebung vor, eine naheliegende Interpretation ist aber, dass hier die feministischen Ideen und Projekte genau so üppig wuchern sollten wie in einem Treibhaus. Hier fanden 1985 acht autonome FrauenLesbenprojekte eine neue gemeinsame Bleibe, nachdem sie zuvor an diversen Orten aktiv und über weite Teile der Stadt verstreut waren.
Zu ihnen gehörten die feministischen Gesundheitsprojekte FrauenGesundheitsZentrum und FrauenTherapieZentrum, die Frauenbibliothek, das Lesbentelefon, das Frauenzentrum als Treffpunkt für Gruppen, das Mädchenprojekt, Maffiosa (Modellverband autonom-feministischer Fraueninitiativen oder sonstiger Arbeitskreise), das Frauencafé sowie TuSCH Trennung und Scheidung.
Heute wird das gesamte Gebäude vom FrauenTherapieZentrum genutzt. Die übrigen Projekte sind teils verzogen, etwa IMMA oder das FrauenGesundheitsZentrum, teils wurden sie eingestellt, etwa das Frauencafé oder die Frauenbibliothek. Im Jahr 2018 wurde auf Initiative der Autorin dieses Beitrags vom Forum Queeres Archiv München e. V. das Holzschild am Eingang erneuert und eine Gedenktafel hinzugefügt, deren QR-Code auf weiterführende Informationen zur Geschichte des Hauses und zu den dortigen Projekten verweist.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/301">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T12:12:42+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:04+01:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Tröpferlbad: Sozialgeschichte und Subkultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als städtisches Brausen- und Wannenbad, wie es über dem ehemaligen Eingang noch heute steht, bot das sogenannte „Tröpferlbad“ der Münchner Bevölkerung, die kein eigenes Badezimmer besaß, die Möglichkeit, sich zu duschen oder zu baden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35bde810bf1e6285fd6459efb839aa01.jpg" alt="Das Tröpferlbad an der Thalkirchner Straße, 2025" /><br/><p>Der neoklassizistische Klinkerbau an der Thalkirchner Straße wurde zwischen 1912 und 1913 von den Architekten Adolf Schwiening und Richard Schachner in der zweiten Bauphase des Vieh- und Schlachthofgeländes errichtet. Im Tiefparterre und im Zwischengeschoß befanden sich die Badeeinrichtungen. Die Brausebäder waren zur Thalkirchner Straße ausgerichtet, ihnen gegenüber befanden sich die Wannenbäder.
Besonders Menschen aus der Arbeiterschicht lebten im 19. Jahrhundert häufig in Wohnungen ohne eigene Bade- oder Duschmöglichkeiten. Um die körperliche Hygiene zu verbessern und der Ausbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken, wurden öffentliche Duschanlagen eingerichtet. Das erste „Probe-Douchebad“ wurde 1887 in der Mondscheingasse in Wien eröffnet.
Die Nutzung der Brausebäder war einfach organisiert: Gegen ein geringes Entgelt erhielt man für einen begrenzten Zeitraum Zugang zu nach Geschlecht getrennten Bade- und Duschbereichen, oft inklusive Handtuch und Umkleidefach. Die Ausstattung war funktional, das Wasser in der Regel lauwarm, und der Wasserdruck reichte nicht immer aus, um einen kräftigen Wasserstrahl zu erzeugen – so tröpfelte es oft nur aus der Brause.
Mit dem steigenden Wohnkomfort – insbesondere dem zunehmenden Einbau von Badezimmern in Privatwohnungen – nahm der Bedarf an öffentlichen Brausebädern ab. Ab den 1950er Jahren begann der langsame Rückgang dieser Einrichtungen; viele, wie das Tröpferlbad in der Thalkirchner Straße, wurden geschlossen, umgebaut oder ganz aufgegeben. Heute existieren nur noch wenige traditionelle Brausebäder. So ist das Brausen- und Wannenbad im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/167" target="_blank" rel="noopener">Müller’schen Volksbad</a> heute noch in Betrieb.
Die ursprüngliche Bedeutung der „Tröpferlbäder“ als wichtige Einrichtungen der städtischen Gesundheitsinfrastruktur ist jedoch weitgehend Geschichte. Das Gebäude an der Thalkirchner Straße beherbergt seit 1983 den „Jugendtreff Tröpferlbad“ und das „Kafe Marat“ und fungiert damit als Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene sowie als Zentrum linker Subkultur in München.
Wegen erheblicher Baumängel besteht Sanierungsbedarf am Gebäude; die beiden Einrichtungen suchen nach neuen Standorten. Im Sanierungskonzept ist vorgesehen, mindestens einen der originalen Waschräume im Sinne des Denkmalschutzes zu erhalten, um die frühere Nutzung des Hauses zu dokumentieren.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/295">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-20T10:53:51+01:00</published>
    <updated>2026-02-18T15:44:57+01:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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