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    <title type="html"><![CDATA[Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße: Ein Jahrhundert Bildungsgeschichte in München]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße gehört seit über hundert Jahren zum festen Bild des Münchner Südens. Das Gebäude wurde zwischen 1902 und 1904 nach Plänen des städtischen Baurats Robert Rehlen errichtet und am 11. April 1904 eröffnet. Damals wuchs der Stadtteil rasant, weil sich im Thalkirchner Oberfeld neue Fabriken ansiedelten und viele Familien zuzogen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f9b29ca313aa6048434a01e543eb0c39.jpg" alt="Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße" /><br/><p>Der Bau war für seine Zeit ungewöhnlich modern. Neben 29 Klassenzimmern gab es zwei Turnsäle, Werkstätten, eine Kindergartenstation und sogar ein eigenes Schulbrausebad. Die markante Fassade mit dem hohen Ziegeldach prägt das Erscheinungsbild bis heute. Im Ersten Weltkrieg wurde die Schule als Reservelazarett genutzt, im Zweiten Weltkrieg stark zweckentfremdet. So werden in dieser Zeit eine Möbelbergungsstätte sowie Feuerwehr, Sanitätstrupp, Entgiftungstrupp und ein Arbeitskommando im Schulhaus untergebracht. Nach 1945 fand man das Gebäude in schlechtem Zustand vor, doch der Unterricht begann bald wieder, da das Gebäude nicht zerstört worden war. In den Nachkriegsjahren platzte die Schule aus allen Nähten: Zeitweise lernten über 1000 Kinder dort, verteilt auf mehrere Schulen im selben Haus. Seit den 2000er Jahren wurde das Gebäude schrittweise modernisiert und digital ausgestattet. 2012 kamen Ganztagsklassen hinzu, und wegen steigender Schülerzahlen entstand eine Zweigstelle in der Baierbrunner Straße 61. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wie der Aufnahme von Flüchtlingskindern oder die Corona-Pandemie bewältigte die Schule mit großer Flexibilität. Heute versteht sich die Grundschule an der Boschetsrieder Straße als lebendiger Lernort, der Digitalisierung, Gesundheit, Leseförderung und projektorientiertes Arbeiten miteinander verbindet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/339">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T14:11:32+02:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:45:44+02:00</updated>
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      <name>Max Kreilinger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die städtische Malschule an der Westenriederstraße: Ausbildungsstätte für zahlreiche Künstler*innen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Über die zur städtischen Gewerbeschule an der Westenriederstraße gehörende Malschule ist nur wenig bekannt, obwohl dort teilweise namhafte Lehrer unterrichteten und sich prominente Künstler*innen auf die Aufnahmeprüfung an der Akademie vorbereiteten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a0d4f206329a8b71abec264c7321ca43.jpg" alt="Der Eingang zur ehemaligen Städtischen Gewerbeschule, heute Städtische Friedrich-List-Wirtschaftsschule, 2025" /><br/><p>In dem Schulgebäude an der Westenriederstraße befindet sich bis heute die „Städtische Riemerschmid-Wirtschaftsschule für Mädchen“, in den Räumen der damalige Gewerbeschule ist die Städtische Friedrich-List-Wirtschaftsschule beheimatet. Diese Gewerbeschule war eine von vier Gewerbeschulen in München, die für mehrere Handwerke zuständig waren. Die Schule an der Westenriederstraße war eine Kunst-Gewerbe- und -Handwerkerschule, die von Lehrlingen und Gesellen, aber auch von Knaben und Mädchen ohne handwerkliche Ausbildung besucht wurde. Sie nutzten vor allem die freie Mal- und Bildhauerschule, um sich auf die Aufnahmeprüfung an der Akademie vorzubereiten. Häufig mit der Kunstgewerbeschule verwechselt, wurde diese Schule 1880 gegründet, zog dann 1901 in das Gebäude an der Westenriederstraße und wurde 1928 um die Meisterschule für das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk erweitert. Das war das Verdienst des langjährigen Direktors Otto Rückert (1888–1959), der seit etwa 1920 die Schule leitete, allerdings 1934 dem NSDAP-Mitglied Bruno Goldschmitt (1881–1964) weichen musste und vom Dienst suspendiert wurde. Zu den Schüler*innen zählten Josef Henselmann (1898–1987), Ernst Klinger (1900–1962) und Elisabeth Springer (1904–1941), die wohl von 1923 bis 1927 die Schule besuchte und unter anderem von Georg Schrimpf (1889–1938) unterrichtet wurde.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/225">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-09T16:22:48+02:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:48:30+02:00</updated>
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      <name>Susanna Partsch</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Volksschule am Elisabethplatz von Theodor Fischer: Bildungsbau zwischen Märchenfassade und Stadtstruktur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Diese Schule prägt nicht nur seit dem Ausbau der Stadtstruktur um 1900 den Elisabethplatz, sondern spiegelt auch reformerische Strömungen in München um die Jahrhundertwende. Anstelle eines Sakral- oder Verwaltungsbaus, wie es an einem solchen Platz urbanistische Tradition gewesen wäre, errichtete Theodor Fischer einen Bildungsbau. Eine weitere Neuheit: In der Putz-Fassade lassen sich statt historistischer Formen Szenen aus Märchen entdecken.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6560728c3cc34673aabe79622c34f3b1.jpg" alt="Die Elisabeth-Schule, 1977" /><br/><p>Schwabing wurde erst 1890 eingemeindet. Rund zehn Jahre später plante Theodor Fischer neue Verkehrsachsen für den Stadtteil sowie ein Stadtteilzentrum, den Elisabethplatz. Der Architekt und Städtebauer entwickelte für Münchens urbanistischen Ausbau den sogenannten Staffelbauplan, um das Bevölkerungswachstum zu organisieren. Entsprechend der in Camillo Sittes Bestseller „Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen“ formulierten modernen städtebaulichen Prinzipien schuf Fischer eine asymmetrische Platzanlage in Schwabing. Die Entscheidung, dass eine Schule diesen Platz dominieren sollte, visualisiert die zunehmende Anerkennung von praxisorientierter schulischer Ausbildung. Zusätzlich wurde 1903/04 am Elisabethplatz Cajetan Pachers Gisela-Kreisrealschule ergänzt, hinzu kamen eine Markthalle, ein Postamt sowie Café und in den 1920er Jahren ein Kino. Typisch für Theodor Fischer ist, dass er seine Bauten vom Städtebau ausgehend entwickelt. Bei der Schule am Elisabethplatz wird das besonders deutlich, da die Kreuzung der neuen unbebauten Freifläche als Vorplatz der Schule mit dem Straßenverlauf der Elisabethstraße betont wird: Die Ecke des L-förmigen Baukörpers ist niedriger als die Flügel. Doch auch der gezielte Einsatz von modernen Elementen an der Fassade, ohne traditionelle Bauformen aus dem Blick zu verlieren, entspringt unverkennbar Fischers Hand. So erinnert der Uhrenturm zwar an eine Kirche und auch die zum Platz weisenden Giebel sind bekannte Bauelemente aus mittelalterlichen Städten. Doch repräsentieren diese hier durch den wellenartigen Wechsel von konkavem und konvexem Schwung typische Jugendstil-Formen. Über den Fenstern wird die Kontur wiederaufgegriffen. Den Bau gliedern also eher schlichte, rein architektonische Elemente, wie Risalite, statt funktionsloser Verschnörkelung. Ausnahmen stellen die Flächen zwischen den Fenstern dar. In dezenten Farbtönen bespielen geschwungene Linien den hellen Putz und wechseln sich mit narrativen Darstellungen ab: Prägnante Motive stellen Schlüsselszenen aus jeweils einem Märchen dar. An der Fassade lassen sich etwa „Der Froschkönig“, „Tischlein deck dich“ oder „Frau Holle“ identifizieren – letzteres erkennbar an der das Laken ausschüttelnden Goldmarie. Was zunächst kitschig erscheinen mag, eignet sich doch hervorragend als Schmuck eines Jugendstil-Schulbaus. Märchen sind allseits bekannt, sodass die Szenen schnell identifiziert werden können. Anders würde es sich mit historistischen Architekturelementen verhalten, deren Intention sich fast ausschließlich einem Fachpublikum erschließen. Zudem beinhalten Märchen eine lehrreiche oder erzieherische Aussage, die sich mit der Funktion einer Schule deckt. Die Trennung in einen Jungen- und Mädchentrakt ergibt einen L-förmigen Grundriss mit jeweils eigenen Eingängen und Treppenaufgängen. Ein Korridor, von dem jeweils die Unterrichtsräume, aber auch Werkstätten oder die Schulküche erschlossen werden, verbindet die beiden Flügel. Früher wurden hier das Handwerk beispielsweise von Kupfer- und Kesselschmieden oder auch Schuh- und Hutmacher:innen erlernt; heute hat sich der Schwerpunkt der Berufsschule auf Fahrzeug- und Luftfahrttechnik verlagert. In der zum Elisabethplatz ausgerichteten Ecke befindet sich die Turnhalle, die von beiden Trakten aus betreten werden kann. Theodor Fischer greift mit diesem flacheren Baukörper in der Gebäudeecke auf die 1897–99 von Carl Hocheder am Bavariaring realisierte Schule zurück. Hocheder – heute vor allem bekannt durch das Müller’sche Volksbad in Haidhausen – hatte entsprechend einer Reform des Pädagogen Georg Kerschensteiner aus den 1890er Jahren einen neuen Bautypus für das Vorgängermodell einer modernen Berufsschule entwickelt. Dieses beinhaltete am gleichen Ort eine Turnhalle, Werkstätten und einen Garten, um dem praxisorientierten Unterricht Raum zu geben. Im Grund- und Aufriss gleichen sich Fischers und Hocheders Gebäude enorm. Doch statt der historistischen Formensprache Hocheders, entscheidet sich Fischer für eine modernere Fassadengestaltung mit Märchenerzählungen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/174">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-09-03T18:50:02+02:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:52:51+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Schulgebäude Fürstenriederstraße : Disziplin und Pastelltöne ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Fürstenrieder Schule wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Eingemeindung Laims in die Stadt München erbaut, um den stetig wachsenden Bedarf an Schulplätzen zu decken. Der Bau lag in den Händen des Architekten Hans Grässel, der in München eine Vielzahl unterschiedlicher Amtsgebäude errichtete, darunter auch mehrere Schulen. Die Architektur sollte ein repräsentatives Zeichen für das Viertel setzen, aber auch auf die Kinder in ihrem Schulalltag wirken.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/dc854711759850f466bd68fad80a5e87.jpg" alt="Die Fürstenriederschule als das Wahrzeichen Laims, 2023" /><br/><p>Zwischen 1901 und 1904 entstand die Fürstenrieder Schule im neu eingemeindeten Stadtteil Laim. Das Gebäude löste die erste, erst 1891 entstandene Schule im rasant wachsenden Viertel ab. Dieser Vorgängerbau war anfangs für nur für 21 Kinder vorgesehen gewesen, welche somit nicht mehr den langen Weg nach Nymphenburg auf sich nehmen mussten. </p><p>Das Wachstum der Viertel war eine generelle Tendenz, die durch die zunehmende Industrialisierung und Landflucht hervorgerufen wurde. In Laim war der Bau eines Rangierbahnhofes und der damit verbundene Zuzug von Eisenbahnerfamilien ein wichtiger Faktor für den Bevölkerungsanstieg. </p><p>Zur Bauzeit war die Schule noch weitgehend freistehend, ohne Eingrenzung durch umliegende Gebäude. Die Architektur sollte einen städtebaulichen Akzent setzen und den Münchner Vorort damit neu definieren. Im voranschreitenden 19. Jahrhundert übernahmen Schulen zunehmend die Signalfunktion in ihrem Stadtteil, die vormals den Kirchenbauten vorbehalten gewesen war. Über ihren Zweck als Schulbauten hinaus sollten sie auch der geschmacklichen Erziehung dienen, „da nach den Münchener Bauvorschriften Bauten in der Nähe von öffentlichen Gebäuden ästhetischen Anforderungen genügen und sich diesen öffentlichen Gebäuden harmonisch angliedern [mussten]“ (Neue Münchener Schulbauten, in: Deutsche Bauzeitung 1910, S. 1–2). </p><p>Trotz der Tatsache, dass die Geschichte des Schulbaus Anfang des 20. Jahrhunderts bereits auf einige Jahrzehnte zurückblicken konnte, in denen zunehmend unterschiedliche Formen entwickelt wurden, handelt es sich bei dem von Hans Grässel entworfenen Schulhaus um eine Art Kasernenbau, mit klaren, linearen, strengen Formen, einem symmetrischen Aufbau und einheitlichen rechteckigen Fensterformen mit Sprosseneinteilung.</p><p>Von außen gesehen scheint die Farbgestaltung in grau und beige sehr zurückgenommen. Strukturierter Aufbau und ästhetisch angenehme Atmosphäre für die Schüler:innen sollten miteinander verbunden werden. Während aus Kostengründen auf Prunkelemente weitgehend verzichtet werden sollte, waren Schmuckelemente am Gebäude erwünscht. Auffallend ist die sich zentral auf dem Gebäude befindende kleine Turmhaube mit grünem Dach und blauer Turmuhr. Einen Kontrast zu den linearen Formen liefern die geschwungenen Giebelumrisslinien und die Gestaltung der Dachgauben, die in neobarocken Formen ausgeführt wurden. Den Dachabschluss bilden als verspielte ornamentale Elemente Vasen mit Blumengebinden. </p><p>Die Entwicklung der zeitgenössischen Pädagogik spiegelt sich darin, dass das Gebäude neben explizit schulischen Zwecken dienenden Räumen auch mit Turnsälen, Werkstätten, Schulgärten, Zeichensälen und einem Physiklabor ausgestattet war. Daneben wurden oft Kindergärten und Kinderhorte in Schulhäuser einbezogen, in München waren diese ab 1874 vorgesehen. Auch Armenversorgung wurde oft durch die Ausgabe von Mahlzeiten innerhalb der Schulhäuser geleistet. Obwohl in den Bauplänen für letztere keine örtliche Zuweisung vermerkt ist, ließen sich die Räumlichkeiten für den Kindergarten im Erdgeschoss der Fürstenrieder Schule finden.</p><p>Im Schulgebäude Hans Grässels lässt sich ein Miteinander unterschiedlicher für die Zeit typischer Ansätze finden. Ästhetik und Atmosphäre wurden bedacht, die Ausstattung der Räume erfolgte nach neuen pädagogischen Prinzipien, ist gleichzeitig aber auch reglementierend. Traditionelle Bauweise und die Verwendung folkloristischer Elemente waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts progressiv, wurden allerdings fortschreitend von völkischen Perspektiven vereinnahmt. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/138">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-20T16:30:24+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:35:33+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Königliche Lehrerinnen-Bildungsanstalt : Ort der Ausbildung von Ausbilderinnen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Königliche Lehrerinnen-Bildungsanstalt diente der Ausbildung weltlicher – in bewusstem Gegensatz zu kirchlicher – Lehrerinnen, vor allem von Volksschullehrerinnen. Das 1907 von Hans Grässel konzipierte Gebäude wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b88c1a41cbcb663fd926081a72b1c149.jpg" alt="Die Lehrerinnen-Bildungsanstalt in der Au, Postkarte vor 1914" /><br/><p>Bereits 1871 war durch den Landrat von Oberbayern der Beschluss gefasst worden, ein Lehrerinnenseminar in München zu gründen, da es an geregelter Ausbildung für weltliche Volksschullehrerinnen mangelte. Räumlichkeiten wurden ironischerweise bis 1908 vom Damenstift St. Anna in der Ludwigstraße 14 zur Verfügung gestellt. 1901 wurde angesichts der wachsenden Schülerinnenzahlen einstimmig der Errichtung eines neuen, eigenen Gebäudes zugestimmt.</p><p>Das Gebäude an der Frühlingstraße wurde zwischen 1907 und 1909 unter der Leitung von Hans Grässel errichtet. Der Bau sollte, wie auch die anderen Schulbauten Grässels, den Repräsentationsansprüchen einer „überregionalen, oberbayerischen Erwachsenenweiterbildung“ (zit. nach Voglmaier 1994, S. 146) entsprechen. </p><p>Die innerstädtische Grundstückswahl war bereits eine wichtige Vorgabe. Das Gebäude sollte von der Museumsinsel oder dem Zentrum aus gesehen eine Fernwirkung erzielen. Der Farben- und Formenreichtum des Gebäudes ging über die von Grässel „proklamierten und praktizierten Einfachlösungen der Volksschulen“ (zit. nach Voglmaier 1994, S. 146) hinaus. Bei der barockisierenden Baugestaltung handelt es sich allerdings nicht um eine behördliche Vorgabe, sondern um eine bewusste künstlerische Entscheidung des Architekten.</p><p>Der Bau bestand aus einem Haupttrakt, der an die Frühlingstraße gerückt war, und zwei niedrigen Flügelbauten, die senkrecht die Verbindung zu Schweigerstraße und Entenbachstraße herstellten. Entlang der Entenbachstraße war zudem ein Flügelbau mit Turnsaal und darüber der Direktorenwohnung angelegt. An den alten Baumgruppen befand sich ein Turn- und Spielplatz. </p><p>Die Deutsche Bauzeitung von 1910 beschrieb die Ausstattung der Schule wie folgt: „Das Gebäude enthält eine Präparandinnen-Abteilung zu 2 mal 3 Klassen, eine Seminar-Abteilung ebenfalls zu 2 mal 3 Klassen und eine Seminar-Uebungsschule zu 8 Volksschulklassen, dazu eine Turn- und Festhalle, einen Naturkunde-Saal mit ansteigenden Sitzreihen, einen Lehrprobesaal mit verstellbaren Sitzen, Zeichnungs- und Modelliersäle, Musik-Uebungsräume, eine Schulküche, ein Wannenbad für unbemittelte Schülerinnen, ein Brausebad für die Seminar Uebungsschule, sowie Wohnungen des Direktors und Schuldieners“ (Neue Münchener Schulbauten, in: Deutsche Bauzeitung 1910, S. 46).</p><p>Die Lehrerinnen-Bildungsanstalt blieb  von 1908 bis 1935 in diesem Gebäude. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es nach Hans Schemm, dem Gauleiter der Bayerischen Ostmark, zur Hans-Schemm-Aufbauschule umbenannt und als gemischte und verkürzte Oberschule genutzt. </p><p>Das Gebäude wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1943 bei einem Luftangriff zerstört. 1952 wurde an dieser Stelle ein Neubau errichtet, dessen Grundriss Ähnlichkeiten zu dem von Grässel aufweist. Mittlerweile befindet sich dort das musische Pestalozzi-Gymnasium. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/137">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-20T15:56:42+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:35:44+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Schulgebäude am Gotzinger Platz: Bildung mit Repräsentationsansprüchen ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Schulgebäude am Gotzinger Platz in Sendling beherbergten eine der ersten Simultanschulen in München. Wie viele andere Schulen des Architekten Hans Grässel (1860–1939) entstand der Bau, bei dem gleichermaßen auf Angemessenheit, ästhetischen Anspruch sowie auf die Anwendung traditioneller Methoden der Baukunst geachtet wurde, in einem Arbeiter:innenviertel.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3a07b750e7aec3083a21f4b9a51e677d.jpg" alt="Schule am Gotzinger Platz auf unbebautem Terrain, 1907" /><br/><p>Die Einführung von Simultanschulen oder Gemeinschaftsschulen, das heißt Schulen, in denen Kinder unterschiedlicher Konfessionen zusammen nach christlich-abendländischen Grundsätzen unterrichtet wurden, war in München umstritten gewesen – 1912 ließen sich im ganzen Stadtgebiet nur zwei zählen. Verschiedene Versuche, in Bayern Gemeinschaftsschulen zu etablieren, waren bis auf die Zeit des Nationalsozialismus von geringem Erfolg. Erst 1968 konnten in Bayern Simultanschulen großflächig eingeführt werden. </p><p>Das zweiflügelige Schulhaus wurde zwischen 1905 und 1907 an der Südseite des Gotzinger Platzes erbaut. Die katholische Volksschule sowie Kindergarten und Tageshort befanden sich im höheren Osttrakt, welcher sich nach außen durch einen Turm baulich abhebt. Im Westflügel waren eine protestantische Schule sowie die städtische Berufsschule für Schlosser und Schreiner untergebracht. Die beiden Trakte teilten sich einen quer eingeschobenen Verbindungsbau mit Turnsälen und Aula.</p><p>Im Gegensatz zu vielen Schulgebäuden aus dem 19. Jahrhundert ist dieser Gebäudekomplex nicht streng symmetrisch. Die einzelnen Elemente sind stattdessen zueinander versetzt, wobei sie gestalterisch immer noch miteinander korrespondieren. Das nimmt dem Gebäude den kasernenartigen Charakter, den Schulen im 19. Jahrhundert oftmals besaßen.</p><p>Der Gebäudekomplex ist in hellgrüner Farbe gestrichen. Diverse dekorative Elemente sind an unterschiedlichen Stellen der Gebäude in dunkelgrüner, gelber oder roter Farbe angebracht. </p><p>Die Betonung einer emotionalen und individualisierenden Komponente, auch im Inneren der Gebäude, war für den zuständigen Architekten Hans Grässel von großer Bedeutung. Davon zeugen seine Experimente mit der Farbenlehre (gespeist u.a. aus den Schriften Goethes und Grässels subjektiven Erfahrungen), welche er mehrfach in seine Vorträge einbezog, sowie sein Interesse für Kunstgewerbe und Volkskunst – was sich bis in die Inneneinrichtung der Schulen fortzog. Diese Herangehensweise kann auch als eine Gegenbewegung zur Modernisierung und Rationalisierung des Bauwesens mit seiner Hinwendung zu Technik und Komfort verstanden werden. Bestimmte Architekten, zu denen Grässel zählte, fürchteten eine zunehmende Verdrängung traditioneller Methoden der Baukunst.</p><p>Gleichzeitig sollte der Schulbau im umliegenden Stadtbild dominieren und durch seine Wirkung auch zur Geschmacksbildung beitragen. Schulgebäuden kam im Verlaufe des 19. Jahrhunderts zunehmend eine repräsentative Funktion im Stadtraum zu, welche früher Kirchen vorbehalten gewesen war.</p><p>Der Komplex wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 1954–1955 wiederhergestellt und 1994 bis 2000 generalsaniert. Mittlerweile beherbergen die Gebäude die Volksschule Gotzinger Platz (mit Grund- und Mittelschule), sowie die Maria-Probst-Realschule. Zu den ehemaligen Schülern zählen unter anderem der Journalist und Schriftsteller Sigfried „Sigi“ Sommer und der Regisseur Rainer Werner Fassbinder.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/136">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-19T16:53:16+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:35:55+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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