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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[Der „Führerbau“ am Ende des Zweiten Weltkrieges : Ein Kunstdepot wird geplündert]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Kurz vor der Eroberung Münchens durch die Amerikaner, deren Truppen unmittelbar vorher das KZ in Dachau befreit hatten, wurde das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz von der Bevölkerung geplündert. Neben Lebensmitteln, Ausstattungsstücken und anderem verwertbaren Material wurden auch hunderte von hochkarätigen Kunstwerken aus den Depots in den Luftschutzkellern der Gebäude gestohlen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6e0558ef9e7656391d8652995f4f4de3.jpg" alt="Ansicht des „Führerbaus“ von Norden, 1935" /><br/><p>Was war geschehen? Weshalb waren in den Gebäuden der Partei Kunstwerke gelagert? Als am 28. April 1945 die amerikanischen Truppen in einer Zangenbewegung von Norden und Süden kommend München erreichten und einnahmen, war das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz längst von Wachmannschaften und Personal verlassen. Ohnehin hatte seit Beginn des Krieges die politische Bedeutung und mediale Inszenierung von „Führerbau“ und benachbartem „Verwaltungsbau“ stetig abgenommen. Während im Verwaltungsbau allerdings weiterhin die Finanzverwaltung der Partei und die Pflege der Mitgliederkartei betrieben wurde, war dem „Führerbau“ eine neue Funktion zugewiesen worden. Für den sogenannten „Sonderauftrag Linz“, also für das von Hitler geplante aber nie realisierte Führermuseum in Linz, diente er als logistisches Zentrum. Hier besichtigte Hitler in regelmäßigen Abständen neu „erworbene“ Kunstwerke, hier wurden die Objekte durch Fotografen professionell dokumentiert und registriert. Diese Fotografien wiederum dienten dem wissenschaftlichen Team des Sonderauftrags, das an der Gemäldegalerie in Dresden angesiedelt war, als Arbeitsgrundlage für die kunsthistorische Einordnung und Katalogisierung der Werke. Die Erwerbungen des „Sonderauftrags“ wurden anfangs über Dresden, später immer häufiger auch direkt aus den verschiedenen besetzten Ländern nach München geschickt und dort in ein Gesamtinventar aufgenommen, das von dem Architekten Hans Reger geführt wurde. Reger organisierte von München aus die Transporte der Kunstwerke des „Sonderauftrags“ in die Bergungsdepots. Das war zunächst das Stift Kremsmünster, in das ca. 1.700 Werke von München ausgelagert wurden. Als Hitler das Stift im November 1943 unter Luftschutzgesichtspunkten nicht mehr sicher genug erschien, trat das Depot im Salzbergwerk Altaussee in der Steiermark an dessen Stelle. Bis in den April 1945 wurden aus dem „Führerbau“ gut 1.600 Gemälde hierhin geliefert. Ein Transport mit 137 Gemälden und weiterem Kulturgut verließ München noch am 13. April 1945. Im „Führerbau“, der gewissermaßen als ein Hilfsdepot fungierte, benutzte man für die luftschutzsichere Deponierung die eigentlich für den Schutz von Personen vorgesehenen Zellen in der Bunkeranlage im Kellergeschoss auf der Westseite des Gebäudes. Die kleinteilig gegliederte Anlage mit Grundrissgrößen zwischen 8,5 und 21,5 Quadratmetern und einer beschränkten Zugangshöhe von maximal 2,20 Metern legten den Einlagerungen von Kunstgut hinsichtlich der Größe deutliche Einschränkungen auf. Was aber war nun vor fast 70 Jahren in den Zellen der Luftschutzkeller des Parteizentrums der NSDAP gelagert? Was fiel den Plünderungen zum Opfer? Dazu kursierten seit 1945 die unterschiedlichsten Informationen, Gerüchte und Zahlen. Beispielhaft schildert der Bericht über die Vernehmung Hans Regers durch die Amerikaner die Ereignisse:  „Am 29. April 1945 befanden sich noch 723 Objekte, darunter die Sammlung SCHLOSS (262 Gemälde) in den Luftschutzbunkern. … Am späten Abend des 29. April 1945 drang eine Gruppe von Zivilisten in den Führerbau ein und plünderten in großem Stil, darunter auch die Gemälde in den Luftschutzbunkern. … Weitere Plünderungen fanden statt, als Truppen der 7th U. S. Army am 30. April und danach eintrafen. Die Ermittlungen laufen derzeit, um die Einzelheiten dieser Aktivitäten zu ermitteln.“ Diese Ermittlungen wurden zunächst vom Central Collecting Point durchgeführt, später auch von der Kriminalpolizei und der Treuhandverwaltung. Im Laufe der Jahre gelang es, einige der Kunstwerke aufzuspüren und zurückzuführen. Der gesamte Umfang des Diebstahls wurde erst durch ein Forschungsprojekt des Zentralinstituts für Kunstgeschichte sichtbar, das mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste zwischen 2014 und 2018 durchgeführt werden konnte. Die Grundlage dieses Projekts bildeten u. a. die reichhaltige Überlieferung an historischem Fotomaterial aus der NS-Zeit, das in der Photothek des ZI bewahrt ist. Der Abschlussbericht des Projekts dokumentiert ausführlich die belegbaren Verluste und bilanziert folgende Zahlen: Ende April 1945 waren ca. 1.500 Objekte noch im Führerbau deponiert, davon wurden 676 Kunstwerke gestohlen. 297 Objekte konnten im Laufe der Jahrzehnte wiedergefunden werden. Allerdings müssen 379 Kunstwerke bis heute für die Öffentlichkeit und die Forschung als verschollen gelten! Die verschwundenen Bilder sind zu einem großen Teil bei Interpol als gestohlen registriert und bei der deutschen Polizei zur Fahndung ausgeschrieben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/81">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-05-03T17:40:33+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:51:43+02:00</updated>
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      <name>Stephan Klingen</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Parteiviertel der NSDAP: Bürokratie und Kult]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz war das erste große Bauprojekt der Nationalsozialisten in Deutschland. Durch die Errichtung von vier neoklassizistischen Bauten an der heutigen Katharina-von-Bora- und Arcisstraße sowie die Umgestaltung des Königsplatzes nach Plänen des Architekten Paul Ludwig Troost entstand bis 1937 ein monumentales Forum der Bürokratie und des Kults.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b126c0a3e89c78a705079ebe4bad3787.jpg" alt="Der Königsplatz, von den Propyläen nach Osten, 1938" /><br/><p>1930 kaufte die NSDAP das Palais Barlow in der Brienner Straße (ehemals Brienner Straße 34, im Krieg zerstört, dort heute das NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1) und baute es zur Geschäftsstelle der Partei um. Als „Wiege der Partei“ und ideologischer Memorialort der NS-Bewegung wurde dieses sogenannte „Braune Haus“ zum Kern des Parteiviertels, das seit 1933 in der Maxvorstadt entstand. Mehr als 50 Gebäude entlang der Arcisstraße und ihrem südlichen Abschnitt (heute: Katharina-von-Bora-Str. 10), Karlstraße, Brienner Straße, Barer Straße und Gabelsbergerstraße sowie angrenzender Straßen gingen im Laufe der 1930er Jahre in den Besitz der NSDAP über. Sie wurden entweder abgerissen, um Platz für Neubauten zu machen, so wie das Palais Pringsheim (Arcisstraße 12, 1933 vom Vorbesitzer Alfred Pringsheim unter Zwang verkauft, 1934 abgerissen), oder für die zahlreichen Dienststellen der Parteiorganisationen neu genutzt.
Nach Entwurf des Architekten Paul Ludwig Troost (1878–1934) und unter der Leitung des nach seinem Tod gegründeten Atelier Troost (Gerdy Troost, Leonhard Gall) entstand an der Ostseite des Königsplatzes eine symmetrische Baugruppe: der „Führerbau“, zwei „Ehrentempel“ und der „Verwaltungsbau“. Südlich schloss der NSDAP-Postbau mit einem Heizkraftwerk an. Die „Ehrentempel“ dienten dem pseudo-religiösen NS-Kult zur Stilisierung von Hitlers (erfolglosem) Putschversuch vom 9. November 1923. Der „Führerbau“ wurde nur bei einem einzigen Anlass als politischer Repräsentationsort des NS-Regimes international wahrgenommen – bei der Unterzeichnung des Münchner Abkommens 1938. Der „Verwaltungsbau“ hingegen erfüllte bis April 1945 seine ursprüngliche Funktion. Bis Kriegsende blieb das Münchner Parteizentrum Sitz der „Reichsleitung der NSDAP“. Mit der administrativen Schaltstelle der Partei bildete die „Hauptstadt der Bewegung“ das Gegengewicht zur Reichshauptstadt Berlin. In München saßen neben dem „Reichsorganisationsleiter“ zwei große Abteilungen der „Reichsleitung der NSDAP“, die als administrative Macht- und Herrschaftsinstrumente Hitlers Regime bis zum Ende stützten und sicherten: die Dienststellen „Reichsschatzmeister“ und „Stellvertreter des Führers“. Die im „Verwaltungsbau“ geführte zentrale Mitgliederkartei der NSDAP, die 1939 ihren Höchststand mit knapp 8 Millionen Mitgliedern erreichte, enthielt bei Kriegsende etwa 11 Millionen Karten. Sie befinden sich heute im Bundesarchiv in Berlin.
Die NSDAP-Parteigebäude wurden nach Kriegsende von der US-Armee beschlagnahmt und geräumt. Seit Juni 1945 wurden sie zunächst als Kunstsammelstelle (<a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/27" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Central Art Collecting Point</a>) genutzt und sind seither kontinuierlich Sitz von Kulturinstitutionen: das Haus der Kulturinstitute im ehemaligen „Verwaltungsbau der NSDAP“, die Hochschule für Musik und Theater München im ehemaligen „Führerbau“.
Die Sprengung der Pfeiler der „Ehrentempel“ im Januar 1947 setzte die Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats um. Diese forderte, alle NS-Embleme aus dem Stadtbild zu entfernen. 1957/58 ließ die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in Vorbereitung der 800-Jahr-Feier Münchens die verbliebenen Sockel mit Erde auffüllen und bepflanzen. Der erhaltene Sockel südlich der Brienner Straße ist seit den 1980er Jahren zusammen mit dem Gartengelände des Gebäudes Katharina-von-Bora-Straße 10 als Biotop Muc-Bio-Nr. 151b kartiert. Seine Vegetation wird zur Wahrung der Verkehrssicherheit geschnitten. Der Bewuchs des nördlichen Sockels ist nicht (mehr) als Biotop klassifiziert. Die Rudimente des Sockels dienen als historisches architektonisches Exponat in Sichtbeziehung zum NS-Dokumentationszentrum für München, das 2015 am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“ eröffnet wurde. Beide Sockel sind historisch einzigartige Dokumente des nationalsozialistischen Kultes um die „Märtyrer der Bewegung“ wie auch der jahrzehntelangen Verdrängung der Rolle Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“. Die Sockel sowie die erhaltenen Monumentalgebäude stehen unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60">Für mehr (einschließlich 13 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-01-30T13:40:07+01:00</published>
    <updated>2023-10-16T23:11:34+02:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte: Vom Elfenbeinturm zum Maschinenraum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Trotz seiner vergleichsweise erst jungen Geschichte verfügt das Zentralinstitut für Kunstgeschichte heute über eine der größten und am besten erschlossenen Fachbibliotheken zur Kunstgeschichte weltweit, außerdem über zahlreiche teils seltene Fotografien sowie Archivalien und digitale Ressourcen, die allen Interessierten zur Verfügung stehen. Das ZI ist zugleich ein Forum des wissenschaftlichen Austausches, an dem kunsthistorische Forschung intensiv diskutiert und debattiert wird, auch in Form eines dichten Programms öffentlicher Veranstaltungen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/52b0869b4130218dd69ebc3e85cafe5a.jpg" alt="Das Haus der Kulturinstitute, 2014" /><br/><p>Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist das einzige selbstständige – nicht an eine Universität angegliederte – Forschungsinstitut zur Kunstgeschichte in Deutschland. Es wurde 1946 aus dem <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/27" target="_blank" rel="noopener">Central Collecting Point</a> (CCP) heraus gegründet und nahm am 1. März 1947 im ehemaligen "Verwaltungsbau der NSDAP" am Königsplatz seine Arbeit auf.
Im CCP, der Sammelstelle für die von den Nationalsozialisten in ganz Europa geraubten Kunstgüter, wurde zur Rückgabe der Werke an die beraubten Länder und Personen eine kunsthistorische Fachbibliothek und Fotosammlung aufgebaut; zu großen Teilen gespeist aus dem beschlagnahmten Besitz von NS-Größen und nationalsozialistischen Institutionen. Dieses Material bildete nach dem Ende des CCP die Grundausstattung des ZI. Nach und nach wurden diese Ressourcen weiter ausgebaut und vor allem in einem legendären Zettelkatalog für das wissenschaftliche Fachpublikum aufbereitet. Dieser "Sachkatalog" war ein wohlgehüteter Schatz, denn bis in die 1990er Jahre war das ZI ein ungemein exklusiver Ort: Der Mensch, der hier Einlass finden wollte, musste mindestens an einer kunsthistorischen Doktorarbeit schreiben, wenn nicht gar an einer Habilitationsschrift. Immerhin, mit dem Beginn der digitalen Revolution, die im "Elfenbeinturm" der Kunstgeschichte später begann als anderenorts, und mit der Umstellung der Katalogisierung auf den digitalen Verbundkatalog Kubikat gemeinsam mit den anderen deutschen Forschungsinstituten in Florenz, Rom und Paris, wurden nun solche Zugangsbeschränkungen völlig obsolet.
Heute stehen das Institut und seine hier gebildeten Forschungsinfrastrukturen – genauso wie die wissenschaftlichen Veranstaltungen – allen kostenfrei offen. Ein elektronischer Scan- und Lieferdienst ermöglicht die dezentrale Nutzung der gesammelten Medien. Die Zeitschriften und Publikationen des Hauses werden soweit möglich im open access veröffentlicht; auch die digitalen Ressourcen, wie Datenbanken und E-Books, stehen allen Usern weltweit über das Internet zur Verfügung. Die App <em>MunichArtToGo</em> ist vor diesem Hintergrund ein nächster Schritt in einer organischen Entwicklung. Wenn Sie mehr über das ZI erfahren wollen, müssen Sie jetzt nur noch die zugebenermaßen massive Eingangstür aufstemmen. Sie finden das ZI – vorbei an den Figuren des Abgussmuseums – im ersten Stock des Gebäudes.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/42">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-20T10:48:58+02:00</published>
    <updated>2026-02-19T11:35:15+01:00</updated>
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