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    <title type="html"><![CDATA[Die Theatinerkirche St. Kajetan und Adelheid: Ordens-, Hof- und Votivkirche vom kurfürstlichen Kinderwunsch zum Startschuss für den bayerischen Barock]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Man muss Mut zu prächtigen Dingen haben.“ Mit diesen Worten verteidigte der Kurfürst Ferdinand Maria die Ausmaße der Kirche, die seine Gemahlin Henriette Adelheid und er als Dank für die Geburt ihrer ersten beiden lang ersehnten Kinder dem Armut gelobenden Theatinerorden erbauten. So gab die ambitionierte Votivkirche tatsächlich den Anstoß für den nordalpinen und besonders den eigenwilligen bayerischen Barock.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/058323319ff571c520aaef25cc768446.jpg" alt="Stich „Das Theatiner Kloster in München“" /><br/><p>Die<span> Anfänge der Theatinerkirche </span>beschreibt eine lyrische Visionsgeschichte von Henriette Adelheid von Savoyen (1636–1676). Die bayerische Kurfürstin soll 1660 an einem Fenster der Münchener Residenz gestanden und beim Blick hinaus von einer prachtvollen Kirche mit einer weiten Kuppel und schmuckreichen Türmen nach römischer Art geträumt haben. So dichtet zumindest die Schriftstellerin Ricarda Huch 1910 in ihrem Werk über den Kirchenpatron.
Der Heilige Kajetan von Thiene (1480–1547) ist keiner der in Bayern traditionell verehrten Heiligen und war auch zur Gründungszeit der Theatinerkirche noch weitestgehend unbekannt und „nur“ seliggesprochen. Kurfürstin Henriette Adelheid hatte den Gründer des Theatinerordens bereits als junges Mädchen zu ihrem persönlichen Schutzpatron erkoren (was sicher mit ihrem theatinischen Erzieher Stefano Pepe zusammenhing) und ihn bei ihrer Vermählung mit dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria (1636–1679) mit ins Kurfürstentum gebracht.
Als die Ehe des jungen Kurfürstenpaares sechs Jahre kinderlos blieb, legte Henriette Adelheid 1658 ein Gelübde an ihren Schutzpatron ab: Sollte sie durch die Fürsprache Kajetans ein Kind zur Welt bringen, würde sie seinen Orden nach München holen und hier eine Kirche mit zugehörigem Kloster zu seinen Ehren errichten.
Zwei Jahre später konnte das Herrscherpaar endlich das erste Kind, Maria Anna Christina (1660–1690), in den Armen halten und man begann, inspiriert von Henriette Adelheids Vision einer prächtigen Kirche, die das Auge erfreuen sollte, die ersten Planungen für die heutige Theatinerkirche.
Angetrieben von einem zweiten Gelübde, in dem das Paar nun gemeinsam um einen männlichen Nachkommen bat, wurde am 29. April 1663 der Grundstein für die Kirche gelegt – ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Max Emanuel.
Bereits 1661 übernahm der bolognesische Architekt Agostino Barelli (1626–1697) den Auftrag zum Bau der Votivkirche. Als Vorbild wünschte der Kurfürst die Mutterkirche der Theatiner in Rom, Sant’Andrea della Valle. Auch die Pariser Votivkirche Val de Grâce, gestiftet  von Henriette Adelheids Tante Anne d’Autriche im Jahr 1645, wird als Vorbild genannt.
Für den Innenraum orientierte sich Barelli an der Jesuitenkirche Santa Lucia in Bologna. Auf Einwände aus dem bescheidenen Orden, der „vollkommene Armut“ gelobt hatte, erwiderte Ferdinand Maria, „man muss Mut zu prächtigen Dingen haben“. Auch die Kurfürstin äußerte den Wunsch, die Kirche solle die „schönste und kostbarste der Stadt werden“. Der Kirchenbau nahm rasch Form an und der Rohbau wurde 1674 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt übernahm der Hofbaumeister Enrico Zuccalli (um 1642–1724) das Bauprojekt. Während der Bauarbeiten kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Barelli und dem Theatiner Antonio Spinelli (1630–1706), der die Bauleitung übernahm, da Barelli wohl bolognesische und römische Maßeinheiten durcheinanderbrachte, was die Statik gefährdete.
Kurz nach der Weihe im Jahr 1675 verstarben zunächst 1676 die Kurfürstin und 1679 auch Ferdinand Maria, dem der erst 18-jährige Sohn Max Emanuel als Kurfürst nachfolgte. Die Amtszeit des jungen, ehrgeizigen Fürsten war bestimmt durch kriegerische Auseinandersetzungen mit den Osmanen und einem neuen Repräsentationsbewusstsein. Die Theatinerkirche musste daher mit begrenzten finanziellen Mitteln vollendet werden. Bis 1685 wurde das Kloster, bis 1688 die Innenausstattung fertig gestellt. Statt des aufwendigen Fassadenentwurfs von Barelli wurden bis 1692 nur die beiden Fassadentürme vereinfacht ausgeführt. Der Mittelteil der Fassade blieb zunächst unvollendet und wurde zu besonderen Anlässen mit bemalten Tüchern geschmückt.
Endlich vollendet wurde die Fassade fast 100 Jahre später, als ein weiteres Kurfürstenpaar kinderlos blieb: Max III. Joseph von Bayern (1727–1777) und Maria Anna von Sachsen (1728–1797) stifteten die Kirchenfassade in derselben Hoffnung wie schon ihre Vorfahren. Bis 1768 wurde die Fassade im Stil des Frühklassizismus von den beiden Münchener Architekten Francois de Cuvillés d. Ä. (1695–1768) und seinem gleichnamigen Sohn (1731–1777) fertiggestellt. Dieses Mal blieb der Wunsch des Fürstenpaares jedoch unerfüllt und die altbayerische Linie der Wittelsbacher starb mit ihnen aus. Als neuer Kurfürst wurde 1777 Karl Theodor <span>(1724-1799) </span>aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher eingesetzt.
Die Theatinerkirche gilt als die erste Kirche Bayerns, die sich konsequent am neuen, barocken Idealbauschema nach dem tridentinischen Konzil orientiert. Wie das große Vorbild Il Gesù in Rom, präsentiert sie sich als weitläufige Saalkirche auf kreuzförmigem Grundriss mit einer zentralen Kuppel und Seitenkapellen. Damit ist St. Kajetan und Adelheid in München ein einzigartiges Beispiel eines neuen fürstlichen Repräsentationsbedürfnisses und gab als erster Kirchenbau des italienischen Hochbarocks nördlich der Alpen den Anstoß für den späteren, einzigartigen bayerischen Barock.
</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/300">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-10T11:17:11+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:11:43+01:00</updated>
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      <name> Katharina Roßmy&#13;
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Preysing: Beginn des Rokoko vor den Toren der Residenz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In unmittelbarer Nachbarschaft zur Residenz München befindet sich das ehemalige Adelspalais des Grafen Johann Maximilian IV. Emanuel von Preysing (1687–1764). In nur fünfjähriger Bauzeit von 1723 bis 1728 errichtete Josef Effner (1687–1745) das Bauwerk für den damaligen Oberststallmeister des Kurprinzen Karl Albrecht (1697–1745). Die spätbarocke Fassade und die prunkvolle Innenausstattung läuteten eine neue Phase im Münchner Profanbau ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fe34d4d45fb44bd44abc8905a039fc1c.jpg" alt="Fassade an der Residenzstraße, vor 1938." /><br/><p>Der nördlich an die Feldherrnhalle angrenzende Baublock mit reich stuckierten Fassaden geht auf einen Entwurf des Hofarchitekten Joseph Effner zurück. Er war bereits in Paris für Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662–1726) tätig, während dieser im Exil lebte. Als Effner den Kurfürsten 1715 zurück nach München begleitete, bereicherte er das hiesige höfische Bauwesen mit neuen, aus Frankreich importierten Bauideen. Die prachtvolle Ausstattung des Palais mit Stuck und Deckenmalerei wurde von Johann Baptist Zimmermann (1680–1758) beziehungsweise Jacopo Amigoni (1682–1752) realisiert. Zimmermann brach dabei mit den Konventionen der damaligen profanen Palastarchitektur: Er übertrug feingliedrige innenarchitektonische Elemente auf den Außenbau. Als Inspiration dienten ihm die Stadtpaläste in Wien, wie das Palais Schönborn-Batthyány oder das Palais Daun-Kinsky. Die polychrome Fresken Amigonis, die im Inneren die Decken einzelner Räume zierten, sind bereits im 19. Jahrhundert verschwunden, darüber hinaus erlitt das Gebäude im Zweiten Weltkrieg starke Schäden. Ein besonderer Höhepunkt ist das heute frei zugängliche Prunktreppenhaus. Hier verbergen sich in der üppig stuckierten Pflanzornamentik fantasievolle Tier- und Fabelwesen. Schriftlichen Überlieferungen zufolge war an der Decke das Haus Preysing dargestellt, geführt von der Personifikation der Klugheit (Prudentia). Die Gottheiten Minerva und Mars überreichten ihr die Attribute der Gerechtigkeit und des Friedens (Palm- und Olivenzweigen).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/287">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-07T09:16:01+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:46:22+02:00</updated>
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      <name>Lilia Gaivan</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg: China-Mode am barocken Hofe und architektonisches Vorbild]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Pagodenburg ist eine der vier Parkburgen in der Schlossanlage Nymphenburg. 1716 bis 1719 im Auftrag Kurfürst Max Emanuels von Bayern (1662–1726) durch Joseph Effner (1687–1745) errichtet, weist ihr Name auf die im Inneren zu findenden Chinoiserien hin.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg" alt="Pagodenburg, Südseite, 20. Jahrhundert" /><br/><p>Der charmante zweigeschossige Außenbau orientiert sich an einem französischen Barockklassizismus, der sich als Lustbau eine ungewöhnliche Gestaltung wie überdimensionierte Kolossalpilaster erlaubt. Der achteckige Grundriss mit vier auf den Kreuzachsen angesetzten, kurzen Armen stellt eine Seltenheit dar. In der vormals barocken Gestaltung des Gartens bildete die Pagodenburg den Anfang für die Bahn des Paille-Maille-Spiels (Vorgänger des Croquets). Nach dem Spiel konnte sich die Hofgesellschaft innen ausruhen und vergnügen.  Im durch Rotterdamer Kacheln verkleideten ebenerdigen Salettl wurde gespeist. Dort sind die Wände mit fantasievollen Chinadarstellungen ausgemalt. Die Küche befand sich östlich in einem Nebengebäude. Das Obergeschoss aus einem Vorzimmer mit Lackarbeiten und chinesischen Papiertapeten, einem Schlafzimmer mit teilvergoldeten Wandvertäfelungen im Régence-Stil und einem roten Kabinett ist von außergewöhnlicher künstlerischer Feinheit und Intimität. Nur wenigen Personen dürfte es zugänglich gewesen sein. Der einzigartige Bautypus fand Nachfolger in der Pagodenburg in Rastatt und Schloss Clemenswerth in Sögel, welches Max Emanuels Sohn Clemens August von Bayern (1700–1761) als Fürstbischof von Münster errichtete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/284">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-12-10T10:25:24+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:46:37+02:00</updated>
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      <name>Neven Denhauser</name>
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