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    <title type="html"><![CDATA[Der „Schreitende“ an der Friedenheimer Brücke: Ein Einheitsdenkmal von Michael Morgner]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Figur aus dem Jahr 2016 zeigt einen Menschen, der mit hoch erhobenen, verschränkten Händen einen großen, entschlossenen Schritt macht. Die Skulptur „Schreitender“ stammt von dem Chemnitzer Künstler Michael Morgner (geboren 1942) und gehört zu seinem zentralen Formenvokabular, mit dem er verschiedene Daseins- und Erlebnisstufen des Menschen thematisiert.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/581bc41251e670975e982484ff1897f6.jpg" alt="Der „Schreitende“ von Michael Morgner, 2017" /><br/><p>Die Stahlfigur steht am Ende einer Stahlplatte, die im Negativ die freien Flächen der stehenden Figur zeigt. So existiert die Figur zweimal – einmal liegend und einmal stehend. Die Idee des „Schreitenden“ entstand bereits 1978 aus einer Zeichnung, in einer Zeit, in der Morgner nach einem Skiunfall und sieben Operationen selbst nicht aufrecht gehen konnte. Die erste Umsetzung als Stahlskulptur erfolgte im Jahr 2000 für den Theaterplatz in Chemnitz. Weitere Ausführungen befinden sich in Oberstdorf im Allgäu, im Ostseebad Ahrenshoop und in Reinsdorf bei Zwickau. Diese sind im Sinne des Künstlers als Einheitsdenkmal gedacht, das sich aus allen Himmelsrichtungen aufeinander zubewegt.
Das Motiv des „Schreitenden“ taucht auch in zahlreichen Malereien und Grafiken Morgners auf. Die Figur symbolisiert Themen wie (Wieder-)Aufstehen, Widerstand und Freiheit prägen die Figur. Diese Motive spiegeln auch Morgners Erfahrungen in der DDR wider.
Kunst wurde dort als politisches Instrument genutzt, um marxistisch-leninistische Werte und damit die staatliche Ideologie zu vermitteln. Der Sozialistische Realismus galt als verbindliche künstlerische Leitlinie: Kunstwerke sollten verständlich, lebensnah und optimistisch gestaltet sein und die Ziele des Staates unterstützen. Zwar war eine individuelle künstlerische Handschrift grundsätzlich erlaubt, doch musste das sozialistische Menschenbild stets positiv dargestellt werden.
Davon abweichende, insbesondere experimentelle oder abstrakte Kunst galt als „formalistisch“ – also weltfremd, dekadent oder elitär –, da sie nicht der propagierten Aufgabe der Kunst entsprach. Auch der staatlich regulierte Kunstbetrieb folgte diesen Prinzipien. So entschied der Verband Bildender Künstler der DDR darüber, wer im In- oder Ausland ausstellen durfte. Wer sich den offiziellen Vorgaben widersetzte, konnte seine Werke nur schwer zeigen und wurde häufig gesellschaftlich isoliert, vom Ministerium für Staatssicherheit überwacht und teilweise sogar strafrechtlich verfolgt.
Diese Erfahrung machte auch Morgner, als er 1977 gemeinsam mit Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke und Gregor-Torsten Schade (später Kozik) in Chemnitz die Produzentengalerie CLARA MOSCH gründete. Die Gruppe wurde 1982 durch sogenannte „Zersetzungsmaßnahmen“ des Ministeriums für Staatssicherheit zerschlagen. Dabei handelte es sich nicht um offene Verhaftungen, sondern um gezielte psychologische Zermürbung. Typische Maßnahmen waren das Verbreiten von Gerüchten, das Manipulieren von Beziehungen, anonyme Drohungen, Eingriffe in die berufliche Laufbahn oder das heimliche Verfälschen von Post und Dokumenten. Ziel war es, das Vertrauen der Betroffenen in sich selbst und in ihr Umfeld zu zerstören und sie gesellschaftlich zu isolieren.
Trotz dieser Erfahrungen blieb Morgner künstlerisch aktiv. 1986 organisierte das Ministerium für Bundesangelegenheiten Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem staatlichen Kunsthandel der DDR die Ausstellung <em>„</em>Menschenbilder – Kunst aus der DDR<em>“</em>. Man wünschte sich seine Beteiligung. Die Ausstellung war erfolgreich und zeigte erstmals offiziell Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik, doch Morgner erhielt keine Reisegenehmigung.
In der Figur des „Schreitenden“ verdichtet sich diese biografische und künstlerische Erfahrung: das Aufstehen, Weitergehen und Behaupten des eigenen Weges trotz Widerständen. In München erinnert die Figur zugleich an das Ende der DDR.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/281">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-11-06T09:24:13+01:00</published>
    <updated>2026-01-20T11:25:08+01:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Laimer Schlössl: Ein Haus prominenter bayerischer Persönlichkeiten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Laimer Schlössl in der Agnes-Bernauer-Straße hat einige Besitzerwechsel erlebt und erzählt ein Stück Architekturgeschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/63a87680ac940a82264f5ba651ec86bc.jpg" alt="Das Laimer Schlössl, 1976" /><br/><p>Im Jahr 1716 erwarb Kurfürst Max Emmanuel ein Hofgut in Laim, das damals noch im Wald lag, um dort einen Jagdsitz zu errichten. 1720 wurde das Gebäude auf der Basis eines dort bereits existierenden Bauwerks zum Laimer Schlössl umgebaut. Neben dem Haupthaus gehören zum Hofgut auch ein Nebenhaus mit Remise im Osten. Sein Nachfolger, Max III. Joseph, verkaufte den Jagdsitz im Jahr 1751. Darauf folgten weitere Besitzerwechsel: Die Reichsgräfin von Betschard versuchte in den 1790er Jahren erfolglos, im Laimer Schlössl eine Seidenraupenzucht mit Seidenmanufaktur aufzubauen, später gehörte es dann der Gräfin Chamisso, die dort eine Porzellanmanufaktur gründete, die bis ins 19. Jahrhundert bestand. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die „Terraingesellschaft Neu-Westend“ das Schlösschen und verkaufte es 1908 an den Architekten Theodor Fischer (1862–1938). Dieser gestaltete das Laimer Schlössl um und renovierte es. Die Dachgauben, die von der Straße gut sichtbar sind, gehen auf seinen Umbau zurück. Fischer bewohnte das Laimer Schlössl bis zu seinem Tod ebendort im Jahr 1938. In einem Nebengebäude des ehemaligen Gutshofs wohnte sein Freund Oskar Pixis (1847–1946), ebenfalls Architekt und von 1903 bis 1926 Fischers Büroleiter. Fischers Büro zog mit ihm von Stuttgart nach München, in einen Trakt des Nebenhauses, das zum Laimer Schlössl gehörte. Zeitweise waren dort bis zu 18 Mitarbeiter angestellt. Die Gartenanlagen um das Hofgut planten Fischer und Pixis nach dem Vorbild englischer Reformgärten, die von ihren Frauen Therese Fischer und Hertha Pixis umgesetzt wurden. Der Fischer’sche Teil des Gartens war als repräsentativer Ziergarten mit Rosen, Rittersporn und Sitzbänken am Brunnen angelegt. Die Fassade des Laimer Schlössl wurde mit Rosenspalieren bepflanzt, inspiriert von Adalbert Stifters Roman „Nachsommer“. Der von Hertha Pixis gestaltete Teil enthielt Gemüse- und Beerenanpflanzungen sowie eine Pergola, die für Besprechungen der beiden Architekten genutzt wurde. Der hintere Teil des Grundstücks wurde als historischer Schlosspark mit Eschen in seinem Zustand belassen. 1968 wurde auf diesem Teil des Grundstücks von den Nachfahren der Familie Pixis ein Mehrfamilienhaus errichtet. Architekt war Werner Wirsing (1919–2017). Aktuell steht das denkmalgeschützte Laimer Schlössl seit sechs Jahren leer. Der jetzige Besitzer, ein Investor, hat seit 2023 eine Genehmigung zum Umbau des Schlösschens zu einem Mehrfamilien-Wohnhaus, doch der Beginn der Bauarbeiten steht noch aus.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/211">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-05T16:02:39+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:50:04+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Schulgebäude Fürstenriederstraße : Disziplin und Pastelltöne ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Fürstenrieder Schule wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Eingemeindung Laims in die Stadt München erbaut, um den stetig wachsenden Bedarf an Schulplätzen zu decken. Der Bau lag in den Händen des Architekten Hans Grässel, der in München eine Vielzahl unterschiedlicher Amtsgebäude errichtete, darunter auch mehrere Schulen. Die Architektur sollte ein repräsentatives Zeichen für das Viertel setzen, aber auch auf die Kinder in ihrem Schulalltag wirken.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/dc854711759850f466bd68fad80a5e87.jpg" alt="Die Fürstenriederschule als das Wahrzeichen Laims, 2023" /><br/><p>Zwischen 1901 und 1904 entstand die Fürstenrieder Schule im neu eingemeindeten Stadtteil Laim. Das Gebäude löste die erste, erst 1891 entstandene Schule im rasant wachsenden Viertel ab. Dieser Vorgängerbau war anfangs für nur für 21 Kinder vorgesehen gewesen, welche somit nicht mehr den langen Weg nach Nymphenburg auf sich nehmen mussten. </p><p>Das Wachstum der Viertel war eine generelle Tendenz, die durch die zunehmende Industrialisierung und Landflucht hervorgerufen wurde. In Laim war der Bau eines Rangierbahnhofes und der damit verbundene Zuzug von Eisenbahnerfamilien ein wichtiger Faktor für den Bevölkerungsanstieg. </p><p>Zur Bauzeit war die Schule noch weitgehend freistehend, ohne Eingrenzung durch umliegende Gebäude. Die Architektur sollte einen städtebaulichen Akzent setzen und den Münchner Vorort damit neu definieren. Im voranschreitenden 19. Jahrhundert übernahmen Schulen zunehmend die Signalfunktion in ihrem Stadtteil, die vormals den Kirchenbauten vorbehalten gewesen war. Über ihren Zweck als Schulbauten hinaus sollten sie auch der geschmacklichen Erziehung dienen, „da nach den Münchener Bauvorschriften Bauten in der Nähe von öffentlichen Gebäuden ästhetischen Anforderungen genügen und sich diesen öffentlichen Gebäuden harmonisch angliedern [mussten]“ (Neue Münchener Schulbauten, in: Deutsche Bauzeitung 1910, S. 1–2). </p><p>Trotz der Tatsache, dass die Geschichte des Schulbaus Anfang des 20. Jahrhunderts bereits auf einige Jahrzehnte zurückblicken konnte, in denen zunehmend unterschiedliche Formen entwickelt wurden, handelt es sich bei dem von Hans Grässel entworfenen Schulhaus um eine Art Kasernenbau, mit klaren, linearen, strengen Formen, einem symmetrischen Aufbau und einheitlichen rechteckigen Fensterformen mit Sprosseneinteilung.</p><p>Von außen gesehen scheint die Farbgestaltung in grau und beige sehr zurückgenommen. Strukturierter Aufbau und ästhetisch angenehme Atmosphäre für die Schüler:innen sollten miteinander verbunden werden. Während aus Kostengründen auf Prunkelemente weitgehend verzichtet werden sollte, waren Schmuckelemente am Gebäude erwünscht. Auffallend ist die sich zentral auf dem Gebäude befindende kleine Turmhaube mit grünem Dach und blauer Turmuhr. Einen Kontrast zu den linearen Formen liefern die geschwungenen Giebelumrisslinien und die Gestaltung der Dachgauben, die in neobarocken Formen ausgeführt wurden. Den Dachabschluss bilden als verspielte ornamentale Elemente Vasen mit Blumengebinden. </p><p>Die Entwicklung der zeitgenössischen Pädagogik spiegelt sich darin, dass das Gebäude neben explizit schulischen Zwecken dienenden Räumen auch mit Turnsälen, Werkstätten, Schulgärten, Zeichensälen und einem Physiklabor ausgestattet war. Daneben wurden oft Kindergärten und Kinderhorte in Schulhäuser einbezogen, in München waren diese ab 1874 vorgesehen. Auch Armenversorgung wurde oft durch die Ausgabe von Mahlzeiten innerhalb der Schulhäuser geleistet. Obwohl in den Bauplänen für letztere keine örtliche Zuweisung vermerkt ist, ließen sich die Räumlichkeiten für den Kindergarten im Erdgeschoss der Fürstenrieder Schule finden.</p><p>Im Schulgebäude Hans Grässels lässt sich ein Miteinander unterschiedlicher für die Zeit typischer Ansätze finden. Ästhetik und Atmosphäre wurden bedacht, die Ausstattung der Räume erfolgte nach neuen pädagogischen Prinzipien, ist gleichzeitig aber auch reglementierend. Traditionelle Bauweise und die Verwendung folkloristischer Elemente waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts progressiv, wurden allerdings fortschreitend von völkischen Perspektiven vereinnahmt. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/138">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-20T16:30:24+01:00</published>
    <updated>2023-12-20T17:34:58+01:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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