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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[St. Georg in Bogenhausen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Zwischen Möhlstraße und Montgelas-Berg befindet sich das Herzstück des ehemaligen Pfarrdorfs Bogenhausen: Das kleine Rokoko-Kirchlein St. Georg und der dazugehörige Friedhof, der bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Der genaue Zeitpunkt der Gründung der Pfarrei ist zwar nicht bekannt, wahrscheinlich aber handelt es sich bei St. Georg um die älteste Pfarrkirche Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fdf69f15de956bbc79155f5e17d41d9f.jpg" alt="St. Georg, 1943" /><br/><p>Die heutige Gestalt der Kirche geht auf Umbauarbeiten zwischen 1766 und 1771 zurück. Ausgeführt wurden diese nach Plänen des berühmten Baumeisters Johann Michael Fischer (1692–1766), der in München zuvor bereits die Klosterkirche St. Anna im Lehel errichtet hatte. Die umfangreiche Umgestaltung von St. Georg erfolgte auf der Mauersubstanz des romanischen Vorgängerbaus, zudem erhielt der Turm seine zweifach geschnürte Zwiebelhaube, die bis heute weithin sichtbar das Zentrum von Alt-Bogenhausen markiert.
Die Erneuerung und Vergrößerung der Innenräume ermöglichte schließlich deren prachtvolle und kostbare Ausstattung, die bis 1777 vollendet wurde. Im Mittelpunkt des Bildprogramms steht der vollständig in Schnitzwerk ausgeführte Hochaltar, der von Johann Baptist Straub (1704–1784; 1737 zum Hofbildhauer ernannt) geschaffen wurde. Er zeigt in vollplastischer und äußerst detaillierter Ausführung den Triumph des heiligen Georg über den Drachen. Die beiden Nebenaltäre stammen von Ignaz Günther (1725–1775), dem nicht weniger berühmten Schüler Straubs, und seiner Werkstatt: Sie zeigen links Maria als Königin des Himmels, rechts den heiligen Korbinian, den ersten Bischof von Freising.
Die Deckenfresken stammen von Philipp Helterhof (um 1725–1807) und berichten vom Leben des Kirchenpatrons, welcher der Legende nach während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian zum Tode verurteilt wurde. Im Langhaus sind die Martyrien des heiligen Georg dargestellt, an der Ostseite gipfelt die Schilderung in seiner Enthauptung. Das Fresko im Altarraum zeigt seine Ankunft im Himmel vor der Heiligen Dreifaltigkeit.
1943 wurden die Deckenmalereien von St. Georg im Zuge des „Führerauftrags Monumentalmalerei“, einer auf Befehl Hitlers durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda durchgeführten Fotokampagne, dokumentiert. Es entstanden über 130 Aufnahmen, die für die Rekonstruktion der Fresken im Fall der Zerstörung durch den Luftkrieg angefertigt wurden.
„Auch die Georgs-Kirche wurde bei den verschiedenen Angriffen getroffen. Die Bedachung, der rückwärtige Chorbogen, der obere Raum der Sakristei und die Orgelbühne litten am meisten. Die Altäre und Figuren nahmen keinen Schaden. Die neuen Fenster wurden vollständig zerstört“, resümierte Stadtpfarrer Max Blumschein am 1. August 1945 im „Kriegs- und Einmarschbericht“ an das erzbischöfliche Ordinariat. Ihren ursprünglich angedachten Zweck mussten die 1943 angefertigten Dias also nicht erfüllen: Während 60 Prozent der im Zuge des „Führerauftrags“ im Deutschen Reich dokumentierten Werke im Verlauf des Krieges tatsächlich zerstört wurden, blieben die Fresken Helterhofs weitgehend unbeschädigt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/115">Für mehr (einschließlich 13 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-10T17:11:58+02:00</published>
    <updated>2023-11-21T15:12:53+01:00</updated>
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      <name>Johannes Griebel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Klosterkirche St. Anna im Lehel: Fotografie als vorausschauender Denkmalschutz? Hitler als Denkmalpfleger]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a4df840071ffe04e53152250d2cba394.jpg" alt="Blick auf die Fassade der Klosterkirche St. Anna im Lehel, Ende April 1944" /><br/><p>Eine farbige Fotografie aus dem Frühjahr 1944 zeigt die demolierte neugotische Doppelturmfassade der Klosterkirche St. Anna im Lehel nach einem Luftangriff auf die Innenstadt Münchens am 24./25. April 1944. Auf den ersten Blick zeigen sich zwar einige Schäden, die eigentliche Katastrophe bleibt diesem Blick der Kamera jedoch verborgen. Der gesamte Innenraum der frühesten Rokokokirche in München, erbaut vom Hofarchitekten Johann Michael Fischer und ausgestattet mit Fresken von Cosmas Damian Asam und Altären von Johann Baptist Straub, war vollständig zerstört. Fein säuberlich vor der Fassade zusammengekehrt, liegt der Schutt der Fresken und der übrigen Ausstattung im Sonnenlicht. Die fast dezent wirkende Fotografie ist das letzte Bild aus einer Serie mit Farbaufnahmen, die die Fotografin Eva Bollert von der Klosterkirche im Frühjahr 1944 aufgenommen hatte. Die Anfertigung dieser Aufnahmen geschah im Auftrag und auf Kosten des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, das damit einen „Führerauftrag“, also einen direkten Befehl Adolf Hitlers, umsetzte. Der <i>Führerauftrag Monumentalmalerei</i> erging im Frühjahr 1943, als nach der Niederlage der deutschen Truppen bei Stalingrad auch immer mehr Städte im Deutschen Reich zum Ziel für die Luftangriffe der Alliierten wurden. Mit Hilfe des für die Olympischen Spiele in Berlin neu entwickelten Farbdiafilms der Firma <i>Agfa</i> sollten – so wörtlich – <i>„im Hinblick auf die durch die feindlichen Luftangriffe hervorgerufenen Zerstörungen, …. von sämtlichen wertvollen Deckengemälden, z. B. im Schloss Würzburg, im Rathaus in Augsburg, in alten Kirchen usw. usw. Farbfotos angefertigt werden. Bisher sind durch Bombenangriffe schon viele unersetzliche Gemälde verloren gegangen, die nur schwer restauriert werden können, da von ihnen lediglich schwarz-weiß-Aufnahmen existieren“</i>. Beteiligt war an diesem Großauftrag, der in der zweiten Jahreshälfte 1943 ins Rollen kam, fast die gesamte fotografische Elite des Deutschen Reichs. Die Fotograf:innen wurden nicht nur außerordentlich gut vom Propagandaministerium bezahlt, ein Engagement für den „Führerauftrag“ war darüber hinaus auch verbunden mit einer „Unabkömmlichkeitsstellung“ vom Kriegsdienst oder einem Einsatz in der Rüstungsindustrie. Die fotografischen Arbeiten fanden nachts statt, ausgeleuchtet wurde mit starken Filmscheinwerfern. Unter diesen schwierigen Bedingungen fertigte Eva Bollert von den Fresken im Innenraum der Klosterkirche mehr als sechzig farbige Diapositive an. Die Folge der Fresken Cosmas Damian Asams setzte ein mit dem „Tod der Heiligen Anna“ über dem Eingang, gefolgt vom großen zentralen Deckenbild mit der „Aufnahme der Heiligen Anna in den Himmel“ und schloss mit der Darstellung der „Tugenden der Heiligen Anna“ über dem Hauptaltar. Die belichteten Diafilme mussten zur Entwicklung an die Firma <i>Agfa</i> gesendet werden und wurden anschließend – von den Fotografen gerahmt und beschriftet – an das Propagandaministerium in Berlin zur Abnahme gesendet. Die Serie der Aufnahmen Eva Bollerts war wohl gerade noch rechtzeitig fertig geworden als, wie sie selber in der Rückschau berichtet, <i>„das Kirchlein im April 1944 durch einen Luftangriff fast völlig zerstört wurde“</i>. Heute befindet sich der größte Bestand an Aufnahmen des <i>Führerauftrags Monumentmalerei </i>im Depot des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, wohin sie nach mancherlei Irrwegen in den 1950er Jahren als Teil einer Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland gelangten. Wenn man heute die Kirche durch den Eingang der rekonstruierten Barockfassade betritt, bietet sich dem Auge ein harmonisches und stimmiges Raumensemble. Allerdings beruht dieser Eindruck eines bedeutenden Rokokobaus und seiner Ausstattung weitgehend auf einer Rekonstruktion – immerhin auf der Grundlage von historischen Fotografien. Durchgesetzt wurde diese Neuschöpfung letztlich durch bürgerschaftliches Engagement – gegen den erklärten Willen des Landesamts für Denkmalpflege – und auf der Basis einer kollektiv organisierten Finanzierung durch die franziskanische Ordensgemeinschaft. Es bleibt selbstverständlich die Frage: Was wurde durch die Rekonstruktion wiedergewonnen bzw. was ging damit endgültig verloren? Die historischen Bildquellen im ZI – im Vergleich mit dem visuellen Befund vor Ort — sind zentral für die Diskussion dieses immer noch virulenten Problems.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/53">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-10-24T10:03:04+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T18:11:32+02:00</updated>
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      <name>Stephan Klingen</name>
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