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    <title type="html"><![CDATA[Die Volksschule am Elisabethplatz von Theodor Fischer: Bildungsbau zwischen Märchenfassade und Stadtstruktur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Diese Schule prägt nicht nur seit dem Ausbau der Stadtstruktur um 1900 den Elisabethplatz, sondern spiegelt auch reformerische Strömungen in München um die Jahrhundertwende. Anstelle eines Sakral- oder Verwaltungsbaus, wie es an einem solchen Platz urbanistische Tradition gewesen wäre, errichtete Theodor Fischer einen Bildungsbau. Eine weitere Neuheit: In der Putz-Fassade lassen sich statt historistischer Formen Szenen aus Märchen entdecken.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6560728c3cc34673aabe79622c34f3b1.jpg" alt="Die Elisabeth-Schule, 1977" /><br/><p>Schwabing wurde erst 1890 eingemeindet. Rund zehn Jahre später plante Theodor Fischer neue Verkehrsachsen für den Stadtteil sowie ein Stadtteilzentrum, den Elisabethplatz. Der Architekt und Städtebauer entwickelte für Münchens urbanistischen Ausbau den sogenannten Staffelbauplan, um das Bevölkerungswachstum zu organisieren. Entsprechend der in Camillo Sittes Bestseller „Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen“ formulierten modernen städtebaulichen Prinzipien schuf Fischer eine asymmetrische Platzanlage in Schwabing. Die Entscheidung, dass eine Schule diesen Platz dominieren sollte, visualisiert die zunehmende Anerkennung von praxisorientierter schulischer Ausbildung. Zusätzlich wurde 1903/04 am Elisabethplatz Cajetan Pachers Gisela-Kreisrealschule ergänzt, hinzu kamen eine Markthalle, ein Postamt sowie Café und in den 1920er Jahren ein Kino. Typisch für Theodor Fischer ist, dass er seine Bauten vom Städtebau ausgehend entwickelt. Bei der Schule am Elisabethplatz wird das besonders deutlich, da die Kreuzung der neuen unbebauten Freifläche als Vorplatz der Schule mit dem Straßenverlauf der Elisabethstraße betont wird: Die Ecke des L-förmigen Baukörpers ist niedriger als die Flügel. Doch auch der gezielte Einsatz von modernen Elementen an der Fassade, ohne traditionelle Bauformen aus dem Blick zu verlieren, entspringt unverkennbar Fischers Hand. So erinnert der Uhrenturm zwar an eine Kirche und auch die zum Platz weisenden Giebel sind bekannte Bauelemente aus mittelalterlichen Städten. Doch repräsentieren diese hier durch den wellenartigen Wechsel von konkavem und konvexem Schwung typische Jugendstil-Formen. Über den Fenstern wird die Kontur wiederaufgegriffen. Den Bau gliedern also eher schlichte, rein architektonische Elemente, wie Risalite, statt funktionsloser Verschnörkelung. Ausnahmen stellen die Flächen zwischen den Fenstern dar. In dezenten Farbtönen bespielen geschwungene Linien den hellen Putz und wechseln sich mit narrativen Darstellungen ab: Prägnante Motive stellen Schlüsselszenen aus jeweils einem Märchen dar. An der Fassade lassen sich etwa „Der Froschkönig“, „Tischlein deck dich“ oder „Frau Holle“ identifizieren – letzteres erkennbar an der das Laken ausschüttelnden Goldmarie. Was zunächst kitschig erscheinen mag, eignet sich doch hervorragend als Schmuck eines Jugendstil-Schulbaus. Märchen sind allseits bekannt, sodass die Szenen schnell identifiziert werden können. Anders würde es sich mit historistischen Architekturelementen verhalten, deren Intention sich fast ausschließlich einem Fachpublikum erschließen. Zudem beinhalten Märchen eine lehrreiche oder erzieherische Aussage, die sich mit der Funktion einer Schule deckt. Die Trennung in einen Jungen- und Mädchentrakt ergibt einen L-förmigen Grundriss mit jeweils eigenen Eingängen und Treppenaufgängen. Ein Korridor, von dem jeweils die Unterrichtsräume, aber auch Werkstätten oder die Schulküche erschlossen werden, verbindet die beiden Flügel. Früher wurden hier das Handwerk beispielsweise von Kupfer- und Kesselschmieden oder auch Schuh- und Hutmacher:innen erlernt; heute hat sich der Schwerpunkt der Berufsschule auf Fahrzeug- und Luftfahrttechnik verlagert. In der zum Elisabethplatz ausgerichteten Ecke befindet sich die Turnhalle, die von beiden Trakten aus betreten werden kann. Theodor Fischer greift mit diesem flacheren Baukörper in der Gebäudeecke auf die 1897–99 von Carl Hocheder am Bavariaring realisierte Schule zurück. Hocheder – heute vor allem bekannt durch das Müller’sche Volksbad in Haidhausen – hatte entsprechend einer Reform des Pädagogen Georg Kerschensteiner aus den 1890er Jahren einen neuen Bautypus für das Vorgängermodell einer modernen Berufsschule entwickelt. Dieses beinhaltete am gleichen Ort eine Turnhalle, Werkstätten und einen Garten, um dem praxisorientierten Unterricht Raum zu geben. Im Grund- und Aufriss gleichen sich Fischers und Hocheders Gebäude enorm. Doch statt der historistischen Formensprache Hocheders, entscheidet sich Fischer für eine modernere Fassadengestaltung mit Märchenerzählungen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/174">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-09-03T18:50:02+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:50:37+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Luitpoldbrücke: Geschenke des Prinzregenten und eine Kommune im Schlachthofviertel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bd4c2942dbc9b2b663de6021cdd0eedc.jpg" alt="Luitpoldbrücke, Personifikation der Pfalz" /><br/><p>„<i>Als der Höhepunkt der furchtbaren Heimsuchung, welche die Stadt München in diesen Tagen durch eine in solchem Umfange bisher noch niemals eingetretene Hochwasser-Katastrophe getroffen, wird in der hiesigen Bevölkerung allgemein der Untergang der monumentalen Luitpoldbrücke, des hervorragenden Bauwerks angesehen, welches Se. kgl. Hoheit der Prinz-Regent anläßlich der Feier Allerhöchstseines 70. Geburtsfestes zu errichten beschlossen und im November 1893 der Stadtgemeinde München schenkunsgweise übergeben ließen</i> …“ (Allgemeine Zeitung, 18. September 1899, S. 5). Mit diesen Worten begann Wilhelm Ritter von Borscht, Erster Bürgermeister von München, die Lagebesprechung nach den dramatischen Ereignissen vom 14. September 1899: Ein katastrophales Hochwasser hatte die Stadt heimgesucht und große Schäden an Uferbefestigungen und Wehren aber auch in den Maximiliansanlagen und den Isarauen verursacht. Zudem wurden fast alle Brücken schwer beschädigt. Vollständig von der Kraft der Wassermassen zerstört wurden die Max-Joseph-Brücke und die Luitpoldbrücke, die erst wenige Jahre zuvor der Stadt übergeben worden war. Schon zwei Jahre nach der Flut wurde auf Geheiß des Prinzregenten Luitpold eine neue Brücke errichtet, die künstlerische Gestaltung wurde dem Architekten Theodor Fischer (1862–1938) übertragen. Eindrücklich zeugt die hohe steinerne Einfassung des Ufers noch heute von den Bemühungen, durch Regulierung des Flusses die neue Brücke vor künftigen Hochwassern zu schützen. Geprägt wird das Erscheinungsbild durch die Verkleidung des gesamten Bauwerks mit Naturstein, hellgrauem Muschelkalk aus bayerischen Steinbrüchen. Die Zwickel des Brückenbogens sind mit Lorbeerkränzen mit dem Monogramm Luitpolds geschmückt, auf dem Scheitel ist im Süden ein kupfernes Königswappen angebracht, im Norden ein Brustbild des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk. Auf beiden Uferseiten wird die Zufahrt auf die Brücke von in die Brüstung eingefügten Sockeln mit Liegefiguren der vier bayerischen Stammesgebiete flankiert: Rechts der Isar handelt es sich um Franken und um Schwaben, auf der der Innenstadt zugewandten Seite um Bayern und um die Pfalz. In der Photothek des ZI finden sich Aufnahmen der Luitpoldbrücke aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein aufgrund der Inventarnummer in das Jahr 1972 zu datierendes Foto der Personifikation der Pfalz verdient dabei besonderes Augenmerk, da sich auf dem Sockel ein Hinweis auf ein kurioses Kapitel der Münchner Stadtgeschichte befindet – der schwarze Schriftzug „Heiduk“. Lange bevor München Mitte der 1980er Jahre zur Geburtsstadt der deutschen Graffiti-Bewegung wurde, trieben schon einmal Sprüher ihr Unwesen in der Stadt. Ende der 60er Jahre tauchte, zunächst vermehrt auf Hauswänden im Süden Münchens, das rätselhafte Wort „Heiduk“ auf, von Unbekannten über Nacht mit schwarzer Sprühfarbe angebracht. Spätestens nachdem die Münchner Boulevardzeitung <i>tz</i> nach dem Ursprung des geheimnisvollen Wortes fahndete, verbreitete sich das Phänomen mit Hilfe einiger Nachahmer über die ganze Stadt. Theorien über die Urheber und die Bedeutung wurden der Zeitung zahlreich zugesandt: So vermutete man, dass Untergrundbewegungen oder Fussballfans, Gesellschaftskritiker oder gar ein betrunkener Einzeltäter für die Schmierereien verantwortlich seien. Ein kürzlich aus der Haft entlassener Leser erkannte in der Aktion gar eine Solidaritätsbekundung für einen ehemaligen Mithäftling namens Heiduk. Letztlich wurde das Rätsel von den Urhebern selbst gelöst, eine Kommune aus der Adlzreiter Straße hatte sich einen Spaß erlaubt. Der Münchner Presse erzählten sie, dass sie die an so viele leere Symbole glaubende Gesellschaft mit einem erfundenen Symbol auf den Arm nehmen wollten – von den Schmierereien auf den Hauswänden distanzierten sie sich freilich. Erhalten hat sich dieses Zeitzeugnis dank einer Fotokampagne zur Erfassung der Architektur in München – Münchner Baukunst des 19. Jahrhunderts, darunter die Fassaden von Bürgerhäusern und die Münchner Kirchen –, die ab 1971 über mehrere Jahre vom ZI durchgeführt wurde.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/43">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-22T11:34:36+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T18:06:11+02:00</updated>
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      <name>Johannes Griebel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Kunsthaus Brakl : Ein Operettenstar wird Galerist]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Eine der schönsten Kunstgalerien Deutschlands befand sich von 1913 bis 1930 am Beethovenplatz.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1df1e5240e3d7641d6187339837d1415.jpg" alt="Brakls Kunsthaus, 1920" /><br/><p>Am 26. Mai 1913 eröffnete das Kunsthaus Brakl. Inhaber war der österreich-ungarische Kunsthändler und vormalige Opernsänger Franz Josef Brakl (1854–1935). Im Jahr 1877 war er vom Intendanten der bayerischen Hoftheater Karl von Perfall (1824–1907) an der Komischen Oper in Wien entdeckt und nach München eingeladen worden. In der Folge feierte Brakl 22 Jahre lang große Erfolge als erster Tenor des Gärtnerplatztheaters und besetzte 1898 für kurze Zeit den Direktorenposten. Doch bereits nach einem Jahr verließ er das Theater. Gemeinsam mit dem berühmten Münchner Schauspieler Konrad Dreher (1859–1944) leitete er weiterhin das 1892 gegründete und bis heute bestehende Schlierseer Bauerntheater, welches auf großen Tourneen im In- und Ausland auftrat. </p><p>Eine zunächst private Leidenschaft Brakls war das Sammeln von Kunst. Am 8. Februar 1878 – dem Tag seines ersten Auftrittes im Gärtnerplatztheater – kaufte Brakl sich wohl bei einem Zigarrenhändler ein erstes „<i>kleines Bildchen</i>“ (Selbstbiographie Franz Josef Brakl in: W[ilhelm] Zilz (Hg.): Geistiges und künstlerisches München in Selbstbiographien, München 1913, S. 35). Dieser Kauf bildete seiner eigenen Legende nach den Anfang einer Kunstsammlung, welche um 1905 aus „<i>hunderten Bronzen und Gemälden</i>“ (Ebd.) bestanden habe. Gemeinsam mit Heinrich Thannhauser (1859–1935) eröffnete er 1905 eine „Moderne Kunsthandlung“. Sie befand sich bis 1913 im Wohnhaus von Brakl in der Goethestraße 64, welches er sich 1896/97 nach Plänen des Münchner Stararchitekten Emanuel von Seidl (1856–1919) hatte erbauen lassen. Im Jahr 1909 schied Thannhauser aus dem Unternehmen aus und eröffnete seine eigene „Moderne Galerie“ im Arco-Palais. </p><p>Brakls Interesse galt in erster Linie der Münchner Künstlerschaft aus dem Kreis der Secession. Besonders angetan hatten es ihm die Arbeiten der Künstlervereinigung „Scholle“, welche gleichgesinnte Illustratoren der Zeitschrift „Jugend“ 1899 gegründet hatten. Zahlreiche Werke der „Scholle“-Mitglieder schmückten die 1910 vollendete Privatvilla Brakls in der Lessingstraße, welche er sich wiederum von Seidl hatte entwerfen lassen. Drei Jahre später schließlich öffnete Brakls Kunsthaus seine Pforten: Das Galeriegebäude – ein eindrucksvoller Jugendstilbau in moderner, reduzierter Formensprache – war erneut ein Entwurf von Seidl. Über eine Loggia war die Galerie direkt mit Brakls Villa verbunden. Sowohl die Architektur als auch die Innenraumgestaltung fanden in der zeitgenössischen Kritik großen Anklang und erinnerten in ihrer Intimität an ein Privatmuseum. Brakls Kunsthaus bestand bis 1930, doch bereits in den 1920er Jahren war es ruhig um die Galerie geworden. Die wirtschaftlichen Krisen dieser Jahre hatten auch Brakl zugesetzt. Verarmt verkaufte er sein gesamtes Anwesen 1930. Kurz darauf wurden die Räume des Kunsthauses durch Theodor Fischer (1862–1938) zu einer medizinischen Fachbibliothek umgebaut, welche bis heute besteht. Brakl behielt das Wohnrecht in seiner Villa bis zu seinem Tod im Jahr 1935. Das in die Fenstergitter eingearbeitete Signet „FJB“ verrät noch heute den ehemaligen Eigentümer dieses malerischen Münchner Baudenkmals.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/40">Für mehr (einschließlich 12 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-15T09:25:24+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:18:18+02:00</updated>
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      <name>Shammua Maria Mohr</name>
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