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    <title type="html"><![CDATA[Der Münchner Westfriedhof: Ein Meisterwerk Hans Grässels]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Münchner Stadtteil Moosach gelegen, ist der Westfriedhof dort nicht nur Stätte der Stille und Besinnung auf das Leben und dessen Endlichkeit, sondern auch Ort der Natur und ihrer Vielfalt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/86c248e4b262f1e793ab501626f09813.jpg" alt="Der Westfriedhof, 1908" /><br/><p>Zu den Planungen des späteren Münchner Stadtbaudirektors Hans Grässel (1860–1939) für die Neuordnung der Münchner Friedhofssituation gehörte auch ein Friedhof im Westen der Stadt. Das dafür benötigte Gelände im Süden der Gemeinde Moosach wurde eigens nach München eingemeindet. Die Friedhofsbauten entstanden zwischen 1897 und 1902 nach Entwürfen von Grässel. Nach dem Nord- und dem Ostfriedhof war es der dritte Friedhof der Landeshauptstadt, der von ihm erbaut wurde. Im Zentrum der baulichen Anordnung steht eine runde überkuppelte Aussegnungshalle, die nach dem frühchristlichen Vorbild von Santa Costanza in Rom gestaltet ist und als Grässels wohl vollendetstes Werk angesehen wird. In bewusster Asymmetrie sind westlich davon die Leichenhalle in basilikaler Bauweise mit einem Campanile und östlich Verwaltungsgebäude angefügt. Als Besonderheit wurde nach italienischem Vorbild eine Krypta mit 219 Begräbniszellen als einzige unterirdische Begräbnisstätte in München angelegt. Im Norden des Baukomplexes entstand eine Terrassenanlage, die in ihrer Nordostecke mit einer Ölberggruppe versehen wurde.
Der von Grässel geplante Friedhofsteil besteht, ebenso wie spätere Friedhofserweiterungen nach Westen, weitgehend aus rechteckig angelegten Gräberfeldern. Die Erweiterungen im Südwesten und Norden der Anlage sind dagegen unregelmäßiger geformt.
Im neuen Teil des Friedhofs stellte man 1927 eine in Tirol erworbene hölzerne Kalvarienberggruppe aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Für die im Dienst zu Tode gekommenen Angehörigen der bayerischen Polizei wurde 1931 ebenfalls im neuen Friedhofsteil ein Denkmal in der Form einer überlebensgroßen Rolandsfigur nach einem Entwurf von Emil Epple (1877–1948) errichtet.
Bei einem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs kam 1944 die Leichenhalle zu Schaden. Sie wurde 1951 äußerlich weitgehend in der früheren Form und im Innern mit einem erhöhten Platzangebot wieder aufgebaut. 1960 trug die Stadt München der vermehrten Nachfrage von Urnenbestattungen im Westfriedhof Rechnung, indem sie im Südwesten des Friedshofsgeländes eine neue Urnenhalle nach einem Entwurf von Eugen Jacoby (1920–1963), dem Leiter des Münchner Grabmalamtes, errichten ließ. Auf dem Urnenfeld im Westen gestaltete die in München wirkende Bildhauerin Karolin Bräg 2007 einen Steinkreis aus Granit, der das Abschiednehmen thematisiert. 2015 wurde die Urnenanlage „Mosaikgärten“ mit inzwischen über 2000 Bestattungsplätzen eröffnet. Sie besteht aus handwerklich gestalteten Natursteinen und Steinstelen mit den Namen der Bestatteten sowie zwei Urnenwänden mit Glasmosaiken, welche der Anlage ihren Namen geben.
Der Westfriedhof umfasst nach mehreren Erweiterungen heute eine Fläche von 49,72 Hektar mit rund 41.700 Grabplätzen und ist somit nach dem Waldfriedhof der zweitgrößte Friedhof der Landeshauptstadt.
Dieser Friedhof ist unter anderem der letzte Ruheort für 21 Gesellen des kath. Gesellenvereins St. Josef (heute Kolpingsfamilie), die am 6. Mai 1919 während ihrer wöchentlichen Versammlung in der Augustenstraße von Mitgliedern des Freikorps Epp verhaftet und zum Prinz-Georg-Palais am Karolinenplatz geführt worden waren, weil man sie fälschlicherweise für Spartakisten (also Revolutionsanhänger) hielt. In Wahrheit waren sie regierungstreue Anhänger der Bayerischen Volkspartei. Dort wurden die 26 Verhafteten schwer misshandelt und 21 von ihnen schließlich ermordet. Fünf Gesellen überlebten die Tat, weil man sie für tot hielt. Die Gedächtnisrede bei der Beerdigung hielt der später im Widerstand gegen die NS-Diktatur tätige Jesuitenpater Rupert Mayr (1876–1945), der 1986 von Papst Johannes Paul II. (1920–2005/1978–2005) im Münchner Olympiastadion seliggesprochen wurde.
Auch zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur sind hier bestattet, wie Kaiserin Soraya von Persien (1932–2001), die Maler Franz von Lenbach (1836–1904) und Paul Weber (1823–1916), der ehemalige bayerische Ministerpräsident Hanns Seidel (1901–1961), die Sängerin „Alexandra“ – Doris Nefedov - (1942–1969), der Widerstandskämpfer Walter Klingenbeck (1924–1943) oder der Erbauer der gegenüber dem Westfriedhof gelegenen und nach ihm benannten Wohnanlage Bernhard Borst (1883–1963).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/202">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-01-16T13:25:22+01:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:30+02:00</updated>
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      <name>Christian Freundorfer&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Manfred Heimers</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Borstei: Ein Dorf in der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die denkmalgeschützte Wohnsiedlung „Borstei“ im Nordwesten Münchens zwischen Dachauer Straße und Landshuter Allee gelegen, bildet, nach außen hin durch die Randbebauung abgeschottet, eine Welt für sich, in der es sich sogar autark leben ließe. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/09a0429be22bd892dc1c021c25c7e048.jpg" alt="Luftbild der Borstei, 2018" /><br/><p>Allen Behauptungen zum Trotz handelt es sich bei der „Borstei“ weder um eine Genossenschaft noch um eine Arbeitersiedlung, sondern um Privateigentum. Die Bewohner:innen entstammten bereits zur Erbauungszeit vor allem der bürgerlichen Mittelschicht. </p><p>1922 wurde dem Bauunternehmer Bernhard Borst (1883–1963) der Lagerplatz in der Thalkirchner Straße gekündigt. Er kaufte daraufhin 1923 das Areal neben dem damaligen Gaswerk an der Dachauer Straße und plante neben dreigeschossigen Wohnhäusern, Büros und Werkstätten, ein Sägewerk und eine Kiesgrube, modifizierte jedoch den Bebauungsplan immer wieder, vor allem nachdem die Kündigung für seinen Lagerplatz zurückgenommen wurde. Auf einer Fläche von knapp 70.000 m² entstanden in den nächsten fünf Jahren 77 Häuser mit 772 Wohnungen. Borst, der nach einer Maurerlehre an der Baugewerkschule studiert hatte und ab 1911 als selbstständiger Architekt auftrat, musste allerdings 1927 aufgrund eines neuen Gesetzes einen Diplomarchitekten hinzuziehen. Oswald Bieber (1876–1955) sind die unterschiedlichen Gestaltungen der Fassaden und anderer Details wie verschieden gestaltete Treppenhäuser, Eingangs- und Wohnungstüren zu verdanken. </p><p>Die nach außen hin wirkende Geschlossenheit der Borstei wird durch die Randbebauung erzeugt, die nicht die Unregelmäßigkeit der Straßenzüge im Inneren erwarten lässt. Hinzu kommen die zahlreichen großzügigen Gärten und Höfe, die nicht nur unregelmäßig angelegt sind, sondern auch durch den Kelleraushub Niveauunterschiede aufweisen. Die Gestaltung der Gärten, 1929/30 von Alwin Seifert (1890–1972) begonnen, zog sich bis in die 1950er Jahre hin. Sie nehmen zusammen mit den Straßen einen Großteil der Gesamtfläche ein, denn die Bebauung umfasst lediglich knapp 20.000 m². </p><p>Die für damalige Verhältnisse luxuriös ausgestatteten Wohnungen mit Badezimmer und fließendem Wasser sowie Eichenparkett sind verhältnismäßig groß und werden über ein zentrales Heizkraftwerk mit Wärme versorgt, ein Novum im damaligen Deutschland. In der Nähe der Heizungsanlage befindet sich die Wäscherei, die früher obligatorisch benutzt werden musste. Von den Geschäften in der sogenannten Ladenstraße, eigentlich Franz-Marc-Straße, garantieren etliche eine Grundversorgung, außerdem gibt es ein kleines Lokal und ein Café sowie einen Kindergarten und mehrere Arztpraxen. </p><p>Nach Vollendung der Siedlung, bei der Borst bestrebt war, die Vorteile von Mietwohnungen mit ihren Dienstleistungen mit dem Luxus gestalteter Gartenanlagen zu verbinden, beschäftigte er sich mit der Verschönerung dieser Gartenanlagen, indem er Künstler beauftragte Skulpturen zu schaffen. Andere wie eine Kopie des <i>David</i> von Donatello oder des <i>Zentauren</i> aus der Villa Hadriana (heute in den Kapitolinischen Museen in Rom) kaufte er im Antiquitätenhandel oder er ließ Münchner Bildhauer nach seinen Entwürfen arbeiten wie beim <i>Neptunbrunnen</i> oder dem <i>Parisurteil</i>.</p><p>Die inzwischen hohen Bäume, das Grün der Hecken und Büsche, die Blumenpracht und die plätschernden Brunnen lassen die Borstei nicht nur an heißen Sommertagen zu einem Refugium werden, das mit den vielen Grünflächen heutigen Wunschvorstellungen von modernem Städtebau entspricht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/45">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-26T09:21:29+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:14:43+02:00</updated>
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      <name>Susanna Partsch</name>
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