{"id":7,"featured":0,"modified":"2026-03-30 13:27:21","latitude":48.141981536253866,"longitude":11.563482284436759,"title":"Der Glaspalast","subtitle":"Eine Kristallvitrine für den Kunstmarkt","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/80b541369d5c2575c1f441d2308f98c1.jpg","address":"Alter Botanischer Garten, 80333 München","zoom":16,"creator":["Eva Zellner"],"description":"Drei Jahre nach dem enormen Erfolg des Crystal Palace im Rahmen der ersten Weltausstellung von 1851 in London wurde nahe der Münchner Innenstadt auf Initiative König Maximilians II. hin ein ähnliches Gebäude aus Gusseisen und Glas für Messen und Ausstellungen errichtet. Mit dem Bauvorhaben, das unter der Leitung von August von Voit (1801–1870) durchgeführt wurde, wollte der König München als europäische Metropole etablieren. Ab 1858 fanden im Glaspalast, welcher vorerst vor allem für Industriemessen genutzt worden war, regelmäßig von der Münchner Künstlergenossenschaft organisierte Kunstausstellungen statt, welche ebenfalls großen Anklang fanden. Für diese Ausstellungen wurden Künstler von einem eigens zusammengesetzten Komitee aus Professoren und Künstlern dazu eingeladen, eine Auswahl ihrer Werke einzusenden, welche sowohl ausgestellt als auch verkauft oder durch eine Lotterie verlost wurden. Dokumentiert sind die Ausstellungsstücke in Katalogen, welche in den Jahren 1869 bis 1931 für jede Ausstellung veröffentlicht wurden. Diese enthielten Grundrisse und Listen sämtlicher Werke mit den entsprechenden Künstlern und waren oft mit aufwändig gestalteten Titelseiten ausgestattet, welche die Stilrichtungen der Prinzregentenzeit und den Jahren danach widerspiegeln. Besonders wichtig für die Etablierung Münchens als \"Kunststadt\" nicht nur innerhalb Bayerns, sondern in ganz Europa, waren die Internationalen Kunstausstellungen. Die erste fand 1869 auf Wunsch König Ludwigs II. statt und wurde mit einer pompösen Feier eröffnet. Die Ausstellung selbst präsentierte den Besuchern Werke aus ganz Europa und sogar Nordamerika, die in verschiedenen Bereichen, Logen und Sälen gezeigt wurden. Kennzeichnend für die Glaspalastausstellungen war die außergewöhnlich große Internationalität. Sowohl die internationalen als auch regulären Kunstausstellungen wurden jahrelang mit großem Erfolg fortgeführt, bis ein verheerender Brand am 6. Juni 1931 das gesamte Gebäude zerstörte – ein Schicksal, das fünf Jahre später auch das Londoner Vorbild ereilte. Das Feuer vernichtete tausende Kunstwerke, darunter die gesamte Sonderausstellung deutscher Romantiker mit Werken von Caspar David Friedrich. Im Nationalsozialismus wurden die Wiederaufbaupläne nicht weiterverfolgt und stattdessen an der Prinzregentenstraße das Haus der Deutschen Kunst errichtet. Heutzutage befindet sich auf dem früheren Standort des Glaspalastes das Park-Café und der Kunstpavillon.","sponsor":null,"accessinfo":"Nicht erhalten; die Parkanlage ist frei zugänglich.","lede":"Der Glaspalast auf dem Gelände des Alten Botanischen Gartens war ein von 1854 bis 1931 bestehender Bau für temporäre Messen, in welchem ab 1869 auch für den Kunstmarkt bedeutende internationale Kunstausstellungen stattfanden.","website":null,"related_resources":["<a href=\"https://bavarikon.de/object/bav:ZIK-GLA-00000BSB00001760\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Internationale Kunstausstellung, München: Katalog zur I. internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalaste zu München. Eröffnung am 20. Juli, Schluss am 31. Oktober 1869, München 1869.</a>","Volker Hütsch: Der Münchner Glaspalast 1854–1931, Berlin 1985.","Andrea Grösslein: Die internationalen Kunstausstellungen der Münchner Künstlergenossenschaft im Glaspalast in München von 1869 bis 1888, München 1987.","<a href=\"http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Glaspalast,_M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klaus Bäumler: Glaspalast, München, in: Historisches Lexikon Bayerns.</a>"],"factoids":["2005/2006 wurden am Zentralinstitut für Kunstgeschichte im Rahmen des Projektes arthistoricum.net in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Monacensia-Bibliothek der Stadt München die Kataloge der Kunstausstellungen im Münchner Glaspalast digitalisiert. Die virtuelle Kollektion ist über das <a href=\"https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000004471\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Portal bavarikon</a> zugänglich und umfasst über 14.000 Seiten.<br />Ein Sonderdruck der Zeitschrift „Das Bayerland“ für die Glaspalast-Künstlerhilfe aus dem Jahr 1931 dokumentiert die Geschichte des Glaspalastes bis zu seiner Zerstörung. <a href=\"https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:255-dtl-0000005695\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Publikation ist über die Digitale Sammlung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte abrufbar.</a>"],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/80b541369d5c2575c1f441d2308f98c1.jpg":{"id":558,"mime-type":"image/jpeg","title":"Glaspalast von Westen, 1892","description":"Als möglicher Standort des Ausstellungsbaus war zunächst der Maximiliansplatz in Betracht gezogen worden. Man entschied sich letztendlich jedoch für den Norden des Geländes des Alten Botanischen Gartens. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Photothek, ZI-0943-03-00-217512 | Römmler und Jonas","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/80b541369d5c2575c1f441d2308f98c1.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ca8622b8f9d065bc88ee8c2221fcd80a.jpg":{"id":559,"mime-type":"image/jpeg","title":"Entwurf von August von Voit, um 1853","description":"Beim Bau und der Gestaltung des Gebäudes orientierte sich August von Voit am Londoner Crystal Palace, erbaut durch den Architekten Joseph Paxton. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek, ZI-0943-03-00-Th238488","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/ca8622b8f9d065bc88ee8c2221fcd80a.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/58370c83649a0d57809d11d3d59e3113.jpg":{"id":560,"mime-type":"image/jpeg","title":"Innenansicht, Datum unbekannt","description":"Für die Herstellung des Glaspalastes wurden über 37000 Glastafeln und 1700 Tonnen Gusseisen verbaut. 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Juni bis Ende Okt., München 1909.</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/2e1d7055811e54f2d982af4884630e69.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/91cee1a305e16145fbac043d534ed3bd.jpg":{"id":563,"mime-type":"image/jpeg","title":"Der Glaspalast nach dem Brand vom 6. Juni 1931","description":"Als Ursache für den Ausbruch des Feuers wurde vorerst ein Unfall angenommen. In Öl getränkte Putzwolle in einem der Abstellräume der Reinigungskräfte habe von selbst Feuer gefangen, das sich dadurch im Raum angestaute Gas sei explodiert und habe das restliche Gebäude in Brand gesteckt. Später wurde von Brandstiftung ausgegangen. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek, ZI-0943-03-00-396544","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/91cee1a305e16145fbac043d534ed3bd.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ec0f6e3184a205aa8a06acb08ecf99b6.jpg":{"id":564,"mime-type":"image/jpeg","title":"Caspar David Friedrich: Herbstlandschaft, 1798","description":"Öl auf Leinwand, 22 x 30,5 cm, 1931 verbrannt <span>– </span>Dem Brand des Glaspalastes fielen über 3000 Gemälde zum Opfer. 110 Gemälde davon stammten aus der Sonderausstellung „Werke deutscher Romantiker von Caspar David Friedrich bis Moritz von Schwind“, zu welcher das abgebildete Gemälde gehörte. | <a href=\"https://bavarikon.de/object/bav:ZIK-GLA-00000BSB00002399\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Münchener Künstler-Genossenschaft: Münchener Kunstausstellung 1931 im Glaspalast: 1. Juni bis Anfang Oktober 1931; amtlicher Katalog, München 1931.</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/ec0f6e3184a205aa8a06acb08ecf99b6.jpg"}}}