{"id":67,"featured":0,"modified":"2023-10-16 21:25:47","latitude":48.14030427686504,"longitude":11.576174497326065,"title":"Die Fassadenfiguren am ehemaligen Zentralgebäude der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank ","subtitle":"Allegorien für eine neue Gesellschaft","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35a9939751e7fbde7261ee85ee809596.jpg","address":"Theatinerstraße 11, 80333 München","zoom":18,"creator":["Hannah Rathschlag"],"description":"<p>Lebensgroße bronzene Fassadenfiguren schmücken das ehemalige Zentralgebäude der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank – heute den Eingang der Buchhandlung Hugendubel – in der Theatinerstraße 11.</p>\n<p>Der Architekt Adolf Abel (1882–1968) wurde 1946 bis 1948 mit dem Wiederaufbau und Umbau des Geschäftshauses der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank in der Theatinerstraße beauftragt. Im Jahr 1951 wurde die Eingangsfassade mit vier Bronzefiguren gestaltet. Diese sind in einer Zusammenarbeit der Bildhauer Elmar Dietz (1902–1996) und Roland Friederichsen (1910–1992) entstanden, bei der jeder der Bildhauer zwei Bronzefiguren schuf. Die Statuen stellen allegorisch die „vier Säulen der neuen Gesellschaft“ dar (zitiert nach Mayr / Schad 2008).</p>\n<p>Elmar Dietz schuf die Skulptur „Frau, Geld darreichend“, die eine Münze und einen Geldbeutel in ihren Händen hält. Dies kann als Symbol des Handels angesehen werden, da auch der römische Gott Merkur häufig mit diesem Attribut als Patron des Handels und der Kaufleute dargestellt wurde. Elmar Dietz‘ Plastik „Handarbeiter mit Zirkel“ soll auf die Verwendung physischer Kräfte und geometrischer Präzision anspielen.</p>\n<p>Der Künstler Roland Friederichsen gestaltete den „Geistigen Arbeiter mit der Schriftrolle“ und die „Frauengestalt mit Ähre“ als Sinnbild von Kreativität und geistiger Arbeit sowie dem Einsatz der Kräfte der Natur. Alle Figuren stehen auf goldenen Kugeln – ähnlich der Darstellungen der Schicksalsgöttin Fortuna – und könnten auf diese Weise als Symbol für die Welt in beständiger Bewegung und Veränderung dienen.</p>\n<p>Im Zeitgeschehen der 1950er Jahre erhoffte man sich soziale und wirtschaftliche Veränderungen, die letztendlich zu neuer „Wohlstandsblüte und Modernität“ führen sollten (zitiert nach Mayr / Schad 2008). Das Bildprogramm sollte besonders den „Wiederaufbau nach dem Krieg“ symbolisieren und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Direktor der Bank 1950 entwickelt (ebd.).</p>","sponsor":null,"accessinfo":"öffentlich zugänglich","lede":"Das Figurenprogramm von Elmar Dietz und Roland Friederichsen dient als Allegorien für Handel, physische Kraft, Kreativität und Nutzbarmachung der Natur und sollten den Wiederaufbau nach dem Krieg versinnbildlichen.","website":null,"related_resources":["Ulrich Christoffel: Der Münchner Bildhauer Elmar Dietz, in: Die Kunst für Alle 89 (1944), Nr. 1, S. 40–45.","Georg Constantin: Abseits des Kunstbetriebs? Zu Arbeiten des Bildhauers Elmar Dietz, 1965, in: Die Kunst und das schöne Heim 63 (1965), S. 144–146.","Kunstverein München (Hg.): Elmar Dietz. Plastiken, Zeichnungen, Aquarelle, Ausst. Kat. München, München 1966.","Bank für Haus- und Grundbesitz in München (Hg.): Vertraute Gestalten in München. Skulpturen von Elmar Dietz 1902–1996, Ausst. Kat. München, München 1998.","Clemens Jöckle: Elmar Dietz. Beispiele aus dem figurativen Schaffen, in: Jahrbuch des Vereins für Christliche Kunst in München 20 (1998), 57–64.","Claudia Mayr und Martha Schad (Hg.): Frauen in Bronze und Stein – München, München 2008.","<a href=\"https://stadt.muenchen.de/dam/jcr:941abe42-e165-40d6-90d7-e53cbc248d21/2018_Kunst_am_Bau_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Landeshauptstadt München: Kunst am Bau der 1950er und 1960er Jahre. Ein Spaziergang durch die Altstadt, 2. Aufl., München 2018.</a>","<a href=\"http://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=503999%20\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zeitungsausschnitte zu Elmar Dietz im Stadtarchiv zwischen 1967 und 1987</a>","<a href=\"https://statues.vanderkrogt.net/object.php?webpage=ST&record=deby065\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Webseite „Statutes Hither & Thither\"</a>","<a href=\"https://www.gdk-research.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Webseite „GDK Research\"</a>"],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35a9939751e7fbde7261ee85ee809596.jpg":{"id":740,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Fassadenfiguren am ehemaligen Zentralgebäude der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank , 2023","description":"Beim Einkaufsbummel in der Theatinerstraße hastet man oft von einem Laden zum nächsten und ertappt sich dabei, von dem Ladeninneren stärker angezogen zu werden, als von der Fassade. Beim Innehalten vor den Schaufenstern der Hausnummer 11 bilden die schillernden Fassadenfiguren jedoch einen Eyecatcher. | Hannah Rathschlag","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/35a9939751e7fbde7261ee85ee809596.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c6873d6ba91afd22694185e3e53b5c1e.jpg":{"id":741,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Theatinerstraße nach Norden, 1930/1940","description":"An der Theatinerstraße, so auch an der Stelle der heutigen Hausnummer 11, standen bis zur Bombardierung gegen Kriegsende eine Reihe von barocken und klassizistischen Bauwerken. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek, ZI-1005-09-00-375339","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/c6873d6ba91afd22694185e3e53b5c1e.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35d97f17fc49955f8def4396f10a3309.jpg":{"id":742,"mime-type":"image/jpeg","title":"Fassadenfigur „Handel“, 1951","description":"In der einen Hand hält die Fassadenfigur eine Goldmünze, in der anderen einen Geldbeutel. Sie symbolisiert den Handel. | Bank für Haus- und Grundbesitz in München (Hg.): Vertraute Gestalten in München. Skulpturen von Elmar Dietz 1902–1996, Ausst. Kat. München, München 1998, S. 10","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/35d97f17fc49955f8def4396f10a3309.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b623b44e60e3b04566f98b4f4c1c7653.jpg":{"id":743,"mime-type":"image/jpeg","title":"Detail der Fassadenfigur „Handel“, 2023","description":"Die optimale Perspektive auf die Figuren hat man heraufblickend und aus der Nähe. 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Die männlichen Fassadenfiguren stehen mit der Fußsohle auf der Kugel, die weiblichen nur mit den Zehenspitzen – sie scheinen leichtfüßig voranzuschreiten. | Hannah Rathschlag","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/72bb48fef1a139916f8671831c7882fa.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1ee1d88895b7b1c31685db2abd105ae4.jpg":{"id":749,"mime-type":"image/jpeg","title":"Elmar Dietz im Atelier, o. D.","description":"Die bildhauerischen Arbeiten von Elmar Dietz (1902–1996) prägen, wie die seines Bruders Lothar Dietz (1896–1976), das Münchner Stadtbild. Er absolvierte eine Holz- und Steinbildhauerlehre in Würzburg und ein Studium der Bildhauerei bei Hermann Hahn an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Kleinplastiken waren in der Großen Deutschen Kunstausstellung und nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst ausgestellt. Präsent sind im Stadtraum vor allem seine Brunnen, Bronzen und Steinmetzarbeiten, wie die Quadriga auf dem Siegestor. Gewürdigt wurde seine künstlerische Leistung durch Auszeichnungen, wie dem Münchner Seerosenpreis und dem Bundesverdienstkreuz am Bande.  | Bank für Haus- und Grundbesitz in München (Hg.): Vertraute Gestalten in München. Skulpturen von Elmar Dietz 1902–1996, Ausst. Kat. München, München 1998, S. 4.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/1ee1d88895b7b1c31685db2abd105ae4.jpg"}}}