{"id":330,"featured":0,"modified":"2026-04-15 09:45:18","latitude":48.1523503,"longitude":11.5821402,"title":"Das Siegestor ","subtitle":"Denkmal oder Mahnmal?","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/89a809af740bbbc75a6ffaff760d027c.jpg","address":"Leopoldstraße 2, 80539 München","zoom":18,"creator":["Ernst Wagner"],"description":"Nach großen militärischen Siegen Triumphbögen zu bauen, hatten bereits römische Kaiser vorgemacht. Über 1.500 Jahre später bestellte König Ludwig I. von Bayern (1786–1868) eine Kopie eines solchen römischen Bogens (des Konstantinbogens) für das Ende der Ludwigstraße. Nach Entwürfen von Friedrich von Gärtner wurde das Siegestor zwischen 1843 und 1850 errichtet.<br />Das Siegestor ehrte – als Gegenstück zur Feldherrnhalle am anderen Ende der Straße – das bayerische Heer, wie die Inschrift auf der Nordseite zeigt. Da es aber keinen aktuellen Sieg zu feiern gab, sollte es vor allem auch den imposanten Auftakt für die triumphale Achse der Ludwigsstraße bilden. Neil MacGregor, damals Direktor des British Museum, gab 2014 dem Siegestor einen prominenten Platz in seinem Buch \"<i>Deutschland. Erinnerungen einer Nation</i>\". Ihn faszinierte, was mit dem Tor nach der Zerstörung durch Bomben im Zweiten Weltkrieg geschah: Die Ruine wurde, entgegen des Vorschlags der Amerikaner, nicht abgerissen, aber der vorherige Zustand wurde auch nicht einfach rekonstruiert. Vielmehr wurden 1958 die Spuren der Zerstörung in einer „kritischen Rekonstruktion“ sichtbar gemacht: Das Volumen wurde erhalten, die Lücken wurden ohne den zuvor existierenden Schmuck aufgefüllt. Diese Ergänzungen stehen in deutlichem Kontrast zum erhaltenen Bestand. Dazu die klare Botschaft: „Dem Sieg geweiht – vom Krieg zerstört – zum Frieden mahnend“. Dieses Sichtbarmachen der Wunden musste damals gegen konservative Stimmen durchgesetzt werden. So ist das Tor nicht <i>trotz</i> seiner Narben, sondern <i>wegen</i> seiner Narben heute wichtiger denn je.","sponsor":null,"accessinfo":"öffentlich zugänglich","lede":"Das Siegestor ist ein gutes Beispiel für die Erinnerungskultur in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg.","website":null,"related_resources":["Neil MacGregor: Germany – Memories of a Nation, London 2014.","Josef H. Biller und Hans-Peter Rasp: München – Kunst & Kultur, München 2014.","Martin Arz und Ulrich Schall: Die Maxvorstadt. München 2008."],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/89a809af740bbbc75a6ffaff760d027c.jpg":{"id":2643,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Siegestor um 1900","description":"Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek: ZI-0996-14-00-406743","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/89a809af740bbbc75a6ffaff760d027c.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1bd7d58db1599291953eba34bd532357.jpg":{"id":2644,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Siegestor 1971","description":"<a href=\"https://g.co/arts/tdkoV6WRN1jLwDcFA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek: ZI-0965-01-05-Th220929</a> | Margrit Behrens","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/1bd7d58db1599291953eba34bd532357.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bf45341a46ad3e86d25a256a04d51c76.jpg":{"id":2645,"mime-type":"image/jpeg","title":"&quot;Das zerstörte Siegestor&quot;, Gemälde von Albert Fessler, 1945","description":" Ulrike Haerendel, Bernadette Ott: München – Hauptstadt der Bewegung. Ausst.-Kat. Münchner Stadtmuseum, 22.10.1993-27.03.1994, München 1993, S. 468.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/bf45341a46ad3e86d25a256a04d51c76.jpg"}}}