{"id":305,"featured":0,"modified":"2026-02-25 16:11:19","latitude":48.1379123,"longitude":11.5809868,"title":"Die Bonbonniere","subtitle":" Spielort des Kabaretts &#039;Die Pfeffermühle&#039;","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c944abdcbe47aa06ef7a76a04d13fc91.jpg","address":"Neuturmstraße 5, 80331 München","zoom":17,"creator":["Ariane Rüdiger"],"description":"<p>In der Neuturmstraße 5 lag das Revuetheater „Bonbonniere“. Dort spielte seit dem 1. Januar 1933 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten das politisch engagierte Kabarett „Die Pfeffermühle“. Dessen Programm übte scharfzüngige, unerschrockene Kritik an Nazis und Nazi-Ideologie, während gleich nebenan auch heute noch das Hofbräuhaus liegt, wo sich damals häufig die Nationalsozialisten trafen.</p>\r\n<p>Die prominentesten Mitglieder der „Pfeffermühle“ waren der homosexuelle Klaus (1906–1949) und die bisexuelle Erika Mann (1905–1969) sowie die lesbische Schauspielerin Therese Giehse (1898–1975). Erika Mann und Therese Giehse hatten zu dieser Zeit eine Liebesbeziehung.</p>\r\n<p>Der Spielbetrieb der Gruppe „Die Pfeffermühle“ vor stets ausverkauftem Haus dauerte aufgrund ihrer NS-kritischen Positionen nur knapp zwei Monate und wurde Ende Februar 1933 eingestellt. Gleich darauf, im Anschluss an den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar, gewannen die Nationalsozialisten am 5. März 1933 die Wahlen. Das Ensemble emigrierte in die Schweiz und tourte später bis 1936 durch das noch freie Europa, dann zog man weiter in die USA. Dort konnte sich „Die Pfeffermühle“ jedoch nicht etablieren und löste sich auf.</p>\r\n<p>Die Beziehung zwischen Therese Giehse und Erika Mann zerbrach. Die beiden blieben sich aber lebenslang verbunden. Erika Mann blieb in den USA, wo sie Vorträge hielt und schrieb. Klaus Mann verübte 1949 Selbstmord. Therese Giehse kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und war später viele Jahre eine gefeierte Schauspielerin an den Kammerspielen in München, in deren Vorraum eine Büste an sie erinnert.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"nur von außen zugänglich","lede":"Das Kabarett „Pfeffermühle“ demonstrierte durch scharfzüngige Kritik im Revuetheater „Bonbonniere“ intellektuellen Widerstand gegen die Nazis, die sich gleich um die Ecke im Hofbräuhaus versammelten.","website":null,"related_resources":["Therese Giehse: Ich hab nichts zum Sagen, Gütersloh 1973.","<a href=\"https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Kabarett_%22Die_Pfeffermühle%22,_1933-1937\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Helga Keiser-Hayne: Kabarett „Die Pfeffermühle“, 1933–1937, Historisches Lexikon Bayerns</a> (abgerufen am 15. Januar 2026)."],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c944abdcbe47aa06ef7a76a04d13fc91.jpg":{"id":2509,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Gebäude an der Neuturmstraße 5, ca. 1935","description":"Im Münchner Revuetheater „Bonbonniere“ in der Neuturmstr. 5 – Ecke Am Kosttor spielte das Kabarett „Die Pfeffermühle“ im Januar und Februar 1933 vor ausverkauften Häusern. | Stadtarchiv München, FS-STB-6065 | unbekannt","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/c944abdcbe47aa06ef7a76a04d13fc91.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9f2c2b3c57a71ecb112263216cb87089.jpg":{"id":2510,"mime-type":"image/jpeg","title":"Erika und Klaus Mann, 1927","description":"Zusammen mit Therese Giehse bildeten die Geschwister Klaus und Erika Mann das Herz des Kabaretts „Die Pfeffermühle“. | Eduard Wasow","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/9f2c2b3c57a71ecb112263216cb87089.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/251b1bb4b7659a48312579fffb7792ce.jpg":{"id":2511,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Gebäude an der Neuturmstraße 5, 2026","description":"Heute befindet sich dort dieses schmucklose Bürogebäude mit einem Fitnessstudio im Erdgeschoss. Außerdem liegt hier die Studiobühne der Theaterwissenschaft München der LMU. | Ariane Rüdiger / Forum Queeres Archiv München | Ariane Rüdiger","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/251b1bb4b7659a48312579fffb7792ce.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f8e5aa022e0d71acc0902b03046e0f99.jpg":{"id":2512,"mime-type":"image/jpeg","title":"Therese-Giehse-Halle der Münchner Kammerspiele, 2026","description":"Direkt gegenüber der ehemaligen „Bonbonniere“ befindet sich heute die Therese-Giehse-Halle der Münchner Kammerspiele. | Ariane Rüdiger / Forum Queeres Archiv München | Ariane Rüdiger","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/f8e5aa022e0d71acc0902b03046e0f99.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/20533dee007fea8ea22fafcb524a9aea.jpg":{"id":2513,"mime-type":"image/jpeg","title":"Haupteingang der Münchner Kammerspiele, 2026","description":"Nur wenige Schritte weiter in der Maximilianstraße: Die Münchner Kammerspiele, wo Therese Giehse bis zu ihrem Tod als hoch angesehene Schauspielerin wirkte. | Ariane Rüdiger / Forum Queeres Archiv München | Ariane Rüdiger","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/20533dee007fea8ea22fafcb524a9aea.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/14de4618f7010e6ca2d82ef9d458e990.jpg":{"id":2514,"mime-type":"image/jpeg","title":"Büste von Therese Giehse in den Münchner Kammerspielen, 2026","description":"In den Münchner Kammerspielen hat man Therese Giehse mit dieser Büste der Künstlerin Kate Isobel Scott ein Denkmal gesetzt. | Ariane Rüdiger / Forum Queeres Archiv München | Ariane Rüdiger","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/14de4618f7010e6ca2d82ef9d458e990.jpg"}}}