{"id":302,"featured":0,"modified":"2026-02-25 16:06:07","latitude":48.1573128,"longitude":11.5744854,"title":"Bei Cosy","subtitle":"„Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg","address":"Elisabethplatz, 80796 München","zoom":17,"creator":["Stefan Gruhne"],"description":"<p><span>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog&nbsp; mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. </span></p>\r\n<p><span>Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht. </span></p>","sponsor":null,"accessinfo":"Nur von außen zugänglich","lede":"Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).","website":null,"related_resources":["Christine Schäfer: Zwischen Nachkriegsfrust und Aufbruchslust. Lesbisches Leben in München in den 1950er bis 1970er Jahren. Sieben Biografien, München 2010.","Jan Erbelding, Philipp Gufler, Leo Heinik, Maria VMier (Hg.): Cosy bei Cosy – Ein Fanzine über die Künstlerin Cosy Pièro und ihre Bar Bei Cosy, München 2023.","Burcu Dogramaci, Ergül Cengiz, Philipp Gufler, Mareike Schwarz und Angela Stiegler: Exzentrische 80er. Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt, München 2022.","<p><span>Philipp Gufler: Laudatio für den Kunstpreis der Landeshauptstadt München, <a href=\"https://forummuenchen.org/blog/2022/10/26/kunstpreis-der-landeshauptstadt-muenchen-an-cosy-piero/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https://forummuenchen.org/blog/2022/10/26/kunstpreis-der-landeshauptstadt-muenchen-an-cosy-piero/</a> (abgerufen am 25. Januar 2026).</span></p>","<p><span>Forum Queeres Archiv München: Die Münchner LGBTIQ*-Chronik. 1961 Cosy Pièro, <a href=\"https://forummuenchen.org/lgbtiq-chronik/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https://forummuenchen.org/lgbtiq-chronik/</a> (abgerufen am 25. Januar 2026). </span></p>"],"factoids":["„Macht es öffentlich, je öffentlicher, desto besser.“ (Zitat Cosy Pièro)","„Alle zwei Monate ein großes Fest, das sprach sich immer mehr rum und dann kamen immer mehr Künstlerleute, und die Schwulen kamen, und die Hetero-Paare kamen, Lesben kamen – also eine bunt gemischte Garnitur. Das war neu in München, das gab’s zu der Zeit nicht, dass es so ein Gemisch gab von allen möglichen Existenzen. … Ich wollte nie, nie ein reines Frauenlokal, oder auch Männerlokal – genau das wollte ich nicht, ich wollte immer, dass die Leute zusammen kommen und sich tolerieren, das war mir sehr wichtig.“ (Zitat Cosy Pièro, Christine Schäfer, München 2010)."],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg":{"id":2489,"mime-type":"image/jpeg","title":"Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt","description":"Cosy Pièro komponierte Chansonlieder und führte sie in der Bar „Bei Cosy“ auf, begleitet von Meike Illig am Piano.  | Nachlass Cosy Pièro","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a4f70da63690ae4ff8d753e7f02b1aad.jpg":{"id":2490,"mime-type":"image/jpeg","title":"Drag-Performer*in in der Bar „bei Cosy“","description":"In der Bar „Bei Cosy“ traten regelmäßig unterschiedliche Künstler*innen auf, darunter Drag Queens und Kings. | Nachlass Cosy Pièro","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/a4f70da63690ae4ff8d753e7f02b1aad.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/06ee917f79b4b667ff74d91c9a1175ac.jpg":{"id":2496,"mime-type":"image/jpeg","title":"Cosy Pièro vor ihrem Werk in der U-Bahnstation Brudermühlstraße in München","description":"Am U-Bahnhof Brudermühlstraße in München wurden 1988 zwei von Cosy Pièros Werken im öffentlichen Raum installiert, die noch heute zu sehen sind. An der Gleiswand hängen zwei Figuren aus Metallblech – eine gold, eine silbern, die sich gegenüberstehen. | Nachlass Cosy Pièro","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/06ee917f79b4b667ff74d91c9a1175ac.jpg"}}}