{"id":291,"featured":0,"modified":"2026-02-19 08:39:42","latitude":48.137818142045106,"longitude":11.567718836177425,"title":"Das Herzog-Spital","subtitle":"Alterssitz fürs ausgedientes Hofgesinde","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/53f866a735a55634361628c978810156.jpg","address":"Herzogspitalstraße 7, 80331 München (Standort gegenüber Tor zum Kirchen-Hof)\r\n48.137818142045106, 11.567718836177425","zoom":17,"creator":["Frieder Leipold/ARCHIATER"],"description":"<p>Die Ursprünge des Herzog-Spitals gehen wohl auf das Jahr 1550 zurück und beruhen auf einer Initiative von Erzherzog Albrecht V. Die Spital-Kirche wurde von Hofbaumeister Heinrich Schöttl errichtet, der auch für den Ausbau von Schloss Dachau verantwortlich war. 1572 wurde sie zu Ehren der heiligen Elisabeth geweiht und gilt als ältester Renaissancebau Münchens, obwohl auch gotische Elemente, wie Rippen, verwendet wurden. 1945 wurde die Kirche im Krieg zerstört, ohne dass es bekannte bildliche Dokumentationen des Innenraums gibt. Der erhaltene barocke Turm gehört nicht zum Spital, sondern zum 1728 errichteten Servitinnen-Kloster, das östlich an das Spital anschloss.</p>\r\n<p>Die Trakte des Spitals westlich der Kirche waren „für die arme kranke und alte Hofdienere“ bestimmt, wie Herzog Maximilian I., der Enkel Albrechts bestätigte. Trotz eines Fassungsvermögens von etwa 200 Personen ließ Maximilian von 1626 bis 1632 auch noch das Joseph-Spital auf der gegenüberliegenden Seite errichten, das mit dem Herzog-Spital einen gemeinsamen Innenhof teilte. Nach Umbauten 1676 und 1727 wurde das Herzog-Spital 1800 aufgelöst.</p>\r\n<p>Ein bedeutendes Kunstwerk des Herzog-Spitals war die Statue der Schmerzhaften Muttergottes, die 1651 von Tobias Bader geschaffen wurde. 1690 soll die Statue ihre Augen gewendet haben, was zu einer regen Verehrung als Gnadenbild führte. Die erhaltene Statue wurde nach dem Krieg im Neubau wieder aufgestellt.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"","lede":"Die Kirche gilt aus kunsthistorischer Perspektive als der wohl erste Renaissancebau Münchens. Für die Gläubigen früherer Jahrhunderte war sie vor allem ein Ort, an dem das wohl wichtigste Gnadenbild der Stadt zu finden war.","website":null,"related_resources":["<a href=\"https://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=viewer&bandnummer=bsb00063022&pimage=89&v=100&nav=&l=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Michael Wening: Historico-Topographica Descriptio. Das ist: Beschreibung, deß Churfürsten- und Hertzogthums Ober- und Nidern Bayrn, Band 1, Das Renntambt München, München 1701, S. 21–23.</a>","<a href=\"https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10374764?page=346,347\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lorenz Hübner: Beschreibung der kurbaierischen Haupt= und Residenzstadt München und ihrer Umgebungen, verbunden mit ihrer Geschichte, Erste Abtheilung. Topographie, München 1803, S. 325–329.</a>","<a href=\"https://archive.org/details/bub_gb_8ilAAAAAYAAJ/page/1014/mode/2up\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georg Hager, Berthold Riehl und Gustav von Bezold: Die Kunstdenkmale des Regierungsbezirkes Oberbayern, 2. Theil (= Die Kunstdenkmale des Königreiches Bayern vom elften bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts, Erster Band), München 1902, S. 924, 1015–1016.</a>","Gisela Schinzel-Penth: Sagen und Legenden von München, Andechs 2000, S. 148.","Heinrich Habel, Johannes Hallinger und Timm Weski: Landeshauptstadt München Mitte. Die Bezirke Altstadt und Lehel, Maxvorstadt sowie der Englische Garten (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hg.), Denkmäler in Bayern, Band I.2/1), München 2009, S. 299–301.","<a href=\"https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/00230548\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Informationen über das Modell des Herzog-Spitals und des Joseph-Spitals auf bayerisches-nationalmuseum.de</a>"],"factoids":["<span>Diese MunichArtToGo-Station wurde im Rahmen des </span><a href=\"https://archiater.hypotheses.org/the-project\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ERC Projektes ARCHIATER</a><span> (Grant Agreement ID: 101097906) erarbeitet. 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Residentz Stadt München, Augsburg: Stridbeck (ca. 1697), Wikimedia Commons</a>.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/53f866a735a55634361628c978810156.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/389e5e382b6df9df5957da1886ac8b5a.jpg":{"id":2406,"mime-type":"image/jpeg","title":"Herzog-Spital, Postkarte, 1907","description":"Auf dieser 1907 gelaufenen Fotografie befindet sich die Fassade des 1728 errichteten Servitinnen-Klosters im Vordergrund. Die Beschriftung „Lang, lang ist´s her!!“ könnte so gelesen werden, dass die hier gezeigte Situation damals bereits als historisch angesehen wurde. | Postkarte, Institut u. Kloster der Frauen Servittinnen am Herzogspital, gelaufen 1907 ","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/389e5e382b6df9df5957da1886ac8b5a.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/08fd49c5527c4e252f8d353a628caa3c.jpg":{"id":2410,"mime-type":"image/png","title":"Herzog-Spital, Paur, 1705","description":"Auf der von Matthias Paur gewählten Perspektive wird das Anwesen des Herzog-Spitals von hinten gezeigt, so dass auch die rückwärtige Fassade sichtbar ist. Man erkennt, dass das Spitalgebäude ein weitgehend schmuckloser Bau mit geschlossener Fassade war. | Mattias Paur, Churfürstl. Haubt und Residenz Statt München, 1705, Stadtarchiv München, PS-C-2978-1","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/08fd49c5527c4e252f8d353a628caa3c.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d7413f29a36a8d17bd736c5785eee613.jpg":{"id":2407,"mime-type":"image/jpeg","title":"Herzog-Spital, Wening, 1701","description":"Auf der von Michael Wening gewählten Perspektive blickt man über das Herzog-Spital hinweg auf den gemeinsamen Innenhof mit dem bis 1632 errichteten Joseph-Spital. Die dort sichtbaren, mehrstöckigen Laubengänge sind die auffälligste Architektur von Münchner Hospitälern. | <a href=\"https://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=viewer&amp;bandnummer=bsb00063022&amp;pimage=87&amp;v=100&amp;nav=&amp;l=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Michael Wening, <em>Historico-Topographica Descriptio. </em><em>Das ist: Beschreibung, deß Churfürsten- und Hertzogthums Ober- und Nidern Bayrn, Band 1, Das Renntambt München</em>, München: Straub, 1701, Tafel 22, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek</a>.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/d7413f29a36a8d17bd736c5785eee613.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1f50b6e42b2e9f7b4fd515d30ed296f3.jpg":{"id":2408,"mime-type":"image/jpeg","title":"Herzog-Spital, Grässel, um 1910","description":"Herzog Wilhelm V. Er veränderte das Stadtbild Münchens durch große Komplexe, wie das sogenannte Wilhelminum bestehend aus Michaelskirche und Alter Akademie sowie die Wilhelminische Veste. Sein bekanntester Neubau ist vermutlich das Hofbräuhaus. | <a href=\"https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Josephspital_M%C3%BCnchen_(Hof)_um_1910.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans Grässel (Sammlung), Ehem. Joseph-Spital, um 1910, Wikimedia Commons.</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/1f50b6e42b2e9f7b4fd515d30ed296f3.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/764102a95e71e0576a69ecf41b944c5f.jpg":{"id":2409,"mime-type":"image/jpeg","title":"Gnadenbild, Wening, 1692","description":"Die Schmerzhafte Muttergottes, das Gnadenbild des Herzog-Spitals, war ursprünglich mit einem Kruzifix kombiniert gewesen. 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