{"id":288,"featured":0,"modified":"2026-02-19 08:36:17","latitude":48.1359823720454,"longitude":11.576914276442697,"title":"Das Heilig-Geist-Spital","subtitle":"Spurensuche auf dem Viktualienmarkt","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4716566d21e6200ce00323820132a84e.jpg","address":"Viktualienmarkt, 80331 München (Standort am Elise-Aulinger-Brunnen), 48.1359823720454, 11.576914276442697","zoom":17,"creator":["Frieder Leipold/ARCHIATER"],"description":"<p>Blickt man vom Elise-Aulinger-Brunnen zur Heilig-Geist-Kirche, kennzeichnet die dortige Dachrinne anschaulich den hinteren Bereich, den früher das Weiber-Spital eingenommen hat. Verlängert man diesen fast bis zum Brunnen, lässt sich die damalige Ausdehnung erahnen. Leicht abgewinkelt in Richtung Peterskirche schloss sich das kleinere Männer-Spital an, das etwa bis zur Einmündung des Petersplatzes reichte.</p>\r\n<p>Doch die beiden Gebäude und die Kirche waren nur ein Teil des großen Heilig-Geist-Spitals. Es umfasste auch ein Findelhaus für Waisenkinder, eine Gebärstube, eine Rauchstube zur Behandlung mit Räucherwerk sowie ein sogenanntes Tollhaus für „Narren“. Geistliche lebten im Pfarrhaus und in Benefiziatenhäusern. Im Südwesten lagen rund um einen eigenen Hof Wirtschaftsgebäude wie Viehställe, Schmiede, Brauerei und Schlachthaus. Am heutigen Dreifaltigkeitsplatz befand sich ein Friedhof mit eigener Kapelle.</p>\r\n<p>Das Ende des Spitals kam schrittweise: Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Findelhaus verlegt, 1803 folgten Gebärstube und Tollhaus. 1807 zog der Schrannenmarkt vom Marienplatz auf das Spitalsgelände, wofür erste Gebäude abgerissen wurden. 1823 verließen die letzten Pfründner das Areal. Das Weiber-Spital diente noch bis 1884 als Fleischbank – dann wurde es abgetragen.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"","lede":"Die Ausdehnung des Münchner Viktualienmarktes lässt die Ausmaße des Spitals erahnen, das einst an dieser Stelle stand. Doch nur mit viel Phantasie kann man die ehemaligen Gebäude im Kopf wieder erstehen lassen.","website":null,"related_resources":["Hermann Kerschensteiner: Geschichte der Münchener Krankenanstalten insbesondere des Krankenhauses links der Isar, in: J. von Bauer (Hg.): Festschrift zum 100jährigen Bestehen des städtischen Krankenhauses links d. Isar 1813–1913 (= Annalen der städtischen Krankenhäuser zu München, Band XV), München 1913, S. 5–12.","Heidi Dittmar und Gisela Kirner: Vom Heiliggeistspital zum Viktualienmarkt, in: Elfi Zuber (Hg.): Das Angerviertel (= Bürger schreiben für Bürger, Schriftenreihe des Instituts Bavaricum München, Band 4), München 2008, S. 63–91.","<a href=\"https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-MDZ-00000BSB10374764?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lorenz Hübner: Beschreibung der kurbaierischen Haupt= und Residenzstadt München und ihrer Umgebungen, verbunden mit ihrer Geschichte, Erste Abtheilung. Topographie, München 1803, S. 143–146.</a>","Stadtarchiv München (Hg.): Häuserbuch der Stadt München, Band I, Graggenauer Viertel, München 1958, S. 212–213.","<a href=\"https://hdbg.eu/kloster/index.php/detail/geschichte?id=KS0253\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christian Lankes: Ridlerkloster - Zwischen Hofdamen und Franziskanern, Eintrag auf hdbg.eu</a>","<a href=\"https://sketchfab.com/illustrated-architecture/collections/sandtner-modell-munchen-305e6126f43d42dda9e83fe8d1ed23dd?utm_source=email&utm_medium=email&utm_campaign=collection-shared\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3D-Scan des Sandtner-Modells im Bayerischen Nationalmuseum</a>"],"factoids":["<span>Diese MunichArtToGo-Station wurde im Rahmen des </span><a href=\"https://archiater.hypotheses.org/the-project\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ERC Projektes ARCHIATER</a><span> (Grant Agreement ID: 101097906) erarbeitet. Ziel dieser Forschungsinitiative ist die Erforschung der visuellen Kultur vormoderner Hospitäler in Europa.</span>"],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4716566d21e6200ce00323820132a84e.jpg":{"id":2388,"mime-type":"image/jpeg","title":"Weiber-Spital, Schiessl, 1884","description":"1884 stand als letztes der früheren Spital-Gebäude nur noch das Weiber-Spital. Seit 1870 befand sich darin die Fleischbank. Im Hintergrund ist ein Teil der sogenannten Metzgerzeile auf der anderen Straßenseite zu sehen. | Südfassade des Heiliggeistspitals, 1884, Stadtarchiv München, Inv. Nr. FS-NL-KV-0176 | Anton Schiessl","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/4716566d21e6200ce00323820132a84e.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0910024d2bc7f39557c45bc8750333cb.jpg":{"id":2389,"mime-type":"image/jpeg","title":"Viktualienmarkt, Quaglio, 1824","description":"1824 war auch das Männer-Spital noch vorhanden, das an das Weiber-Spital anschloss. Auf der linken Seite des Bildes sind die Gebäude des Ökonomie-Hofes zu sehen, zwischen den beiden Komplexen das frühere Tor zum Spital. | <a href=\"https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Domenico_Quaglio_-_Viktualienmarkt.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons</a> | Domenico Quaglio, Viktualienmarkt, 1824","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/0910024d2bc7f39557c45bc8750333cb.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ec0815da203fcf5c861c15a63c449f93.jpg":{"id":2387,"mime-type":"image/jpeg","title":"Heilig-Geist-Spital, Sandtner, um 1570","description":"1920 fertigte Gustav Steinlein eine detaillierte Zeichnung nach dem um 1570 entstandenen Stadtmodell von Jakob Sandtner. Der Kirchturm der Spitalkirche ist allerdings eine Ergänzung, weil dieses Element des Modells bereits früh verloren ging. | Gustav Steinlein, Die Baukunst Alt-Münchens. Eine städtebauliche Studie über die Münchener Bauweise von der Gründung der Stadt bis Ende des 16. Jahrhunderts, Bayerischer Heimatschutz, ca. 1920, Tafel VIII, Abb. 66 (Detail).","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/ec0815da203fcf5c861c15a63c449f93.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/99311bfe65647941a9aab28c9d03e94b.jpg":{"id":2390,"mime-type":"image/jpeg","title":"Heilig-Geist-Spital A, Kerschensteiner, 1913","description":"Auch diese Rekonstruktionszeichnung des Spital-Anwesens um 1913 beruht auf dem Stadtmodell von Sandtner. Allerdings sind hier vom süd-westlichen Eck des Männer-Spitals ausgehend Gebäude mit Pultdach zu sehen, die als Fehlinterpretation einzuschätzen sind. | Hermann Kerschensteiner: Geschichte der Münchener Krankenanstalten insbesondere des Krankenhauses links der Isar, in: J. von Bauer (Hrsg.), <em>Festschrift zum 100jährigen Bestehen des städtischen Krankenhauses links d. Isar 1813-1913</em> (=Annalen der städtischen Krankenhäuser zu München, Band XV), München: J. F. Lehmanns Verlag, 1913, S. 8","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/99311bfe65647941a9aab28c9d03e94b.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/aebd3e7c9b31029af009c217fa566049.jpg":{"id":2391,"mime-type":"image/jpeg","title":"Heilig-Geist-Spital B, Kerschensteiner, 1913","description":"1913 rekonstruierte Kerschensteiner auch die Nutzung der verschiedenen Gebäude des Spitals als Grundriss. Die Legende zeigt die komplexen Strukturen und die vielseitigen Funktionen der einzelnen Häuser. | Hermann Kerschensteiner: Geschichte der Münchener Krankenanstalten insbesondere des Krankenhauses links der Isar, in: J. von Bauer (Hrsg.), <em>Festschrift zum 100jährigen Bestehen des städtischen Krankenhauses links d. Isar 1813-1913</em> (=Annalen der städtischen Krankenhäuser zu München, Band XV), München: J. F. Lehmanns Verlag, 1913, S. 8","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/aebd3e7c9b31029af009c217fa566049.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/897ce4b61f978278fa17e8cc76ff23da.jpg":{"id":2540,"mime-type":"image/jpeg","title":"Heilig-Geist-Spital, Sandtner, 1570","description":"Spätestens 1533 wurde der Friedhof des Spitals an die Stelle des heutigen Dreifaltigkeitsplatz verlegt. Zuvor waren die Toten im zweiten Spitalhof neben der Kirche bestattet worden. Auf dem neuen Friedhof befand sich auch eine eigenen Totenkapelle. | <a href=\"https://www.bayerisches-nationalmuseum.de/sammlung/highlights/00140705\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jakob Sandtner, Modell der Stadt München, um 1570, Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. Modell 1</a>, © Isabel Mühlhaus/BNM","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/897ce4b61f978278fa17e8cc76ff23da.jpg"}}}