{"id":284,"featured":1,"modified":"2026-02-25 16:08:11","latitude":48.1600709094143,"longitude":11.492819041013718,"title":"Die Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg","subtitle":"China-Mode am barocken Hofe und architektonisches Vorbild","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg","address":"Schloßpark Nymphenburg","zoom":17,"creator":["Neven Denhauser"],"description":"<p>Der charmante zweigeschossige Außenbau orientiert sich an einem französischen Barockklassizismus, der sich als Lustbau eine ungewöhnliche Gestaltung wie überdimensionierte Kolossalpilaster erlaubt. Der achteckige Grundriss mit vier auf den Kreuzachsen angesetzten, kurzen Armen stellt eine Seltenheit dar. In der vormals barocken Gestaltung des Gartens bildete die Pagodenburg den Anfang für die Bahn des Paille-Maille-Spiels (Vorgänger des Croquets). Nach dem Spiel konnte sich die Hofgesellschaft innen ausruhen und vergnügen.&nbsp;</p>\r\n<p>Im durch Rotterdamer Kacheln verkleideten ebenerdigen Salettl wurde gespeist. Dort sind die Wände mit fantasievollen Chinadarstellungen ausgemalt. Die Küche befand sich östlich in einem Nebengebäude. Das Obergeschoss aus einem Vorzimmer mit Lackarbeiten und chinesischen Papiertapeten, einem Schlafzimmer mit teilvergoldeten Wandvertäfelungen im Régence-Stil und einem roten Kabinett ist von außergewöhnlicher künstlerischer Feinheit und Intimität. Nur wenigen Personen dürfte es zugänglich gewesen sein.</p>\r\n<p>Der einzigartige Bautypus fand Nachfolger in der Pagodenburg in Rastatt und Schloss Clemenswerth in Sögel, welches Max Emanuels Sohn Clemens August von Bayern (1700–1761) als Fürstbischof von Münster errichtete.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"","lede":"<p>Die Pagodenburg ist eine der vier Parkburgen in der Schlossanlage Nymphenburg. 1716 bis 1719 im Auftrag Kurfürst Max Emanuels von Bayern (1662–1726) durch Joseph Effner (1687–1745) errichtet, weist ihr Name auf die im Inneren zu findenden Chinoiserien hin.</p>","website":null,"related_resources":["Dietrich von Frank: Joseph Effners Pagodenburg. Studien zu einer „maison de plaisance“, München 1985.","Ulrika Kiby: Die Exotismen des Kurfürsten Max Emanuel in Nymphenburg. Eine kunst- und kulturhistorische Studie zum Phänomen von Chinoiserie und Orientalismus in Bayern und Europa, Hildesheim/Zürich/New York 1990.","Brigitte Langer, Gerhard Hojer, Ernst Götz und Max Tillmann: Nymphenburg. Schloss, Park und Burgen. Amtlicher Führer, München 2011.","Doris Fuchsberger und  Albrecht Vorherr: Schloss Nymphenburg. Bauwerke – Menschen – Geschichte, München 2015."],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg":{"id":2345,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Südseite, 20. Jahrhundert","description":"<p>Der Außenbau der Pagodenburg erfuhr bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Renovierungen und Restaurierungen, bei denen u. a. die Rocaille-Agraffen auf den Archivolten dazukamen. Im frühen 19. Jahrhundert verlor die Pagodenburg ihre die Attika abschließenden Ziervasen.</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-02-449899 | Anthony Frank Kersting","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b3a4885c5abb6a51e4a63feaef55052d.jpg":{"id":2346,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Grundriss des Erd- und Obergeschosses (spiegelverkehrt), Kupferstich, 18. Jahrhundert","description":"<p>Einer Legende nach soll der achteckige Grundriss mit den vier Armen eine Idee Kurfürst Max Emanuels gewesen sein. Tatsächlich dürfte sich Effner schlicht am Entwurf seines Lehrers Germain Boffrand (1667–1754) für den Pavillon Bouchefort bei Brüssel bedient haben.</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-01-352729","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/b3a4885c5abb6a51e4a63feaef55052d.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3cf54883af53d8bda0d1ba15b30ac374.jpg":{"id":2347,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg im barocken Garten, Kupferstich, Mathias Diesel, 1720er Jahre","description":"<p>Die Pagodenburg war Ausgangspunkt einer symmetrisch gestalteten Gartenpartie mit Bassin, Fontänen und hohen beschnittenen Hecken. Von diesem großen Boskett ausgehend liefen je drei Alleen Richtung Schloss im Osten und drei nach Westen Richtung freier Landschaft und Schloss Blutenburg.</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-02-Th156696 | Carl Remshart","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/3cf54883af53d8bda0d1ba15b30ac374.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9a282905c2b4f8f2139cdf6280752ef7.jpg":{"id":2348,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, achteckiges Salettl im Erdgeschoss, Blick nach Norden, 20. Jahrhundert","description":"<p>Weiß-blaue Kacheln in hochrechteckigen Wand- und trapezoiden Zwickelfeldern geben einen leichten und freundlichen Raumeindruck. Ergänzt werden sie durch ursprünglich von Johann Anton Gumpp (1654–1719) ausgeführten, mehrfach erneuerten Malereien chinesischer Fantasieszenen sowie an den Decken von Venus, Bacchus und den vier Erdteilen.</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-331788 | Hub. Häusler","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/9a282905c2b4f8f2139cdf6280752ef7.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b83152637f5684afbd842d3dbce7ba20.jpg":{"id":2349,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, achteckiges Salettl im Erdgeschoss, Blick nach Nordwesten, 1954","description":"Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-447839 | Helga Schmidt-Glassner","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/b83152637f5684afbd842d3dbce7ba20.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3d77e046200705ddb649ed610d4a5a6b.jpg":{"id":2350,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Schlafzimmer im Obergeschoss, Blick nach Osten, Fotografie um 1900","description":"Die Pagodenburg ist eines der ersten eigenständigen Werke Joseph Effners. Die Wandvertäfelungen sowie das Versailler Tafelparkett zeugen von seiner französischen Ausbildung im Stile der Régence. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-325244","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/3d77e046200705ddb649ed610d4a5a6b.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9375354ac81c9e041d9fab4fca1def9f.jpg":{"id":2351,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Schlafzimmer im Obergeschoss, Blick in die nördliche Ruhenische, Fotografie um 1900","description":"<p>Von zwei geschnitzten Pilastern gerahmt stehen zwei zu einem Bett verbindbare Ruhebänke in einer Art Alkoven. Der intime Raum ist in einem exquisiten rot-grünen Genueser Samtbrokat auf Silbergrund ausgeführt (mittlerweile erneuert).</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-325246","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/9375354ac81c9e041d9fab4fca1def9f.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/171b149e5281169a1f6610250182a19c.jpg":{"id":2352,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Vorzimmer im Obergeschoss, Blick nach Nordosten ins Kabinett, Aufnahme um 1920","description":"Die zwei Kommoden mit japanischem Lackdekor und feuervergoldeten Bronzebeschlägen stammen aus Paris und sind bauzeitlich entstanden. Gemeinsam mit einem Spieltisch tragen sie zu einer exotischen, aber auch vergnügten Atmosphäre des Raumes bei. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-325242","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/171b149e5281169a1f6610250182a19c.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/55953c40eaf3fdbe221d41cfd6812cb2.jpg":{"id":2353,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Vorzimmer im Obergeschoss, Blick nach Osten\r\nAufnahme aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts","description":"<p>Die Holzflächen im gesamten Vorzimmer wurden in Lackmalerei gefasst. Die farbigen Szenen und Pflanzen- und Tierdarstellungen heben sich vor dem schwarzen Hintergrund kraftvoll ab.</p> | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-200075","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/55953c40eaf3fdbe221d41cfd6812cb2.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5505635783814a7275b0b71cd3b9d9a9.jpg":{"id":2354,"mime-type":"image/jpeg","title":"Pagodenburg, Kabinett im Obergeschoss, Blick nach Nordosten\r\nAufnahme aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts","description":"Die rote Lackmalerei des Raumes wird gut ein Jahrzehnt später im Miniaturenkabinett der Reichen Zimmer der Münchner Residenz wiederaufgegriffen. In diesem kleinsten Raum der Pagodenburg bestimmen die Papiertapeten den Raumeindruck besonders. | Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, ZI-0972-01-03-350322 | Dr. A. Schlegel","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/5505635783814a7275b0b71cd3b9d9a9.jpg"}}}