{"id":253,"featured":0,"modified":"2025-10-30 15:18:37","latitude":48.1467595291707,"longitude":11.563794314861298,"title":"Lenbachhaus: Unterwegs zur künstlerischen Freiheit","subtitle":"Gabriele Münter auf dem Fahrrad","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2db043708dd280a22264803a16e4d908.jpg","address":"Luisenstraße 33, 80333 München","zoom":16,"creator":["Lioba Zangenfeind"],"description":"<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Radfahren für Frauen als „unschicklich“ und „undamenhaft“. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen? – besaß die Künstlerin Gabriele Münter (1877–1962) ein eigenes Fahrrad und trug dazu eine „Radbux“, einen weit geschnittenen Hosenrock, der viel mehr Bewegungsfreiheit bot als das damals übliche Korsett.</p>\r\n<p>Das Rad bedeutete für sie Mobilität, Unabhängigkeit und neue Perspektiven: Gemeinsam mit Wassily Kandinsky unternahm sie Touren ins Umland. Mit leichtem, mobilem Gepäck – gefaltete Staffelei, kleine Malpappen, Pinseln – erkundeten sie Motive unter freiem Himmel. Diese Eindrücke übertrug Münter in Malerei und Fotografie.</p>\r\n<p>Einige Jahre später ließ sie sich auf Reisen ihr Fahrrad sogar nach Italien schicken – „weil man ohne Rad doch nur ein halber Mensch ist.“ (Gabriele Münter an ihren Bruder Carl Münter, 24. September 1905, zitiert nach Kleine 1990, S. 234.)</p>\r\n<p>Auch auf ihrem künstlerischen Weg strebte Münter nach Unabhängigkeit. Sie war eine der wenigen Frauen, die eine umfassende künstlerische Ausbildung erhalten konnte und war zentral an der Entwicklung des Expressionismus beteiligt. Ihre kraftvollen Farben, klaren Formen und der unkonventionelle Blick prägten die Bildsprache des <em>Blauen Reiter</em>.</p>\r\n<p>Heute ist klar: Gabriele Münter fuhr nicht nur Fahrrad – sie fuhr voran. Ihre Biografie und ihr Werk erzählen von Selbstbestimmung, künstlerischer Freiheit und dem Wunsch, sich nicht einordnen zu lassen.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag bis Sonntag und feiertags: 10–18 Uhr, Donnerstag: 10–20 Uhr.","lede":"<p>Ein Fahrrad, ein weiter Hosenrock und Malutensilien im Gepäck – Gabriele Münter fuhr vor über hundert Jahren ihrer Zeit voraus. Ihre Ausflüge waren mehr als nur Sport: Sie waren Ausdruck von Freiheit, Selbstbestimmung und einem neuen Blick auf die Welt.</p>","website":"<a href=\"https://www.lenbachhaus.de/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https://www.lenbachhaus.de/</a>","related_resources":["Gisela Kleine: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Biographie eines Paares, Frankfurt am Main u.a. 1990, S. 234.","Sarah Louisa Henn und Matthias Mühling (Hg.): Unter freiem Himmel. Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, Ausst.-Kat. München: Lenbachhaus, 2021. S. 83–90."],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2db043708dd280a22264803a16e4d908.jpg":{"id":2141,"mime-type":"image/jpeg","title":"Wassily Kandinsky – Gabriele Münter in einem von Kandinsky entworfenen Reformkleid, München, 1904","description":"Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/2db043708dd280a22264803a16e4d908.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/34ebf0ea94aedf963f821cff94c847ee.jpg":{"id":2142,"mime-type":"image/jpeg","title":"Wassily Kandinsky – Gabriele Münter mit dem Fahrrad auf einem Feldweg, vermutlich um 1903","description":"Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München ","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/34ebf0ea94aedf963f821cff94c847ee.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/dfb02db7226439174bae5498d4fe0239.jpg":{"id":2143,"mime-type":"image/jpeg","title":"Wassily Kandinsky – Kallmünz – Gabriele Münter beim Malen I, Sommer 1903","description":"Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/dfb02db7226439174bae5498d4fe0239.jpg"}}}