{"id":250,"featured":0,"modified":"2025-06-03 13:20:02","latitude":48.1458838,"longitude":11.6006716,"title":"Die Villa Lindenhof","subtitle":" Das Wohnhaus des Architekten Max Littmann","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be963da0ecb2365286f1a324bb3e7cb9.jpg","address":"Höchlstraße 4, 81675 München","zoom":16,"creator":["Karin Bernst"],"description":"<p>Mit der Villa Lindenhof errichtete sich Max Littmann ein eigenes Wohnhaus in historisierenden Formen. Der reiche plastische Dekor stammt von Heinrich Waderé. Auf einer Tafel, verziert mit Engeln, ist folgende Inschrift zu lesen: „VON MIR ERDACHT – VON MIR ER-BAUT – SOLLST MIR EIN HEIM SEIN LIEB UND TRAUT – A.D. 1902-1903 M.L.“</p>\r\n<p>Trat man vom Speisezimmer des Anwesens in den Garten, gelangte man links direkt in eine Loggia mit Muschelbrunnen. Das Gewölbe der Loggia war mit Groteskmalereien von Karl Throll (1873–1952) geschmückt. Eine Freitreppe führte, vorbei an einem Zierbrunnen mit Putte, in den Garten, wo im hinteren Bereich ein Pavillon stand. Der Eingang zum Gartenpavillon wurde von zwei Karyatiden gesäumt. In der Süddeutschen Bauzeitung, Nummer 13, 31. März 1906, XVI. Jahrgang, wird der Garten recht kritisch beschrieben:</p>\r\n<p>„Eine zehn Meter lange, mit Zement ausgekleidete Pfütze ahmt die Verzweigungen des Vierwaldstättersees nach. Sinnlose Schlängelwege irren in allen Ecken umher. Naturhäuschen aus wilden Ästen, hier und da ersetzt durch Gebilde aus Draht, vervollständigen das Bild von Verrottung und Verkommenheit, zu dem der heutige deutsche Hausgarten herabgesunken ist. Zu diesem Bilde passen dann die tönernen Hasen und Rehe und die glasierten Gnomen vortrefflich, durch die der deutsche Gartenenthusiast heute seinen Kunstsinn zu betätigen pflegt.“</p>\r\n<p>1920 erwarb der Münchner Arzt Gustav Baermann für 510.000 Mark die Villa. Die Kaufmannseheleute Max und Sabine Lieber waren ab 1933 neue Besitzer. Unter der Bezeichnung „Vermögen der abgeschobenen Juden“ kaufte Sofie von Günther, geheime Kommerzienrats- und Generalkonsulswitwe 1938 das Anwesen. 1943 ging die Villa an das Deutsche Reich, Waffen-SS, und 1948, als deren Rechtsnachfolger, durch Übertragungsurkunde des Bayerischen Landesamtes für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung an das Land Bayern.</p>\r\n<p>1953 erfolgte ein Tausch mit der St. Johannis-Freimaurerloge „In Treue fest“ München. Das Gründungsdatum dieser Loge war der 17. Mai 1896. Eines der prominentesten Mitglieder war der Maler Lovis Corinth. Die Freimaurerei beeinflusste seine Werke und immer wieder tauchten freimaurerische Symbolik und Rituale in seinen Bildern auf. Eines der berühmtesten freimaurerischen Bilder ist Corinths „Die Logenbrüder“. Die Auflösung der Loge erfolgte in den 1930er Jahren, 1948 zählte sie wieder 60 Mitglieder. Sie geriet schon bald nach dem Erwerb der Bogenhausener Villa in finanzielle Schwierigkeiten, was mit dem Verlust des Logenhauses endete.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"","lede":null,"website":null,"related_resources":["Richard Streiter: Münchener bürgerliche Baukunst der Gegenwart, Bd. 10: Neuere Privatbauten in älteren Stilarten, München 1904.","Willibald Karl (Hg.): Bogenhausen. Vom bäuerlichen Pfarrdorf zum noblen Stadtteil, München 1992, S. 126–128.","<a href=\"https://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/hoechlstrasse_4.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.: Villa „Lindenhof“</a>"],"factoids":["<span>Der Stadtbezirk 13 (Bogenhausen) ist der drittgrößte Stadtbezirk Münchens und umfasst den gesamten Münchner Nordosten. Der gemeinnützige </span><a href=\"https://www.nordostkultur-muenchen.de/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.</a><span> (kurz: NordOstKultur) erforscht die Geschichte dieses Stadtbezirks und lädt alle Interessierten herzlich zum Mitmachen ein.</span>"],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be963da0ecb2365286f1a324bb3e7cb9.jpg":{"id":2106,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Villa Lindenhof, um 1910","description":"An der Höchlstraße errichtete sich Max Littmann ab 1902 mit der Villa Lindenhof ein eigenes Wohnhaus. | Stadtarchiv München, FS-NL-PETT1-1228","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/be963da0ecb2365286f1a324bb3e7cb9.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6b79864c455117a72150cf3efc06b691.jpg":{"id":2107,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Villa Lindenhof, Straßenseite, um 1904","description":"Der Bau vereint Elemente verschiedener Baustile, wie etwa der deutschen und italienischen Renaissance und der englischen Landsitzarchitektur. | Richard Streiter: Münchener bürgerliche Baukunst der Gegenwart, Bd. 10: Neuere Privatbauten in älteren Stilarten, München 1904, Taf. 5.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/6b79864c455117a72150cf3efc06b691.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6cf383ea45bec3e0d248c2be45392248.jpg":{"id":2109,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Villa Lindenhof, Gartenseite, um 1904","description":"Drei große Fenster ermöglichten den Blick aus dem Speisezimmer auf den Garten, über eine Terrasse gelangt man in die reich verzierte Loggia. | Richard Streiter: Münchener bürgerliche Baukunst der Gegenwart, Bd. 10: Neuere Privatbauten in älteren Stilarten, München 1904, Taf. 6.","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/6cf383ea45bec3e0d248c2be45392248.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2573004dff4827046d98120276f685bf.jpg":{"id":2108,"mime-type":"image/jpeg","title":"Die Brunnenanlage der Villa Lindenhof mit Terrassenaufgang, o. D.","description":"Der Terrasse vorgelagert war eine Brunnenanlage mit Putto. | <a href=\"http://mediatum.ub.tum.de/?id=1599217\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Architekturmuseum der TUM, Signatur: lit-61-1001</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/2573004dff4827046d98120276f685bf.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d13cedfb183ee19cebf0c3d4a1a51874.jpg":{"id":2114,"mime-type":"image/jpeg","title":"Lageplan der Villa, Zeichnung von Max Littmann, 1900","description":"Neben der Villa Lindenhof, an der Maria-Theresia-Straße 32 Ecke Höchlstraße, befand sich die Villa von Rudolf Diesel, die von 1899 bis 1901 ebenfalls von Max Littmann errichtet worden war. | <a href=\"http://mediatum.ub.tum.de/?id=985916\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Architekturmuseum der TUM, Signatur: lit-61-10</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/d13cedfb183ee19cebf0c3d4a1a51874.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5cf6eddc67fe5d072dcb3c03102cfc0a.jpg":{"id":2110,"mime-type":"image/jpeg","title":"Ansichtskarte Höchlstraße, ca. 1910","description":"Die Aufnahme zeigt die beiden Skulpturen, Elch und Rothirsch von Heinrich Düll und Georg Pezold, die den Eingangsbereich der Villa flankierten. | Verlag: W.H.D., Sammlung Karin Bernst","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/5cf6eddc67fe5d072dcb3c03102cfc0a.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/57c2b35ae8d8fb22b5366901321f5a49.jpg":{"id":2112,"mime-type":"image/jpeg","title":"Der Elch in der Borstei, 2022","description":"Die beiden Bronzeskulpturen, möglicherweise Abgüsse der Originale, befinden sich seit 1954 in der Wohnsiedlung „Borstei“ an der Dachauer Straße. | Karin Bernst","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/57c2b35ae8d8fb22b5366901321f5a49.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1079138fecafdcfbfce737019df77e23.jpg":{"id":2113,"mime-type":"image/jpeg","title":"Der Hirsch in der Borstei, 2022","description":"Karin Bernst","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/1079138fecafdcfbfce737019df77e23.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/64a1c90ab3c51c56e2013d9f1edd3358.jpg":{"id":2111,"mime-type":"image/jpeg","title":"Eingang zur Villa Lindenhof, 2021","description":"In der Höchlstraße steht am Platz des Elchs, auf dem linken Pfeiler, nun wieder ein Hirsch. | Karin Bernst","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/64a1c90ab3c51c56e2013d9f1edd3358.jpg"}}}