{"id":224,"featured":0,"modified":"2025-06-03 14:36:20","latitude":48.13942361999045,"longitude":11.563764810562134,"title":"Das „Imperialhaus“ in der Schützenstraße","subtitle":"Vom „Niedrigpreiswarenhaus“ zum ersten Tonfilmkino Münchens","fullsize":"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/14e59bdd64da843a3ab84224c60bf700.jpg","address":"Schützenstraße 1a, 80331 München","zoom":17,"creator":["Heidi Rehn"],"description":"<p>Das 1877 nach Plänen des Münchner Architekten Joseph von Schmaedel (1847–1923) errichtete Haus erregt bis heute Aufsehen durch seine vom dreieckigen Grundstück vorgegebene ungewöhnliche Form. Zeitweise trug es den Namen „Bügeleisenhaus“, eine Reminiszenz an das aus New York bekannte „Flatiron-Building“. Mit dem Einzug des Optikergeschäfts Pini wurde es für viele Jahrzehnte zum „Pini-Haus“. Nach der Jahrtausendwende befand sich hier das Hotel Anna, das inzwischen als „Yours Truly“ firmiert.</p>\r\n<p>Wie auf frühen Fotografien zu sehen ist, war die Ecke zum Karlsplatz/ Stachus stets abgerundet und zunächst mit umlaufenden Steinbalkonen horizontal gegliedert. Nach Kriegs- und Brandschäden vorgenommene Umbauten griffen dies durch breite Leuchtreklamebänder auf, die für „Times-Square-Feeling“ am Stachus sorgten.</p>\r\n<p>Der ursprüngliche Name „Imperialhaus“ leitet sich ab vom „Imperial-Café“, das dort ab 1877 betrieben wurde. 1889 eröffnete Hermann Tietz hier zusammen mit seinem Neffen Oskar sein erstes Münchner Kaufhaus als sogenanntes „Klein“- oder „Niedrigpreiswarenhaus“. Der große Erfolg machte bald die Erweiterung der Geschäftsräume vom Erdgeschoss in die erste Etage nötig, bis das Warenhaus 1905 in das neu errichtete, weitaus luxuriösere Gebäude am Bahnhofplatz umzog.</p>\r\n<p>1907 wurde das Haus zu einem der ersten größeren Filmtheater Münchens mit 450 Plätzen umgebaut. Im Februar 1922 hatte hier der erste „echte“ Tonfilm der Stadt Premiere. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich an dieser Stelle ein rund um die Uhr geöffnetes Soldatenkino, das bei einem Luftangriff Ende 1944 zerstört wurde. In der Nachkriegszeit mietete sich für einige Jahre die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press in der obersten Etage ein.</p>","sponsor":null,"accessinfo":"","lede":"Der dreieckige Grundriss machte das mehrstöckige Haus von Beginn an besonders. Hier legte Hermann Tietz den Grundstein für sein deutschlandweit erfolgreiches Warenhausimperium und die Münchner Lichtspiele fanden erstmals zu Ton und Musik.","website":null,"related_resources":["Georg Tietz: Hermann Tietz. Geschichte einer Familie und ihrer Kaufhäuser, Stuttgart 1965.","Achim Feldmann: Nadel und Licht. Das Vordringen des Tonfilms in München 1929/30, in: Monika Lerch-Stumpf (Hg): Für ein Zehnerl ins Paradies. Münchner Kinogeschichte 1896 bis 1945, München 2004, S. 163–183.","Karl Stankiewitz: Der Stachus. Wo München modern wurde, München 2006, S. 60.","Heidi Rehn: Das Lichtspielhaus, München 2019.","<a href=\"https://www.trambahn.de/stachus-pinihaus%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">o. Verf.: Das Imperialhaus/ PINI-Haus, Webseite der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V. (abgerufen am 06.04.2025).</a>"],"factoids":[],"files":{"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/14e59bdd64da843a3ab84224c60bf700.jpg":{"id":1962,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das „Café Imperial“ in der Schützenstraße, 1883","description":"Seinen Namen erhielt das an der Gabelung zwischen Schützen- und Bayerstraße errichtete „Imperialhaus“ vom Café, das ab 1877 dort betrieben wurde. | Stadtarchiv München, FS-NL-KV-0303","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/14e59bdd64da843a3ab84224c60bf700.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e09611afbe30b585cf389928333ca7e2.jpg":{"id":1979,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Münchner Kaufhaus Hermann Tietz, ca. 1898","description":"1889 eröffnete Hermann Tietz hier das erste Münchner Kaufhaus, dessen großer Erfolg bald die Erweiterung der Geschäftsräume vom Erdgeschoss in die erste Etage nötig machte. 1905 zog das Warenhaus schließlich in ein neu errichtetes, weitaus luxuriöseres Gebäude am Bahnhofplatz um. | Stadtarchiv München, FS-STB-8389","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/e09611afbe30b585cf389928333ca7e2.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/475693c2c56cb775964c013d4bcd2f85.jpg":{"id":2125,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das Imperial-Theater, 1933","description":"Ab 1907 befand sich hier eines der größeren Filmtheater Münchens mit 450 Plätzen, 1922 hatte hier der erste „echte“ Tonfilm der Stadt Premiere. | Stadtarchiv München, FS-STB-8391","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/475693c2c56cb775964c013d4bcd2f85.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9f47073705832ebd2c6c4882e6b2e2ae.jpg":{"id":1963,"mime-type":"image/jpeg","title":"Das „Pini-Haus“ bei Nacht, 1957","description":"Nach der Beseitigung der Kriegsschäden sorgten breite Leuchtreklamebänder für „Times-Square-Feeling“ am Stachus. | <a href=\"https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33089852\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SLUB/Deutsche Fotothek, Gertrud Heinrich</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/9f47073705832ebd2c6c4882e6b2e2ae.jpg"},"https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/17b1cb92db3d8fce5d918ae90526ddd1.jpg":{"id":1964,"mime-type":"image/jpeg","title":"Blick vom Karlsplatz auf das „Pini-Haus“, 1957","description":"Obwohl es das Geschäft schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt, trägt das Gebäude seit dem  Einzug des Optikergeschäfts Pini in den 1950er Jahren den Spitznamen „Pini-Haus“. | <a href=\"https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33089850\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SLUB/Deutsche Fotothek, Gertrud Heinrich</a>","thumbnail":"https://municharttogo.zikg.eu/files/square_thumbnails/17b1cb92db3d8fce5d918ae90526ddd1.jpg"}}}